Inklusives Miteinander gefördert

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Geldscheine
Geldscheine
Bild: kobinet/omp

Stuttgart (kobinet) Baden Württembergs Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha hat am Mittwoch jene 33 Modellprojekte bekannt gegeben, welche in diesem Jahr über das Förderprogramm „Impulse Inklusion“ finanziell unterstützt werden. Das betrifft Projekte von Selbsthilfeorganisationen, Behinderteneinrichtungen, Kommunen und Vereinen aus ganz Baden-Württemberg, die das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen voranbringen.

Dafür stehen rund 500.000 Euro zur Verfügung. „Viele Bürgerinnen und Bürger im Land engagieren sich, damit das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen selbstverständlich wird. Jedes einzelne geförderte Projekt ist ein Baustein für ein inklusives Miteinander im Land“, so der Minister in Stuttgart.

Zu diesen geförderten Projekten gehört der Landesverband der Musikschulen Baden-Württemberg. Er will mit dem Projekt „Crescendo – damit Vielfalt klingt“ auf bereits bestehende inklusive Projekte in den Musikschulen hinweisen. Dies geschieht durch einen Film sowie mit Live-Aufführungen der im Film auftretenden Schüler und Ensembles. Durch diskriminierungsfreie Angebote soll eine Teilhabe aller Menschen am kulturellen Leben weiter ausgebaut- und noch mehr Musikschulen zu einer Öffnung für Menschen mit Behinderung animiert werden.

Im Rahmen der Bundesgartenschau 2019 wollen die Offenen Hilfen Heilbronn in angemieteten Wohnungen eine inklusive Wohngemeinschaft für Menschen mit Handicap und Studierende aufbauen. Damit dies gelingen kann, soll in einem einjährigen „Seminar- und Aktionsprogramm“ auf das inklusive Wohnen vorbereitet werden. Neben Fähigkeiten wie Haushaltsführung oder Einkaufen sollen Menschen mit Behinderung vor allem mit dem Wohnquartier und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern bekannt gemacht werden. auch dieses Vorhaben erhält Fördermittel des Landes

Wer segelt, gebraucht Handzeichen, wer gehörlos ist, gebraucht Gebärdensprache. Mit dem Projekt „Teilhabe und Inklusion durch Gebärden beim Segeln“ des Instituts für praxisnahe Sozialforschung wird beides zusammengeführt. Gemeinsam mit dem Verein für Sozialpädagogisches Segeln e.V. werden in Konstanz Erwachsene, Kinder und Jugendliche ohne und mit Behinderung zusammengebracht und lernen unter anderem in einwöchigen Freizeiten Gebärdensprach- und Segelkenntnisse voneinander. Die Ergebnisse werden medial aufbereitet (Broschüre, App) und es entsteht ein einheitlicher Gebärdenwortschatz für Theorie und Praxis des Segelns. Damit werden weitere inklusive Freizeitangebote für gehörlose und hörende Menschen ermöglicht.

Ein weiteres gefördertes Vorhaben betrifft den Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Karlsruhe. Er plant die Gründung eines Netzwerks Leichte Sprache. Sprache kann für Menschen mit Behinderung und für andere Zielgruppen eine Barriere darstellen. Werden Texte nicht oder nicht richtig verstanden, fehlen wichtige Informationen. Ziel ist, die Verbreitung von Leichter Sprache in Karlsruhe zu verbessern. Erfahrungen in der Anwendung von Leichter Sprache sollen gebündelt und Fachtage und Fortbildungen in Leichter Sprache angeboten werden. Zudem soll durch Öffentlichkeitsarbeit für den Einsatz von Leichter Sprache geworben und ein Prüfer-Netzwerk aufgebaut werden, das Texte auf ihre Verständlichkeit überprüft.

Zu den geförderten Vorhaben gehört schließlich ebenso eine inklusive „Schatzsuche“ (Geocaching), welche das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenbezirk Ortenau plant. Die virtuelle Schatzsuche soll über das Thema „Psychische Gesundheit/Psychische Erkrankung“ informieren. Entwickelt wird sie gemeinsam von Menschen mit und ohne psychische Beeinträchtigungen. Es sollen die unterschiedliche Wahrnehmungen und Lebenswirklichkeiten abgebildet, aber zugleich auch für Verbindendes und Gemeinsamkeiten sensibilisiert werden. Die erlebnisorientierte Schatzsuche schafft es spielerisch, über das Lösen spannender Rätsel schwierige Informationen zu vermitteln.

Minister Lucha betonte in diesem Zusammenhang: „Uns war wichtig, dass bei der Auswahl der Projekte Menschen mit und ohne Behinderungen die Projekte gemeinsam entwickeln, planen und durchführen.“ Bei der Auswahl der Projekte wurde der Minister von Expertinnen und Experten aus den Wohlfahrtsverbänden, den Kommunalen Landesverbänden, der Geschäftsstelle der Landes-Behindertenbeauftragten sowie von Vertreterinnen und Vertretern von Menschen mit Behinderungen beraten.

Lesermeinungen zu “Inklusives Miteinander gefördert” (1)

Von mheidelberg

In dem Artikel heißt es u. a.:
" Er (Lucha) will mit dem Projekt „Crescendo – damit Vielfalt klingt“ auf bereits bestehende inklusive Projekte in den Musikschulen hinweisen."

Ich glaube, das ist es, was mich stört:
Auf der einen Seite wollen alle, dass Inklusion selbstverständlich ist, auf der anderen Seite machen wir Inklusion zu etwas Besonderem, wenn wir auf verschiedene Aktivitäten den Aufkleber "Inklusion" drankleben!

Ich wehre mich strikt dagegen, dass Projekte als inklusiv "abgestempelt" werden, nur weil ich und vielleicht noch eine andere behinderte Person dabei ist! Es ist einfach so, hat sich so ergeben (und ist kein "inklusives Projekt").

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.