Barrierefreie Schnuppertour durch Oppenheim am Rhein

Veröffentlicht am von Kobinet

Bild von der Tour in Oppenheim
Bild von der Tour in Oppenheim © Kobinet

Oppenheim (kobinet) Joachim da Silva von JVS Events bietet eine barrierefreie Tour durch das mittelalterliche Städtchen Oppenheim am Rhein an. Corina Zolle als Rollifahrerin und Hubert Bernhard als Sehbehinderter haben sich die Tour näher angesehen. moh

Bericht von Corina Zolle und Hubert Bernhard

Oppenheim liegt am Hügel und damit geht es während des Rundgangs hoch und runter. Der Stadtkern hat seinen Charakter einer kleinen mittelalterlichen Stadt erhalten, d.h. es gibt enge Gassen und viel Kopfsteinpflaster.

Das Zentrum verfügt nur über wenige Behindertenparkplätze, dafür bestehen gute Parkmöglichkeiten in ummittelbarer Nähe. Sehr lobenswert die evangelische Gemeinde zu der die bekannte Katharinenkirche gehört, die direkt an der Kirche zwei Behindertenparkplätze für Besucher eingerichtet hat. Auch der Weg vom Parkplatz zur Kirche ist gut befahrbar. Darüber hinaus gibt es eine Behindertentoilette, die mit Euroschlüssel genutzt werden kann.

Die Tour begann am deutschen Weinbaumuseum. Das Außengelände mit alten Traktoren und Lesemaschinen ist sehenswert für den, der sich dafür interessiert. Allerdings war sie nur über eine grobe Splittschicht und Schräge für Rollifahrer eher schwierig zu erreichen. Über eine Rampe ist das Erdgeschoss des Museumsgebäudes zu erreichen. Diese muss allerdings noch angepasst werden. Mittels Videos in jedem Raum kann sich der Besucher die Arbeit im Weinberg früher und heute vom Rebschnitt bis zum fertigen Wein erläutern lassen mit den entsprechenden Gerätschaften direkt vorm Auge. In einer kleinen Cafeteria kann man ausruhen oder auf die warten, die in den ersten Stock gegangen sind, denn der ist leider nur für Fußgänger erreichbar.

Danach ging es zum Weingut Dahlem, wo wir eine kleine Kellerbesichtigung und Weinprobe hatten. Der Keller war gut über eine Rampe zu erreichen. Früher wurden hier Fässer hoch bzw. runtergerollt, weshalb sowohl Beschaffenheit wie auch Steigung für Rollifahrer gut geeignet ist. Darüber hinaus ist derzeit eine Behindertentoilette im Bau. Frau Dahlem erläuterte uns die Geheimnisse des Weins so lebendig, dass dieser Besuch einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Von hier ging es in den "Untergrund". Der Weg dorthin war allerdings wegen des Kopfsteinpflasters sehr beschwerlich. Der Denkmalschutz setzt laut Herrn da Silva sehr enge Grenzen für jede Änderung. In der Gaststätte Völker gibt es den einzigen Zugang zum Untergrund für Rollstuhlfahrer mittels Aufzug. Im einen der Räume im Keller gibt es Platz für bis zu 100 Personen in dem regelmäßig das Theaterstück "Dinner for One auf Roihessisch" gespielt wird.

Abschließend besuchten wir die schon erwähnte Katharinenkirche. Ein sehr beeindruckendes Bauwerk mit sehenswerten Glasfenstern wie der berühmten Oppenheimer Rose. Auch finden hier regelmäßig Konzerte statt. Für einen Gasstättenbesuch hatten wir dann leider keine Zeit mehr. Diesen werden wir aber sicher nachholen. Denn Oppenheim ist ein Besuch wert auch wenn es für Rollstuhlfahrer gelegentlich ein Abenteuer sein kann.