Nach 30 Jahren wieder mal im Ruderboot

Veröffentlicht am von Kobinet

Matthias Rösch im Ruderboot
Matthias Rösch im Ruderboot © Kobinet

Ramsen (kobinet) Die Erkundung des barrierefreien Erlebnispfades am Eiswoog im Pfälzer Wald bescherte dem rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten, Ottmar Miles-Paul, und Matthias Rösch vom rheinland-pfälzischen Sozialministerium gestern eine Reihe neuer Erfahrungen. Seit fast 30 Jahren war Matthias Rösch, der einen Rollstuhl nutzt, zum Beispiel nicht mehr in einem Ruderboot gesessen, am Eiswoog war dies nun dank eines Lifters möglich.

Nachdem die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad den ersten barrierefreien Naturerlebnispfad im nördlichen Pfälzerwald am Dienstag letzter Woche eingeweiht hatte, prüften Matthias Rösch und Ottmar Miles-Paul die neugeschaffenen Möglichkeiten im Rahmen eines Sonntagsausfluges auf Herz und Nieren. Beeindruckend war bereits bei der Ankunft der große Besucherandrang am Eiswoog, so dass es gar nicht so einfach war noch einen Parkplatz zu finden. Vor allem die Behindertenparkplätze waren auch sehr stark frequentiert. Ein Leitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen aus Baumstämmen am Rande des Weges, Beschriftungen in Brailleschrift an einer Reihe von Stationen des Erlebnispfades, eine Möglichkeit für Rollstuhlfahrer ins Wasser rollen zu können und ruhige Plätze zum Schauen und Entspannen bieten eine bunte Mischung zum Lernen, Erleben und Erholen.

Das Highlight des gestrigen Besuches war jedoch die Ruderbootfahrt, die am Eiswoog mit Hilfe eines Lifters auch für Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer möglich gemacht wird. Für Matthias Rösch, der seit seinem Unfall vor fast 30 Jahren nicht mehr in einem Rudereboot gesessen ist, war dies eine ganz besondere Erfahrung. Aber auch für diejenigen, die mit ihm zum Eiswoog gefahren sind, denn hier konnte man etwas gemeinsam unternehmen, was sonst nicht möglich gewesen wäre. Zum Abschluss bescherte die Fahrt mit der Stumpftalbahn noch einen weiteren Höhepunkt. Mittels einer mitgebrachten kleinen Rampe gelang der Einstieg auch für Matthias Rösch, so dass auch hier die Fahrt durch den Wald gemeinsam genossen werden kann. Die Mitglieder des Vereins für die Stumpftalbahn zeigten sich ganz engagiert und haben auch schon eine eigene Rampe. Sie versprachen weitere Anpassungen, damit die Mitfahrt für Rollstuhlfahrer zukünftig noch verbessert wird. Der Bau einer barrierefreien Toilette ist noch in Planung und wenn es noch gelingt, eine Anbindung mit einem barrierefreien öffentlichen Bus zu schaffen, ist der Eiswoog ein fast perfektes Ausflugsziel für behinderte Menschen waren sich Matthias Rösch und Ottmar Miles-Paul einig. moh