Kreative Ideen in Niedersachsen gefragt

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Grafik zeigt neuen Schwerbehindertenausweis
Grafik zeigt neuen Schwerbehindertenausweis
Bild: kobinet/omp

Hannover (kobinet) Alle und ihre kreativen Einfälle sind gefragt ! Niedersachsens Sozialministerin Reimann ruft zu Vorschlägen auf und freut sich auf kreative Ideen. Es geht darum, einen neuen und anderen Namen für die Hülle des Schwerbehindertenausweises zu finden.

Vielen Menschen mit Schwerbehinderung geht es wie Hannah aus Pinneberg in Schleswig-Holstein: Sie empfinden die Bezeichnung „Schwerbehindertenausweis“ als diskriminierend. Die 14-Jährige mit Down-Syndrom verdeutlichte das in einem Gedicht und sorgte mit der Umbenennung ihres Schwerbehindertenausweises in „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ für Furore. „Hannah hat einen wichtigen und richtigen Denkanstoß gegeben, denn die Bezeichnung ‚Schwerbehindertenausweis‘ stellt die vermeintlichen Defizite in den Vordergrund. Das widerspricht dem Gedanken von Inklusion“, unterstützt Sozialministerin Dr. Carola Reimann die Idee. „Wir müssen die Barrieren in den Köpfen wegbekommen, und das fängt, zum Beispiel, auch bei der Änderung von Bezeichnungen an, die aus- beziehungsweise abgrenzen.“

Die Landesregierung setzt nun ein Zeichen und sucht einen anderen Namen für eine kostenfreie Hülle des Schwerbehindertenausweises, mit der die Bezeichnung des Ausweises überdeckt wird. Aussehen und Name des Ausweises selbst können nicht ohne weiteres geändert werden, da beides bundesrechtlich geregelt ist. „Gemäß dem partizipativen Motto ‚Nichts über uns ohne uns‘ bitte ich daher alle Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen, Vorschläge für eine neue Bezeichnung auf der Ausweishülle zu machen. Ich freue mich schon sehr auf zahlreiche kreative Ideen!“, ruft Ministerin Reimann zu der Aktion zur Namensfindung auf.

Zwar haben bereits bei der Inklusionskonferenz „Ich bin dabei! Wie können wir Inklusion in Niedersachsen noch besser umsetzen?“ Anfang Dezember 2017 in Hannover die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Vorschläge für die Beschriftung der neuen Einsteckhülle des Schwerbehindertenausweises abgegeben. Da der Teilnehmerkreis auf der Inklusionskonferenz aber begrenzt war, sollen nun alle in Niedersachsen lebenden Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit haben, Vorschläge für eine Bezeichnung der Hülle des Schwerbehindertenausweises einzureichen.

Eine Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Menschen mit Behinderungen sowie Sozialministerin Dr. Carola Reimann, der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra, wird dann den Vorschlag auswählen, der künftig eine transparente Ausweishülle schmücken soll. Die Entscheidung der Jury wird voraussichtlich im Februar bekanntgegeben. Vorschläge können bis zum 31. Januar 2018 per E-Mail oder schriftlich (Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Hannah-Arendt-Platz 2, 30159 Hannover.) eingereicht werden.

Lesermeinungen zu “Kreative Ideen in Niedersachsen gefragt” (13)

Von kirsti

Faust war ein guter Freund von Mephisto! Und Mephisto kannte mehr Tricks als Götz. Aber was hat das jetzt eigentlich mit Hannah und ihrem Ausweis zu tun? – Es gibt da keinen Zusammenhang mehr. Außer man würde den Niedersachsen mal verraten, dass es nicht besonders kreativ ist, eine Befragung zu Ausweishüllen durchzuführen.

Von rgr

Hä? Was wusste schon Faust?

Von kirsti

Das wusste doch auch schon Goethes Faust:

„Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;“


Also nix Neues; Herr Götz!

Von rgr

@ kirsti
Ach, dieses römische Recht.

Von kirsti

@ rgr

Es gibt einen Ausweg: Hannah zieht mit einem guten Rechtsanwalt vor Gericht. Und sie bekommt Recht und ihr Geld für die Ware. – Aber dann geht es doch schief, weil sie mit ihrem verdienten Geld
die Umfrage in Niedersachsen finanzieren muss. Begründung: Hannah hat ja mit dem Ausweis…und dem ganzen Drumherum angefangen! ENDE

Von rgr

Tatsächlich gibt es das Wort im Deutschen nicht. Es muss Finish heißen. Im Sinne von Abschluss.

In diesem Kontext: Der Arbeiter arbeitet. Die Ware wird anschließend zu Markte getragen. Aber das ist Ausbeutung, oder genauer Raub, denn die haben keinen Arbeitsvertrag mit Hannah, so das Hannah nicht einmal einen Lohn erhält.

Der Gauner-Trick geht so: Du machst eine gute Sache fertig. Doch wenn Du fertig bist kommen Gesellen und erklären, das Du nichts vom Marketing verstehst und deshalb die Ware ihnen überlassen musst. Anschließend siehst Du diese Gesellen nicht wieder.

Deshalb kommt jetzt, was kommen muss. Ich kann meinem Schicksal nicht entfliehen.

Von kirsti

Zitat von Götz
:
„Alle sollen mithelfen diese Initiative zu einem Finnisch zu verhelfen, mit dem sie sich dann schmücken können.“

Dann soll Hannah diese Initiative auch „auf Finnisch“ bekommen; d.h wie in Finnland möglich: Hannah steht für ihre Idee ein bedingungsloses Grundeinkommen von 560 € zu.

Von rgr

Ich muss nun einmal meinem Namenspatron Götz von Berlichingen alle Ehre zu teil werden lassen

Ich werde also mit meinen Knappen wieder mal ausreiten müssen. In einer hohlen Gasse werde ich diesen pfäffischen Gesellen auflauern. Ich werde sie überwältigen, entwaffnen, ihnen das Bargeld und Schmuck abnehmen. Nach Abzug meiner Unkosten als Raubritter bringe ich die Beute dann zu Hannah.

Erst dann hat die Liebe Seele wieder Ruhe und es herrscht Frieden im Lande.

der Götz

Von Sven Drebes

Hallo Götz,
das "Lasst es einfach!" richtete sich an Frau Reimann, Frau Bätzing-Lichtenthäler, Frau Schmidt und andere.

Davon abgesehen, dass ich die ganze Aktion schädlich finde, stimme ich Ihnen zu, dass die speziell niedersächsische Variante noch schlimmer ist als das bloße (Raub-?)Kopieren der rheinland-pfälzischen Behörde.

Von rgr

Nee. Ich lasse es nicht. Ich bin so gemein. Ich lasse die nicht aus der Klemme.

Dr. Carola Reimann und Petra Wontorra haben es angerührt und die sollen das jetzt auslöffeln. Sie reißen sich Hannahs Initiative unter den Nagel. Sie klauen. Sie beuten uns aus. Sie verletzen unsere Urheberrechte. Sie stoßen uns nieder und drängeln sich ins Rampenlicht.

Die haben erklärt, das Hannah etwas angeschoben hat, was sie für wichtig halten. Sie sagen aber auch, das Hannah nur halbe Sachen machen kann. Das ist Ableism.

Nun rufen sie alle dazu auf, es Hannah mal richtig zu zeigen. Alle sollen mithelfen diese Initiative zu einem Finnisch zu verhelfen, mit dem sie sich dann schmücken können.

Ich rufe dazu auf, das Hannahs Begriff auf der Hülle steht. Mit Copyright Hannah. Für jede ausgerechte Hülle zahlen sie einen Euro an Hannah. Und zwar anrechnungsfrei.

Falls sie dem nicht folgen, müssen Dr. Carola Reimann und Petra Wontorra zumindest die Frage beantworten, was sie an Hannahs Vorschlag auszusetzen haben.

der Götz

Von Sven Drebes

Lasst es einfach!

Wenn sich die 14-jährige Hannah selbst ihren "Schwer-in-Ordnung-Ausweis" bastelt, ist das originell, kreativ, provokant und ein Stück Selbst-Empowerment.
Wenn aber Frau Schmidts Lebenshilfe daraus einen Zug macht, auf den dann Frau Bätzing-Lichtenthäler, Frau Reimann und andere Politiker und Amtsleiter aufspringen, wird das Gante ableistisch und gefährlich!
Also: Was Hannah darf, dürfen Ulla, Sabine und Carola noch lange nicht!

Von rgr

Nur Arbeit hat man mit diesen Behinderten

Zitat: „Hannah hat einen wichtigen und richtigen Denkanstoß gegeben, denn die Bezeichnung ‚Schwerbehindertenausweis‘ stellt die vermeintlichen Defizite in den Vordergrund. Das widerspricht dem Gedanken von Inklusion“



Dr. Carola Reimann und Petra Wontorra erklären damit:

Hannah ist doof.
Hannah ist nicht kreativ.
Hannah weiss nicht, wie schwer die Arbeit am Begriff ist.
„Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ - Was soll das sein?!!!
Und deshalb muss Hannahs Vorschlag nun von einer Jury ersetzt werden.
Was das wieder kostet!

Von kirsti

Das niedersächsische Sozialministerium möchte den „Schwerbehindertenausweis“ umbenennen; so weit so gut;

Zitat:

„Es geht darum, einen neuen und anderen Namen für die Hülle des Schwerbehindertenausweises zu finden.“

Eine neue Hülle für den Schwerbehindertenausweis ist genau, wie der Name sagt, eine „neue Hülle“, also wieder einmal klassisch alter Wein in neuen Schläuchen, sorry, ein neuer Name, eine Worthülse für ansonsten Unerwünschte? Und was hat das Ganze, wie begründet „mit dem partizipativen Motto ‚Nichts über uns ohne uns‘“ zu tun? Wenn Partizipation, und das bedeutet Teilhabe, auf dem Niveau des Ausweises und dessen Namen angesiedelt wird, dann „gute Nacht“…

Unabhängig von den Kosten dieser landesweiten Aktion, will man auf diese Weise das Problem, das man mit den Schwerbehinderten in Niedersachsen anscheinend hat, lösen? – Und wie weiter?

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