SPD muss sich für Inklusion stark machen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Emoji Inklusion
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Bild: Aktion Mensch e.V.

Hannover (kobinet) Die SPD muss sich für Inklusion stark machen – auch gegen den Willen der CDU, sagt der SoVD-Landesverband Niedersachsen. Am morgigen Mittwoch steht bei den Beratungen im Landtag die schulische Inklusion ganz oben auf der Tagesordnung. Niedersachsens größter Sozialverband SoVD sieht im Hinblick darauf seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

„Es ist bitter, dass die SPD es offensichtlich nicht schafft, sich bei diesem so wichtigen Thema gegen die CDU durchzusetzen und das umzusetzen, was sie im Wahlkampf versprochen hat“, so der SoVD-Landesvorsitzende Adolf Bauer. Bereits bei der Vorstellung des Koalitionsvertrages hatte der SoVD die von SPD und CDU angekündigte „Verlängerung des Übergangs“ scharf kritisiert.

„Die GroKo nennt es zwar anders, aber letzten Endes ist es genau das, was die CDU wollte: eine Pause von der Inklusion. Obwohl die SPD das Thema immer als wichtig bezeichnet hat, hat sie sich dem Willen der CDU gebeugt. Und das, obwohl sie die stärkste Fraktion ist“, kritisiert Bauer. Statt die Schließung der bestehenden Förderschulen Lernen weiter hinauszuzögern, müsse es eine konsequente Weiterentwicklung der Inklusion geben.

Empört zeigt sich Bauer über den Vorschlag der FDP, die bestehenden Förderschulen zu erhalten und die Förderschule Sprache wieder einzuführen. Außerdem sollen nach Vorstellungen der FDP Eltern eines Kindes mit Behinderung entscheiden, ob es an einer allgemeinbildenden Schule oder einer Förderschule unterrichtet wird. „Inklusion ist ein Menschenrecht. Es kann keine Wahlfreiheit geben, ob ein solches Recht verwirklicht wird oder nicht“, betont Bauer. Vielmehr müsse am Auslaufen der Förderschule Lernen festgehalten und mehr personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden – so fordert es etwa auch Bündnis 90/Die Grünen. „Beide Systeme parallel aufrecht zu erhalten, ist viel zu teuer. Statt zweigleisig zu fahren, sollte man Personal und Geld lieber sinnvoll einsetzen“, sagt der SoVD-Landesvorsitzende.

Deshalb appelliert Bauer vor allem an die SPD, ihren Kurs zu ändern: „Noch ist es nicht zu spät, zu seinem Wahlversprechen zu stehen und das Ruder rumzureißen.“

Lesermeinungen zu “SPD muss sich für Inklusion stark machen” (8)

Von rgr

Ich wurde in meiner Prüfung zum Fach Literatur mit der mir bis dahin unbekannten kleinen Fabel von Franz Kafkas konfrontiert.

Auf nimmer Wiedersehen, Du schiefe Ebene.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Fabel

Von rgr

Schaut auf diese Erfolge!

Wer nicht glaubt das Inklusion funktioniert, schaut sich die Schule meines Herzens an. https://www.igs-roderbruch.de/meine-schule/fachbereiche/inklusion

Ihr Motto lässt sich so benennen:
Vermittlung von Selbstwirksamkeit

Heraus kommen Individuen, wie ich: Wider den Stachel gelöckt, manchmal aufsässig, nie unterjocht, nie repressiv, niemand unter mir, niemand über mir. Und das alles in einer schulischen Öffentlichkeit mit rund 2.000 Schülern, die von Demokraten für Demokraten geschaffen wird.

Geboten werden: Feste Stammgruppen [Klassenverband] von der ersten bis zur zehnten Klasse mit einem Lehrer und einer Lehrerin pro Unterrichtseinheit in den Kernfächern. Diese Stammgruppenleiter begleiten ihre Schüler tatsächlich über zehn Jahre lang.

Zu meiner Zeit besuchten auch Kolleg-Schüler die SEK II. Die älteren Kameradinnen und Kameraden haben uns Jüngeren viel beigebracht und vorgelebt.

Alles in allem ein deutlicher Fortschritt zum dreigliedrigen Schulsystem und ein Vorbild, das längst hätte verallgemeinert werden müssen. Wären da nicht die Reaktionäre der Schulpolitik.


der Götz

Von Dirk Hentschel

"Besonders Menschen mit mehrfachen Behinderungen brauchen eine gewisse Atmophäre welche in den Grund- Haupt- und Regelschulen nicht hergestellt werden kann. Hierfür sind Sonderpädagogen zwingend notwendig"

"Wo Menschen mit Behinderung in die "normale" Schule integriert werden kann, dort soll es auch sein. Aber weder die Kinder noch die Lehrer dürfen überfordert werden. Ich bin selbst Rollstuhlfahrer. Es muss eine Wahlfreiheit der gewünschten Schulform geben. Es wird immer eine Einzelfallentscheidung sein welches Kind die Regelschule besuchen kann."

Ich möchte hier niemandem zu nahe treten - jedoch möchte ich anmerken, das diese Aussagen auf dem Boden des Grundgesetzes und der UN BRK nach keine Rechtsgrundlage hat!

Die UN BRK ist nicht "Zweideutig" bzw. unterschiedlich interpretierbar hinsichtlich der "Arten von Behinderungen"

Die UN BRK kennt nur "den Mensch mit Behinderungen" und konkretisiert weiter, das alle "Behinderungsarten" eingeschlossen sind!

Wie können Menschen dann "meinen" hier Unterschiede machen zu dürfen bzw. machen zu müssen ........

Politiker, Entscheidungsträger, Fachkräfte usw. usw. ich denke es gibt einschlägige Erfahrungen damit?

Wer ermächtigt sie jedoch dazu?

Könnten denn nicht wenigstens Menschen mit (nur) körperlichen Behinderungen sich solidarisch zeigen?!

DANKE

MfG Dirk Hentschel

Von kirsti

@Speedwheel
„Das Wort ist wie im Meer ein Pfad, doch eine tiefe Wegspur hinterläßt die Tat.“ (Henrik Ibsen)

Ich leihe mir mal das Zitat von Henrik Ibsen aus der Momentaufnahme 016 von Irina Tischer als Motto und erinnere an den Gedenktag 27. Januar zur Euthanasie. Sind Sie sich sicher, wie Sie damals als „nur“ Rollstuhlfahrerin davongekommen wären. Ich weiß, es ist böse, aber zwischen „nutzlos“ und „ weniger nutzlos“ haben „die“ damals so keinen großen Unterschied gemacht.- Und ganz ehrlich: Werden Sie als einfache Rollstuhlnutzerin nicht manchmal auch auf der Straße dumm angeguckt. Denn – so viel ist sicher: „NORMAL“ ist das nicht.- Ich will Sie nicht persönlich beleidigen, kenne Sie ja gar nicht, aber böse, böse finde ich Ihre Einstellung zu Behinderung und Inklusion schon!

Von kirsti

@Speedwheel

Oh Gott, woher nehmen Sie Ihre „Weisheiten“? Oder „Eisheiten“?- Haben Sie selbst persönliche Erfahrungen mit Förderschulen? Sind Sie eine bessere und vor allem intelligentere Rollstuhlfahrerin als andere? Ihre Hybris sollten Sie besser woanders lassen! Mit Verlaub, sie steht Ihnen nicht zu.

„Besonders Menschen mit mehrfachen Behinderungen brauchen eine gewisse Atmophäre welche in den Grund- Haupt- und Regelschulen nicht hergestellt werden kann.“

Welche „gewisse Atmosphäre“ schwirrt durch Ihren Kopf? „Welche Vorstellung haben Sie von „Menschen mit mehrfachen Behinderungen“?

Jemand ist blind und taub? Oder auch Rollstuhlfahrer und blind; wo liegt Ihre Grenze?

LG

Von rgr

@ Speedwheel

Ich bitte um Ausführung der These: 'Besonders Menschen mit mehrfachen Behinderungen brauchen eine gewisse Atmosphäre welche in den Grund- Haupt- und Regelschulen nicht hergestellt werden kann.'

Ich besuchte vier Jahre lang die IGS Roderbruch in Hannover und schloss mit den Schwerpunkten Mathematik und bildende Kunst mein Abitur ab. Die Schule ist auch heute noch ein Vorbild für Inklusion. Es war ausreichend pädagogisches und therapeutisches Personal vorhanden. Ich kann keinen Grund erkennen, warum Inklusion nicht herstellbar sein sollte.

der Götz

Von Speedwheel

Hier widerspreche ich Herrn Bauer vom SoVD eindeutig! Besonders Menschen mit mehrfachen Behinderungen brauchen eine gewisse Atmophäre welche in den Grund- Haupt- und Regelschulen nicht hergestellt werden kann. Hierfür sind Sonderpädagogen zwingend notwendig. Der Herr Arnold sollte sich mal die Arbeitsweise in diesen Förderschulen genau ansehen bevor er diese schließen will. Wo Menschen mit Behinderung in die "normale" Schule integriert werden kann, dort soll es auch sein. Aber weder die Kinder noch die Lehrer dürfen überfordert werden. Ich bin selbst Rollstuhlfahrer. Es muss eine Wahlfreiheit der gewünschten Schulform geben. Es wird immer eine Einzelfallentscheidung sein welches Kind die Regelschule besuchen kann.

Von Arnold

Da kann ich als Wähler kein Vertrauen rein swetzen .Sie haben uns doch nur betrogen .Wahlversprechen von Schulz ,nie mehr mit Merkel und nun?

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