140 Filme, aber kein Klo: beim Fliegen diskriminiert

Veröffentlicht am von Kobinet

Porträtfoto  Sigrid Arnade
Porträtfoto Sigrid Arnade © Rolf Barthel

Sydney (kobinet) Ein Flugzeug zu benutzen, ist für Menschen mit Behinderungen nach wie vor mit erheblichen Diskriminierungen verbunden. Die Situation wird eher schlechter als besser, musste Dr. Sigrid Arnade in diesen Tagen auf ihrem Flug mit Singapore Airlines in den Urlaub nach Australien feststellen.

Die Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland ISL berichtete kobinet, dass Singapore Airlines in der Vergangenheit die einzige Airline gewesen sei, bei der man mit Bordrollstuhl wenigstens eine Toilettenkabine pro Maschine benutzen konnte. Also buchte Arnade guter Dinge wieder einen Flug mit dieser Fluggesellschaft, um dann erschrocken festzustellen, dass in einen neueren Flugzeugtyp ausschließlich zu enge Toiletten eingebaut wurden.

Um Gleichberechtigung zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen zu gewährleisten, sollten Flugzeuge doch gleich ganz ohne Toiletten gebaut werden, schlägt Arnade deshalb vor. Dann hätten alle die gleichen Probleme. Es ist jedenfalls diskriminierend und entwürdigend, wenn ich mit meinem Mann vor den Augen der anderen Passagiere eine viel zu enge Toilette benutzen muss und die Tür nicht richtig schließen kann, ärgert sich Arnade.

Sie könne nicht verstehen, was sich die Verantwortlichen dabei denken, einen guten Service zurückzunehmen, vor allem, da sonst jeder Schnick-Schnack eingebaut werde. So könnten die Fluggäste individuell zwischen 140 Filmen, 170 TV-Programmen, 780 CDs und vielen Videospielen wählen.

Vielleicht wollte man den anderen Passagieren auf dem eintönigen 12-stündigen Flug von Europa nach Singapur etwas Abwechslung bieten, mutmaßt die Geschädigte. Dann erwarten mein Mann und ich aber eine entsprechende Gage für diese Zirkusnummmer! sch
 
Arnade