Unterstützung bei Kommunikation für Familien mit gehörlosen Eltern

Veröffentlicht am von Kobinet

Gebärdensprachalphabet
Gebärdensprachalphabet © Kobinet

Stuttgart (kobinet) Lehrer, Therapeuten und Behördenmitarbeiter, die mit Familien mit gehörlosen Eltern zu tun haben, können sich in Zukunft Unterstützung beim Badischen Wohlfahrtsverband für Hörgeschädigte (BWH) holen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BWH bieten sich als Dolmetscher für die Gebärdensprache an und helfen dadurch, Kommunikationshürden abzubauen.

Zudem kennen sie die spezielle Lebenssituation der Familien und helfen, damit einhergehende Herausforderungen zu erkennen. Um auf dieses Angebot aufmerksam zu machen, haben das Sozialministerium und das Kultusministerium in Baden-Württemberg gemeinsam mit dem BWH einen Flyer mit allen notwendigen Informationen herausgegeben.

Gehörlose Eltern haben nach Informationen der baden-württembergischen Sozialministerin Katrin Altpeter zu 90 Prozent hörende Kinder. In den Familien sind dann sowohl Gebärdensprache und Gehörlosenkultur als auch Lautsprache und Kultur der Hörenden präsent. Daraus ergeben sich für die Familienmitglieder ganz eigene Herausforderungen. Die so genannten "Koda-Kinder" (Kids of Deaf Adults) müssen ihre Identität im Spannungsfeld zwischen gehörloser und hörender Lebenswelt finden. Als Dolmetscher und Kommunikationsassistenten ihrer Eltern übernehmen sie oft früh Verantwortung. Das kann bei ihnen zu Überforderung führen. Aber auch für gehörlose Eltern bedeutet die Erziehung hörender Kinder eine besondere Herausforderung. Aufgrund ihrer besonderen Kommunikationssituation sind sie zudem von anderen Bildungs-und Beratungsangeboten für Eltern weitgehend ausgeschlossen, heißt es in der Presseinformation der Sozialministerin. Der Flyer richtet sich auch an Familien, in denen die Eltern gehörlos sind und die Kinder hören können. moh

Link zu weiteren Infos und zum Flyer