Sachsen-Anhalt setzt weiter auf Förderschulen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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Bild: Aktion Mensch e.V.

Magdeburg (kobinet) Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hat jetzt im Magdeburger Kabinett das Konzept zur zukünftigen Gestaltung der Förderschulen vorgestellt. Unter dem Titel „Chancen eröffnen – Möglichkeiten schaffen“ legt das Konzept dar, wie die Förderschulen als wichtiger Bestandteil schulischer Bildungsangebote in ihrer Qualität sowie im Umfang der Unterstützung stärker an aktuelle Erfordernisse angepasst werden sollen.

Das Konzept nimmt vor allem die Sicherung des Elternwillens bei der Wahl des Beschulungsangebotes, eine wohnortnahe Beschulung und bessere Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe in den Blick. Mit den vorgeschlagenen Modellen sollen die Möglichkeiten der Schulträger erweitert werden, ein zukunftsfähiges Förderschulnetz zu erhalten.

„Förderschulen werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Schulsystem  Sachsen-Anhalts spielen," so Tullner und weiter dazu der Bildungsminister:"das vorliegende Konzept ist ein klares Bekenntnis. Wir müssen Inklusion vor allem vom Bildungserfolg des einzelnen Kindes her denken. Weder Schulen noch Schüler dürfen überfordert werden. Die Weiterentwicklung der Inklusion muss deshalb behutsam angegangen werden“.

Nach den Worten des Ministers soll künftig stärker auf die Bündelung und Vernetzung sonderpädagogischer Förderschwerpunkte gesetzt werden.  Darüber hinaus könnten Förderschulklassen an allgemeinbildenden Schulen künftig eine stärkere Verbindung von inklusiven und förderschwerpunktbezogenen Angeboten bewirken. Sonderpädagogische Konzepte wären so für die gesamte Schule nutzbar und der Fachunterricht im sonderpädagogischen Teil gesichert. Schließlich könnte durch einen Schulformwechsel ohne Wechsel des Standortes ein einfacherer Zugang zu einem anerkannten Schulabschluss gelingen.

„Es ist unser Ziel, für alle Schüler mit pädagogischem Förderbedarf Angebote vorzuhalten, die den individuellen Voraussetzungen und dem Wunsch der Eltern entsprechen, bis hin zu Möglichkeiten, einen anerkannten Abschlusses zu erwerben. Es geht parallel dazu auch um einen effektiven Personaleinsatz und die Berücksichtigung regionaler Belange sowie letztlich um gesicherte Schulstandorte“, so Bildungsminister Marco Tullner.

Lesermeinungen zu “Sachsen-Anhalt setzt weiter auf Förderschulen” (3)

Von rgr

Wo bitte finde ich das Konzept im Internet? Und was sagen die Grünen in Sachsen-Anhalt zum Förderschul Konzept? Die Grünen bilden schließlich mit SPD unmd CDU die sachsen-anhaltinischen Landesregierung!

Und überhaupt wurde der Kurs der Landesregierung bereits mit Antrag vom 22.9.16 auf Drs. 7/380 festgelegt. Dort hieß es bereits:

'Bis zur Vorlage des Konzepts sind die von der Landesregierung festgelegten Vorgaben zur Schulentwicklungsplanung auszusetzen, um gravierende Veränderungen in der derzeitigen Förderschullandschaft auszuschließen (z. B. Schulschließungen durch sinkende Schülerzahlen).'
Vgl.: http://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/files/drs/wp7/drs/d0380ran.pdf

Die Kehrtwende in der schulischen Inklusion hat m.E. bereits stattgefunden. Worum es jetzt geht ist intransparent.

Von Sven Drebes

Wenn es wenigstens billiger wäre... Es ist aber im Gegenteil teurer, zwei Schulsysteme parallel zu betreiben!

Von Dirk Hentschel

Sehr geehrter Herr Tullner,

wenn es finanziell günstiger für Sie ist, dann nehmen Sie gern "den Elternwillen" zum Vorwand um politische Entscheidungen zu treffen, welche am Ende nichts weiter sind als Menschenrechtsverletzungen im Sinne der UN - BRK?


Dirk Hentschel

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