20 Jahre Landespreis beispielhafte Beschäftigung

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Zahl 20
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Bild: kobinet/ht

Mainz (kobinet) Vor kurzem wurde der rheinland-pfälzische Landespreis für beispielhafte Beschäftigung schwerbehinderter Menschen zum 20. Mal vergeben. Die Preisverleihung soll dazu beitragen, dass ermutigende Beispiele für die berufliche Integration von schwerbehinderten Menschen in der Öffentlichkeit bekannt werden.

Der Präsident des Landesamtes für Versorgung und Soziales Detlef Placzek eröffnete die Veranstaltung in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz und würdigte das Engagement der Unternehmen. "Die öffentliche Auszeichnung ist wichtig, da durch das Bekanntmachen von vorbildlichen Unternehmen andere ermutigt werden können, bei der Besetzung der Arbeitsplätze auch Menschen mit Behinderung zu berücksichtigen“, betonte Detlef Placzek. Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler übernahm die Preisübergabe. Sie beglückwünschte die Preisträger und unterstrich deren Beitrag zur Inklusion schwerbehinderter Menschen. Sie wünscht sich mehr Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, die behindertengerechte Beschäftigungsbedingungen schaffen, und so zum Abbau der Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen beitragen.

Dr. Alexander Dombrowsky, Vorsitzender des Beratenden Ausschusses, begründete dem Publikum die Entscheidungen der Jury. Es wurden vier Betriebe mit dem 1. Preis in der jeweiligen Kategorie ausgezeichnet. Belohnt wurde ihr Engagement mit einer Prämie von 3.000 Euro. Zudem erhielten vier weitere Betriebe eine Urkunde für den zweiten bzw. dritten Preis.

In der Kategorie der nicht beschäftigungspflichtigen Betriebe fiel die Entscheidung auf Klaus Zimmer - Schuhmachermeister aus Neuwied. Sein Betrieb beschäftigt schon lange zwei gehörlose Mitarbeiter. Diese haben bereits ihre Ausbildung in seinem Betrieb absolviert. Es wurden zwei Halbtagskräfte an der Ladentheke eingestellt, die den Kundenkontakt anstelle der gehörlosen Mitarbeiter übernehmen. Herr Zimmer war schon 1998 Preisträger des ersten Landespreises, damals mit nur einem schwerbehinderten Mitarbeiter. Die Ausweitung und die Kontinuität des Engagements von Herrn Zimmer hat die Jury in besonderer Weise beeindruckt.

M&S Zahntechnik in Trier gewann in der Kategorie „Betriebe unter 100 Beschäftigte“. Auch die M&S Zahntechnik GbR hat den Landespreis schon einmal gewonnen. 2010 - allerdings noch als nichtbeschäftigungspflichtiger Betrieb. Von damals 11 Beschäftigten und zwei schwerbehinderten Mitarbeitern wuchs das Unternehmen auf eine Beschäftigungszahl von 25 mit 5 schwerbehinderten Beschäftigten und erreicht damit eine Beschäftigungsquote von 20 Prozent. Es hat sich gezeigt, dass auch mit der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ein schnelles Wachstum möglich ist. Zudem nutzt das Unternehmen zahlreiche Netzwerkmöglichkeiten, um eine positive Unternehmensphilosophie entstehen zu lassen und ein Konzept zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung umzusetzen.

In der Kategorie „Öffentlicher Dienst“ erlangte den ersten Preis der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb (EWL) in Landau. Die EWL weist eine Beschäftigungsquote von fast 12 Prozent auf. Die schwerbehinderten Mitarbeiter sind in allen Ebenen tätig. Besonders erwähnenswert ist, dass sowohl Menschen mit körperlicher als auch Menschen mit geistig-psychischer Behinderung beschäftigt werden. So wurden zuletzt zwei Mitarbeiter mit geistiger Behinderung dauerhaft eingestellt.

Einstimmig wurde der diesjährige Sonderpreis an das Gästehaus "So wie Du“ in Laubenheim verliehen. Es handelt es sich um ein integratives, barrierefreies Gästehaus für Menschen mit und ohne Einschränkungen. Es ermöglicht Menschen mit verschiedensten Behinderungen, begleitete Freizeiten und Kurzurlaube zu unternehmen. Eine schwerbehinderte Mitarbeiterin war vorher in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) beschäftigt und begann mit einem Außenarbeitsplatz in dem Gästehaus zu arbeiten. Seit April 2010 ist der Außenarbeitsplatz in eine feste Stelle, finanziert durch das Budget für Arbeit, umgewandelt worden, heißt es im Bericht des Landesamtes für Versorgung und Soziales über die Preisverleihung.