Kirchen barrierefreier und inklusiver gestalten
Veröffentlicht am von Kobinet
Speyer (kobinet) Bei einer Besichtigung der Gedächniskirche in Speyer wurde deutlich, wie denkmalgeschützte Gebäude barrierefreier gestaltet werden können und die Inklusion in den Kirchen verbessert werden kann.
Wer kennt es nicht: Viele Kirchen sind am Berg gebaut oder nur über viele Stufen erreichbar, für hörbehinderte Menschen ist die Akustik oft gräßlich und ein Gesangbuch für blinde oder sehbehinderte Menschen ist schon eine Seltenheit. Diesen Mißständen will die Evangelische Kirche der Pfalz entgegenwirken und hat in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe behinderter Menschen und dem rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten eine Selbstverpflichtung zur barrierefreien Gestaltung von kirchlichen Angeboten und Einrichtungen beschlossen. Am Freitag fand das erste Treffen statt, um die Gedächniskirche in Speyer zu besichtigen und Ideen für die weitere Umsetzung der Selbstverpflichtung zu sammeln. Neben den Behindertenseelsorgern und Vertretern der Selbsthilfe war auch Oberkirchenrat Sutter und der Landesbehindertenbeauftragte Ottmar Miles-Paul zu diesem Treffen gekommen.
Bei der Besichtigung wurde deutlich, dass es sehr wohl Lösungen gibt, die sowohl dem Denkmalschutz gerecht werden, als auch den Zugang zu kirchlichen Angeboten ermöglicht. Mittels einer eingefügten Rampe wurde in Speyer dieses Ziel erreicht. Innerhalb der Kirche gibt es eine Induktionsanlage, so dass auch hörbehinderte Kirchenbesucher dem Gottesdienst gleichberechtigt folgen können. Für Pfarrer Thomas Jakubowski, der die Umsetzung der Selbstverpflichtung koordiniert, ist das aber erst ein Anfang. Er hat noch viele Ideen, wie zum Beispiel ein barrierefreies Gesangbuch und Gottesdienste in leichter Sprache.
Anna Schädler von der rheinland-pfälzischen Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe zeigte sich erfreut darüber, dass in der Evangelischen Kirche der Pfalz ein aktiver Prozess zur barrierefreien Gestaltung der Kirchen begonnen wurde. Für Ottmar Miles-Paul stellt dies einen wichtigen Schritt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention dar. "Die Evangelische Kirche der Pfalz ist ein guter Partner zur Umsetzung der Konvention, dem hoffentlich noch viele weitere folgen. Denn gerade in kirchlichen Einrichtungen finden viele Begegnungen statt und gibt es viele Chancen für ein inklusives Zusammenkommen. Ich hoffe, dass diesem guten Beispiel viele weitere folgen werden und es zukünftig normal sein wird, barrierefrei und gleichberechtigt an kirchlichen Veranstaltungen teilnehmen zu können", so der rheinland-pfälzische Landesbehindertenbeauftragte. cm
Link zur Selbstverpflichtung der Evangelischen Kirche der Pfalz
Die Kooperation Behinderter im Internet e.V. (kobinet)
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