Kinderwagen, Gipsbein, Rollstuhl - Bahn darauf eingestellt
Veröffentlicht am von Kobinet
Frankfurt am Main (kobinet) Ein zweites Programm der Deutschen Bahn für barrierefreie Reisen soll das Programm vom Juni 2005 überholen. Ein Entwurf liegt vor und wird derzeit in einer Programmbegleitenden Arbeitsgruppe diskutiert, erfuhr jetzt kobinet auf Anfrage.
Ellen Engel, Leiterin der Kontaktstelle für Behindertenangelegenheiten, geht davon aus, dass voraussichtlich im Herbst 2010 das Programm der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann. Das Programm der Deutschen Bahn zum barrierefreien Reisen wurde im vergangenen Jahr komplett überarbeitet, damit ursprünglich am 1.1.10 ein völlig neues Programm auf aktuelle Herausforderungen reagieren kann.
Alle neu zu beschaffenden Fahrzeuge im Fernverkehr (u. a. Nachfolgefahrzeuge IC-Verkehr, ICE) werden über eine fahrzeuggebundene Einstiegshilfe verfügen. Ebenso sollen weitere Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit (u. a. optisch und akustische Fahrgastinformationen, Erweiterung der taktilen Gestaltung von Bedienelementen und Hinweisen im Zug) umgesetzt werden. Die neuen Züge im Hochgeschwindigkeitsverkehr, die aktuell in der Beschaffung sind und innerhalb Europas verkehren werden, verfügen nach Auskunft von Ellen Engel über eine fahrzeuggebundene Einstiegshilfe. Auch die Nachfolgefahrzeuge der heutigen Intercity-Züge, die ab Dezember 2014 in Betrieb genommen werden sollen, sind damit ausgerüstet.
Auch im Regionalverkehr wird die Fahrzeugflotte mit hohem Investitionsaufwand modernisiert. Die Situation für Reisende, die auf die Nutzung eines Rollstuhles angewiesen sind, soll sich mit dem Einsatz neuer Fahrzeuge nicht verschlechtern, sondern eher verbessern. Die Komfortmerkmale, die Sicherheits- und Servicequalität liegen über dem bisher üblichen Niveau. Weder bisher noch nach Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuge werden fünf Rollstuhlstellplätze mit allen erforderlichen Komfortmerkmalen angeboten, so Ellen Engel. Die Beförderung ist bei entsprechenden Platzverhältnissen gleichwohl möglich. Die Züge erfüllen bezüglich der Barrierefreiheit alle relevanten EU-Normen und die Anforderungen des Aufgabenträgers in den Verdingungsunterlagen der Ausschreibung. sch
Engel
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