Landesmuseum Mainz eröffnet und barrierefrei umgebaut

Veröffentlicht am von Kobinet

Bild von der Rampe im Landesmuseum Mainz
Bild von der Rampe im Landesmuseum Mainz © Kobinet

Mainz (kobinet) Das Landesmuseum Mainz wurde heute nach Abschluss der Umbauarbeiten in Anwesenheit des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck feierlich eröffnet. Über sieben Jahre hat es gedauert bis das Landesmuseum nun in neuem Glanz erstrahlt und sich nach dem Umbau als barrierefreies Haus mit speziellen Angeboten, zum Beispiel für blinde, sehbehinderte und gehörlose Menschen, präsentiert.

Bei der heutigen Eröffnungsfeier des Museums verwiesen die Rednerinnen und Redner auf die Härten, die das Museum während der insgesamt sieben jährigen Umbauphase in Kauf nehmen mussten, denn der Museumsbetrieb wurde während dieser Zeit fortgesetzt. Drei Gebäudetrakte des Museumskomplexes sind nun nach neuesten internationalen Museumsstandards komplett saniert und neu eingerichtet worden. Die Ausstellungsbereiche wurden mit Medien und einer vielfältigen zeitgemäßen Didaktik ausgestattet. Während das Landesmuseum bereits nach der ersten Umbauphase als Referenzprojekt für kulturelle Einrichtungen in Sachen Barrierefreiheit galt, wurden die Anstrengungen für eine barrierefreie Gestaltung auch im zweiten Bauabschnitt fortgesetzt. Dies wurde von allen Rednerinnen und Redner während der heutigen Feier mit ca. 700 geladenen BesucherInnen gewürdigt.

Die Direktorin des Landesmuseums, Dr. Isabella Fehle, bedankte sich in ihrer Rede vor allem beim Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Mainz für die kontinuierlichen und vielfältigen Beratungen in Sachen Barrierefreiheit. Mit dieser Hilfe sei es gelungen, das Museum in vielfältiger Weise barrierefrei zu gestalten. Derzeit werde zum Beispiel noch an einem tastbaren Folienbuch für blinde und sehbehinderte Menschen gearbeitet, um zum Beispiel die Bilder von Gemälden ertasten zu können. Ministerpräsident Kurt Beck würdigte den Vorbildcharakter des Museums in Sachen Barrierefreiheit und betonte, dass es zu unserer Gesellschaft selbstverständlich dazu gehört, dass auch behinderte Menschen Kunst und Kultur gleichberechtigt und barrierefrei nutzen können.

Die Bau- und Kulturdezernentin der Stadt Mainz, Marianne Grosse schloss sich dem Lob zur barrierefreien Gestaltung an und schilderte ein Beispiel von einer kulturellen Veranstaltung an einem anderen Ort, bei der Rollstuhlnutzer die Treppen hochgetragen werden mussten. Man müsse daran arbeiten, dass dies nicht mehr vorkommt, das Landesmuseum sei hierfür ein gutes Beispiel mit seiner umfassenden Barrierefreiheit. Neben dem barrierefreien Zugang für RollstuhlnutzerInnen, sei vor allem vorbildlich, dass es Audiobeschreibungen für blinde und sehbehinderte Menschen und Beschreibungen mit kleinen Videos in Gebärdensprache im Museum gäbe.

Die Maßnahmen im Landesmuseum Mainz sind nach Ansicht des Landesbehindertenbeauftragten von Rheinland-Pfalz, der an der Eröffnung teilgenommen hatte, ein gutes Beispiel, wie es gelingen kann, kulturelle Angebote barrierefrei zu gestalten. "Wenn das in einem denkmalgeschützten Gebäude wie im Landesmuseum in Mainz klappt, dürfte es wohl fast überall möglich sein, eine gleichberechtigte Nutzung für behinderte Menschen zu ermöglichen. Man muss es nur wollen", so Ottmar Miles-Paul.

Nächsten Sonntag findet im Museum ein Tag der offenen Tür statt, bei dem das Museum kostenlos besichtigt werden kann. moh