Selbsthilfe Sachsen zieht Bilanz

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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Dresden (kobinet) Das Selbsthilfenetzwerk Sachsen hat in seiner aktuellen Ausgabe des Newsletter eine Information des Vorsitzenden der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe zum Jahreswechsel mit einem Rückblick auf das Jahr 2107 veröffentlicht. Darin stellt der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen fest, dass 2017 ein schwieriges und ereignisreiches Jahr war und die Bilanz zeigt: Einiges konnte erreicht werden, einiges nicht. 

Verbunden mit dem persönlichen Dank des Vorsitzenden und den Dank des Vorstandes der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe an alle, die sich im Jahr 2017 aktiv in die Verbandsarbeit eingebracht haben, stellen wir "... uns gleichzeitig die Frage, worin die Ursachen und Gründe liegen, warum wir vieles noch nicht erreichen konnten," so der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Dr. Matthias Müller.

"Unserer Hauptaufgabe als Interessenvertreter und Interessenbündeler der Anliegen unserer Mitgliedsverbände gegenüber Politik, Verwaltung, Krankenkassen sowie der weiteren gesellschaftlichen Öffentlichkeit wurden wir nicht immer gerecht", schränkte Müller in seinen Ausführungen ein und konnte zugleich hervorheben: "In einigen Problembereichen haben wir uns trotzdem erfolgreich engagiert und wurden als gleichberechtigter Partner anerkannt und akzeptiert". Das trifft nach seinen Worten auf die Förderung durch die Krankenkassen ebenso zu, wie auf die Mitarbeit in der Allianz für Arbeit und Behinderung, die Unterstützung des Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, das Monitoring zum Landesaktionsplanes der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN–Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und auf die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG), sowie auf die Betreuung des Internetportals "Selbsthilfenetzwerk Sachsen".

Unabhängig davon erwartet die Landesarbeitsgemeinschaft nach den Worten ihres Vorsitzenden von der Landespolitik gerade nach Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) eine noch deutlichere Anerkennung und Nutzung der Betroffenenkompetenz der in der LAG SH zusammengeführten Selbsthilfe- und Selbstvertretungsvereinigungen, die stärkere Einbeziehung in die Entscheidungen zur Sicherung von Teilhabe sowie zur Interessenvertretung von und für Menschen mit Behinderungen und chronischer Erkrankung. "Mit der Berufung des neuen Sächsischen Landesbehindertenbeirates (SLB) im August 2017 wurde dazu ein erster Schritt getan", unterstrich Matthias Müller.

Als erfolgreich gestaltete Bereiche in der Arbeit der LAG SH im zu Ende gehenden Jahr 2017 nannte er das Internetportal "Selbsthilfenetzwerk Sachsen", das nicht nur von den Mitgliedsverbänden sondern auch von breiten Kreisen der Verwaltung und Öffentlichkeit regelmäßig besucht und genutzt wird. Es wird mit hohem Aufwand ehrenamtlich gestaltet und gepflegt.

Zudem stellte der Vorsitzende die langjährigen kontinuierlichen Aktivitäten sowie die Beteiligung an und Leitung von Projekten zur Gestaltung eines barrierefreien ÖPNV, insbesondere im Raum Dresden/Ostsachsen sowie in der Region Leipziger Land/Nordsachsen, heraus, die auch 2017 weitergeführt wurden. Diese Arbeiten erfolgten in enger Kooperation beziehungsweise unter Federführung des Landesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen.

Das Erstellen eines Zwischenberichtes und die Evaluation im Projekt „Dabei sein!“, das durch die LAG SH mit verantwortet wird und die Sicherung von Praktikumspartnern in Mitgliedsorganisationen der LAG SH zur Vorbereitung einer Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zum Ziel hat, wurde ebenso hervorgehoben wie die Unterstützung der Netzwerktreffen des Projektpartners Solaris gGmbH und Bereicherung der Erfahrungsaustausche.

Positiv wirkt sich nach Ansicht des LAG-Vorstandes zudem die Mitarbeit von Vertretern aus Mitgliedsverbänden der LAG SH und weiteren Netzwerkpartnern zur Erstellung und inhaltlichen Ausgestaltung des Projektes „Inklusionsnetzwerk Sachsen“, mit dem Ziel aus, die „Inklusion von unten“ mitzugestalten und die Realisierung der Maßnahmen des Landesaktionsplanes der Sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-BRK im Freistaat Sachsen maßgeblich zu unterstützen.

Nach wie vor ist die Finanzierung der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe ein schwieriges Problem. Sie erfolgt weiterhin nur über die Mitgliedsbeiträge und projektgebundene Zuwendungen der Landesdirektion sowie über eine Rahmenförderung der gesetzlichen Krankenkassen (AOK PLUS), welche, so Matthias Müller, leider mit vielen restriktiven Bedingungen verknüpft sind. Die fehlende langfristige (institutionelle) Förderung behindert die Konzentration der LAG SH und ihres Vorstands auf die inhaltlichen Schwerpunktaufgaben als Landesdachverband der Selbsthilfe.

Die Vorstandsarbeit war 2017 auch ein Fokussieren der Arbeiten der anliegende Aufgaben auf den Vorsitzenden und der Assistentin des Vorstandes Das ist jedoch auf Dauer nicht durchzuhalten. Eine wichtige Aufgabe wird deshalb in der zukünftig intensiveren und stärkeren Einbindung der Mitgliedsverbände in die Arbeit der LAG SH gesehen.

Insgesamt sieht sich die Landesarbeitsgemeinschaft Sachsen auch für 2018 wieder vor komplizierten und schwierigen Aufgaben. "Wir gehen dabei davon aus", stellte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe fest, "dass Politik und Verwaltung im Freistaat bereit sind, die Selbsthilfe und Selbstvertretung behinderter und chronisch kranker Menschen deutlicher auch finanziell zu unterstützen. Das wird uns ermöglichen, die Selbsthilfe und Selbstvertretung mit der -Inklusion von unten- zu verbinden und das dort angesiedelte bürgerschaftliche Engagement durch eine angemessene hauptamtliche Mitarbeiterkapazität weiterzuentwickeln".

Erste Vorschläge dazu liegen vor. Ihre Umsetzung wird der LAG SH und ihrem Vorstand gestatten, sich auf die inhaltlichen Schwerpunkte zu konzentrieren und mit hoher Qualität und Zielstrebigkeit an der Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse mitzuwirken. 

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