Menschen mit Behinderung brauchen mehr barrierefreie TV-Angebote
Veröffentlicht am von Kobinet
Berlin (kobinet) Die behindertenpolitischen Sprecherinnen von CDU/CSU und FDP im Deutschen Bundestag haben heute an die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten sowie an die Geschäftsführer der privaten Fernsehanbieter appelliert, deutlich mehr Medienangebote für Menschen mit Behinderung zu schaffen. In einer gemeinsame Pressemitteilung zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung kritisierten Maria Michalk und Gabriele Molitor, das aktuelle Fernsehprogramm biete für Blinde, Sehbehinderte oder Gehörlose zu wenig barrierefreie Formate.
Es gibt den Tatort mit Untertiteln, Phoenix strahlt die Tagesschau mit Gebärdendolmetschern aus und manche Spielfilme laufen mit Audiodeskription. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil des vielfältigen Sendeangebots. Von Ratgebersendungen, Magazinen, Talkshows oder großen Live-Shows sind Blinde oder gehörlose Menschen ausgeschlossen, so die Politikerinnen.
Der Rundfunkstaatsvertrag beauftragt die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, Angebote zu machen, die der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung dienen. Im Grundgesetz steht, dass jeder das Recht hat, sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention und dem damit anerkannten Recht auf kulturelle Beteiligung von Menschen mit Behinderung, wurde dieser Anspruch noch einmal präzisiert und untermauert. Der Zugang zur barrierefreien Fernsehrprogrammen und Filmen wird hier explizit genannt. Diese Grundversorgung muss endlich auch Menschen mit Behinderung umfassend zur Verfügung stehen, wird in der Pressemitteilung betont.
Wenn die Rundfunkkommission der Länder entscheidet, dass jeder Haushalt ab 2013 eine monatliche Gebühr von maximal 18 Euro zahlen muss, werde es keine Ausnahmeregelung für Menschen mit Behinderung geben. Deshalb wird es höchste Zeit, auch entsprechend barrierefreie Angebote für diese Zuschauergruppe zu schaffen, erklärten Michalk und Molitor. Gleichzeitig sind auch die privaten Sender aufgefordert, Menschen mit Behinderung als relevante Zuschauergruppe anzuerkennen. Es ist schwer nachvollziehbar, warum dieses Kundenpotenzial bisher so wenig berücksichtigt und anerkannt wird. sch
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