Scharfe Kritik an Förderung von Verkaufsseminaren

Veröffentlicht am von Kobinet

Daumen runter
Daumen runter © Kobinet

Hannover (kobinet) Dass die Bundesregierung Seminare für den Verkauf nach Ansicht des Sozialverbands Deutschland (SoVD) medizinisch sinnloser Behandlungen fördert, ist für den Verband "ein Hammer". Daher kritisiert der SoVD die geförderten Verkaufsseminare für IGeL-Leistungen scharf.

"Wir schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, dass tatsächlich Seminare für den Verkauf so genannter IGeL-Leistungen finanziell vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert werden. Das ist ein Hammer", erklärte Adolf Bauer, Vorsitzender des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Niedersachsen. Er formuliert deutliche Kritik an der jetzt bekannt gewordenen Praxis der Bundesregierung, im Rahmen von Existenzgründer-Maßnahmen auch Seminare zu fördern, bei denen die Akquise medizinisch sinnloser Behandlungen trainiert wird. "Bei allem Verständnis für die Interessen von Existenzgründern: Solche Beratungen müssen von der Förderung sofort ausgeschlossen werden", so Adolf Bauer. Ärzte, die IGeL-Leistungen verkaufen, legten den hippokratischen Eid allzu weit aus. Eine solche Aufklärung zerstöre das Arzt-Patient-Verhältnis.

Der SoVD rät allen Patienten: Nichts unterschreiben. Fragen Sie immer nach: "Muss das sein? Ist das medizinisch erforderlich? Gibt es Alternativen?" Im Zweifelsfall stünden die Berater der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) unter der Rufnummer 0800-0117722 für eine wirklich unabhängige Beratung zur Verfügung. moh