Beschäftigungsboom nutzen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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Bild: BDH

Bonn (kobinet) Der Bundesverband Rehabilitation (BDH) drängt auf arbeitsmarktpolitische Reformen. Es sei höchste Zeit, Unwuchten auf dem Arbeitsmarkt zu korrigieren und den Aufschwung auf diejenigen auszudehnen, die bislang nicht partizipierten, so die Verbandsvorsitzende, Ilse Müller.

Langzeitarbeitslose, Menschen mit prekärer Arbeit und Schulabgänger ohne Abschluss müssten nach Meinung des BDH dringend in den Fokus der Arbeitsmarktpolitik genommen werden. Dazu heißt es: „Die kommende Bundesregierung steht vor der sozialpolitischen Herausforderung, den Niedriglohnsektor wirksam einzuhegen. Wir raten dazu, das Unwesen der sachgrundlosen Befristungen sowie die ausufernde Werkvertragspraxis zurückzudrängen und die Wirtschaft beschäftigungspolitisch wieder stärker in die Pflicht zu nehmen.“

Eine große Zahl von Menschen stünde zudem vor verschlossenen Türen, sagt der Bundesverband Rehabilitation. Für Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt chancenlos seien, böte der Aufbau eines sozialen Arbeitsmarkts als einzige Chance, einem Erwerb nachzugehen und sich ökonomisch zu emanzipieren, so die Vorsitzende, die zu einer engeren Verzahnung von Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik rät: „Wir müssen den Teufelskreis von "Einmal Hartz IV, immer Hartz IV" auf breiter Fläche durchbrechen und die mancherorts drohende „Vererbung“ der Sozialhilfe durch gezielte Bildungs- und Betreuungsschritte bannen. Noch immer verlassen zu viele junge Menschen die Schulen ohne Abschluss. Sie benötigen Schulmentoren, öffentlich finanzierte Nachhilfeangebote und die Möglichkeit nachträglicher Ausbildung um der Perspektivlosigkeit der Langzeitarbeitslosigkeit zu entgehen. Das bedeutet allerdings auch, die Arbeit der Jobcenter auf die Betreuung der Arbeitssuchenden und den Aufbau einer passgenauen Qualifikationsstruktur zu fokussieren. Dazu braucht es eine bessere finanzielle Ausstattung der Agenturen vor Ort und die systematische Entrümpelung des Hartz-IV-Systems, das einen erheblichen Teil der Arbeit der Jobcenter okkupiert. Der Arbeitssuchende oder Auszubildende muss im Zentrum der Arbeit der Agenturen stehen und nicht die kleinteilige Bürokratie.“

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