Unrecht an Heimkindern soll Thema werden

Veröffentlicht am von Kobinet

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Kassel (kobinet) Anlässlich der Enthüllungen über die Misshandlungen von Heimkindern, die aktuell in dem Buch "Schläge im Namen des Herrn" von Peter Wensierski aufgedeckt wurden, bekennen sich die LWV-Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP zu der Verantwortung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV), der in dieser Zeit unter anderem Heime in Biedenkopf, Wabern, Guxhagen und Idstein betrieben hat. In einem jetzt eingebrachten Resolutionsantrag der drei Fraktionen in die Verbandsversammlung des LWV heißt es: "Der Landeswohlfahrtsverband Hessen erkennt an, dass bis in die 70er Jahre auch in seinen Kinder- und Jugendheimen eine Erziehungspraxis stattgefunden hat, die den damaligen gesellschaftlichen Werte- und Rechtsvorstellungen entsprochen hat, die aber aus heutiger Sicht erschütternd ist. Der LWV bedauert, dass vornehmlich in den 50er und 60er Jahren Kinder und Jugendliche auch in seinen Heimen alltäglicher physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt waren. Der Landeswohlfahrtsverband spricht sein tiefstes Bedauern über die damaligen Verhältnisse in seinen Heimen aus und entschuldigt sich bei denjenigen ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern, die körperliche und psychische Demütigungen und Verletzungen erlitten haben. Der Landeswohlfahrtsverband Hessen wird sich weiterhin offensiv mit diesem Kapitel seiner Vergangenheit auseinandersetzen und sich den Fragen und Unterstützungsersuchen ehemaliger Bewohnerinnen und Bewohner stellen sowie die in seinen Möglichkeiten liegende Unterstützung leisten." Die Fraktionsvorsitzenden Fritz Kramer (CDU), Holger Heupel (Grüne) und Ferdinand Walther (FDP) gehen davon aus, dass dieser Antrag in der nächsten Sitzung der Verbandsversammlung einstimmig verabschiedet wird. Heute Abend findet im Kasseler Haus der Jugend eine Lesung mit anschließender Diskussion mit dem Autor des Buches "Schläge im Namen des Herrn", Peter Wensierski, statt. omp