BBSB fordert zeitnahe Verbesserung

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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München (kobinet) Als Selbsthilfeorganisation der rund 80.000 blinden und sehbehinderten Menschen in Bayern sowie der Personen, deren Erkrankung zu Blindheit oder Sehbehinderung führen kann, verlangt der Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) verlangt, jetzt die Verkehrssicherheit auf den Bahnsteigen der Münchner U-Bahn zu erhöhen.

Ende Dezember ist dort, wie der BBSV berichtet, ein blinder 41-jähriger Münchner am Münchner U-Bahnhof Josephsplatz ins Gleis gestürzt. Er hatte kurzzeitig die Orientierung verloren. Obwohl der U-Bahnfahrer eine sofortige Bremsung einleitete, konnte der Zug nicht mehr rechtzeitig anhalten. Der 41-Jährige wurde in den Schutzraum unter der Bahnsteigkante geschleudert und dabei sehr schwer verletzt. Nach wenigen Tagen ist er am 2. Januar leider seinen Verletzungen erlegen.

Bereits im Jahr 2009 wurde eine junge blinde Münchnerin getötet, weil sie am Münchner U-Bahnhof Silberhornstraße zwischen zwei U-Bahnwägen geriet, und Ende 2011 wurde ein blinder Münchner lebensgefährlich verletzt, als er am Münchner U-Bahnhof Rotkreuzplatz in das Gleisbett stürzte.

Mehrmals im Jahr berichten die Münchner Medien von tragischen Unfällen Sehender nach Gleisbettstürzen. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) fordert deshalb die Verantwortlichen die Verkehrssicherheit an Münchner U-Bahnhöfen durch geeignete Maßnahmen jetzt zu erhöhen.

Judith Faltl, die Landesvorsitzende des BBSB, sagt in dem Zusammenhang: "Bereits am 26.07.2017 nahmen wir gegenüber der Landeshauptstadt München Stellung zum Stand der seit 2013 geplanten Gleisraumüberwachung bei der Münchner U-Bahn. Der bisher einzige durchgeführte Feldversuch, so wurde uns mitgeteilt, brachte kein zufriedenstellendes Ergebnis."

"Wir können uns nicht damit abfinden, gerade nach solchen Ereignissen," erklärt Dr. Stefan Insam, der stellvertretende Landesvorsitzender des BBSB, "dass die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Stadt München (als Betreiberin der MVG) aus Kostengründen auf eine rasche Gefährdungsbehebung verzichten. Wir fordern deshalb die Umsetzung von Bahnsteigtüren, die zu einer massiven Erhöhung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer (nicht nur für blinde und sehbehinderte Menschen) führen."

Bis das umgesetzt ist - die MVG spricht vom Jahr 2030 - fordert der BBSB die Verantwortlichen auf, für geeignete Maßnahmen zu sorgen, um derart tragische Ereignisse zu vermeiden. Karl Depner, Referent für barrierefreie Umwelt- und Verkehrsraumgestaltung des BBSB, bietet dafür Beratung und Unterstützung an. Alle vorhandenen Leitsysteme auf Münchner U-Bahnhöfen sollten zeitnah auf ihre Aktualität und Unversehrtheit überprüft sowie ergänzt werden.

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