Erfolg eines Quotenkutters bei Potsdamer Wasserspielen
Veröffentlicht am von Kobinet
Von Nina Waskowski
Potsdam (kobinet) Was aber war nun der große Erfolg der eines Bootes, in dem erstmals Menschen mit und ohne Behinderungen bei den 15. Potsdamer Wasserspielen dabei waren? Der Quotenkutter hat die Startlinie gefunden, ist nicht im Kreis und auch nicht in die falsche Richtung gefahren, er ist nicht gekentert und hat das Ziel nicht einmal eine halbe Bootslänge hinter dem Sieger erreicht.
Das Ganze übrigens mit nur einem vorhergehenden Training mit nur halber Mannschaft, einem Grad der Behinderung von sage und schreibe 400% und außerordentlich schlechten Witterungsbedingungen in Form von teilweisem Starkregen.
Jeder Außenstehende, der sich einmal mit der Zusammensetzung des Quotenkutter-Teams genauer befasst hätte, wäre schnell zu der Vermutung gekommen, dass dieses Boot sicher nicht einmal die Startlinie erreicht. Es wäre naheliegend gewesen, dass sich das Team entweder auf dem Weg dorthin in handfeste behindertenpolitische Diskussionen verwickelt und darüber das Paddeln vergisst oder man sich bis dahin bereits gegenseitig über Bord gehen lässt. Das Team bestand nämlich nicht nur aus den Behindertenbeauftragten des Landes Brandenburg und der Stadt Potsdam, sondern auch aus Politikern verschiedenster Fraktionen und Selbstvertretern der Behindertenbewegung.
Sie alle bewiesen aber mit ihrem Einsatz deutlich, dass man quasi auch auf engstem Raum sehr gut miteinander auskommen und sogar kämpfen kann, wenn man ein gemeinsames Ziel vor Augen hat. Direkt im Konkurrenzboot paddelte fleißig der Oberbürgermeister Potsdams, Jann Jakobs, der sich somit unmittelbar von dieser guten Zusammenarbeit überzeugen konnte.
Entscheidend für diese sportliche Leistung war nicht zuletzt auch der Einsatz des Fanblocks, der trotz Starkregens tapfer durchhielt und bereits bei Fahrtantritt die Kommandos der Startleitung lauthals übertönte. Es war eindeutig zu verzeichnen, dass der Quotenkutter ganz besondere Fans hat.
Dieses Jahr reichte es gegen 6 Konkurrenten, die übrigens mit Topsportler an Bord nachhalfen, nur für den letzten Platz. Aber das Team hat sich fest vorgenommen, für das nächste Jahr fleißig und diesmal in voller Besatzung zu trainieren und dann mindestens den Vorletzten zu machen. Auch den Fanblock wird man bis dahin zu einem wahren Rollkommando ausbauen.
Dieses Jahr war es zunächst einmal Ziel, Politiker, Beauftragte und Betroffene in ein Boot für eine gemeinsame Sache antreten zu lassen und dem Publikum nicht nur zu zeigen, dass es sie gibt, sondern sie sogar ohne Training und ohne Topsportler sehr gut mithalten können. Vor allem aber war es Ziel, Spaß an der Sache zu haben und den hatte das Quotenkutter-Team unbestritten - trotz des Regens! sch
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