Netzwerk Inclusion in Treptow-Köpenick gegründet
Veröffentlicht am von Kobinet
Von Gabriele Rühling
Berlin (kobinet) Heim- und Einrichtungsträger, Vereine und Selbsthilfegruppen, die selbst von Behinderungen betroffen sind oder für behinderte Menschen Dienstleistungen erbringen sowie die Bundestagsabgeordnete Sylvia Schmidt (SPD) und Vertreter/innen des Bezirksamtes haben kürzlich das Netzwerk Inclusion gegründet das erste in Berlin!
Was bedeutet Inclusion und was bringt Inclusion für behinderte Menschen und für die Gesellschaft?
Behinderte Kinder gehen immer noch überwiegend in Sonderschulen, sie lernen vielfach Berufe in besonderen Berufsbildungswerken oder sie gehen in geschützte Werkstätten für behinderte Menschen, sie leben vielfach in Heimen. Alle diese Einrichtungen leisten anerkannt gute Arbeit bei der Betreuung behinderter Personen.
Aber diese Menschen sind auch Teil der Gesellschaft, sie leben mittendrin und doch separat. Die Aufnahme schwerbehinderter Kinder in eine Regelklasse ist immer noch nicht Normalität, obwohl der Bezirk viel in den barrierefreien Umbau von Schulen investiert, bis auf wenige Ausnahmen beschäftigen Unternehmen nicht die notwendige Anzahl an schwerbehinderten Mitarbeiter/innen und zahlen lieber die dann fälligen Abgabe .
Die Gesellschaft wir alle müssen lernen, uns so zu akzeptieren, wie wir sind. Manche Menschen benötigen mehr Hilfe und Unterstützung als andere, manche sehen anders aus, bewegen sich anders, werden anders wahrgenommen. Aber sie und wir alle sind ein Teil dieses Gemeinwesens.
Deutschland hat die UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen unterzeichnet, hat damit begründet, dass alle Menschen darauf Anspruch haben gemeinsam zu leben, zu lernen, zu arbeiten und zu altern, am Leben der Gemeinschaft teilzuhaben, wenn sie dies möchten.
Treptow-Köpenick geht einen mutigen Schritt und will beginnen, diese Aufgabe anzupacken. Was wir brauchen, ist Barrierefreiheit nicht nur auf den Straßen und in den Verkehrsmitteln und Gebäuden sondern vor allem auch in den Köpfen.
Nachbarschaftliches Engagement ist gefragt, sich öffnen für neue Wege, Hilfen gewähren, wo Hilfe nötig ist. Leistung anerkennen, auch wenn die nicht der allgemeinen Norm entspricht. Eine Gemeinschaft, die Ausgrenzung ablehnt, die sich öffnet für all inclusive. Es tut sich was Treptow-Köpenick startet! sch
(Gabriele Rühling ist Beauftragte für Menschen mit Behinderung im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick)
Rühling (Foto: Privat)
Die Kooperation Behinderter im Internet e.V. (kobinet)
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