Lebenshilfe Österreich: Breite Debatte über vorgeburtliche Untersuchungsmethoden

Veröffentlicht am von Kobinet

Foto zeigt Germain Weber
Foto zeigt Germain Weber © Kobinet

Wien (kobinet) Die Lebenshilfe Österreich fordert in einer Stellungnahme zum Blut-Gentest eine breit angelegte Debatte über vorgeburtliche Untersuchungsmethoden, berichtet BIZEPS-INFO. Es gehe dabei um die Kernfrage, wie die Gesellschaft zu einem Leben mit Beeinträchtigung und zur vollen gesellschaftlichen Teilhabe behinderter Menschen steht. Deren Präsident Germain Weber forderte, die Solidarität gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen zu stärken.

"Mit dem Blut-Gentest soll festgestellt werden, ob ein Kind mit Down-Syndrom auf die Welt kommt. Die Problemstellung dazu ist vielfältig: Erstens sind Beeinträchtigungen in der Regel nicht durch Untersuchungen vermeidbar. Das ist ein Mythos! Beim Down-Syndrom sind nur etwa 2 Prozent der Fälle erblich bedingt. In den allermeisten Fällen entstehen Beeinträchtigungen durch den freien Prozess der Chromosomenzusammensetzung, durch den Geburtsvorgang oder in der Zeit nach der Geburt. Das zweite Grundproblem ist die Aussage des Gentests, nämlich dass ein Leben mit Down-Syndrom oder mit Behinderung generell in der Gesellschaft möglicherweise nicht erwünscht ist, da es einen medizinischen Mangel darstellt. Die Annahme über behinderungsbedingte Kosten kann ebenfalls eine Rolle spielen. Dies sollte in einer breiten öffentlichen Diskussion diskutiert werden. Dagegen stellen wir fest, dass das Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen sehr wohl erfüllt und sinnvoll sein kann - wie das aller anderen Menschen auch", fasst Weber die Hauptkritikpunkte der Lebenshilfe Österreich an dem umstrittenen Test zusammen. sch