Behinderte Frauen fordern mehr Einbeziehung

Veröffentlicht am von Kobinet

Bild von Rita Schroll
Bild von Rita Schroll © Kobinet

Kassel (kobinet) Anlässlich des Internationalen Frauentages fordert die Leiterin des Hessischen Koordinationsbüros für behinderte Frauen, Rita Schroll, die stärkere Einbeziehung der Interessenvertretungen von Frauen mit Behinderung bei politischen Entscheidungen in Hessen. Als Beispiele für die Notwendigkeit der konsequenten Einbeziehung der Interessenvertretung von Frauen mit Behinderung nennt Schroll die Pläne für die Umstrukturierung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV), sowie die Umsetzung des Hessischen Behinderten-Gleichstellungsgesetzes. «Frauen mit Behinderung sind - trotz der Aufnahme eines Antidiskriminierungsverbotes in den Artikel 3 des Grundgesetzes und trotz der Schaffung eines Gleichstellungsgesetzes für behinderte Menschen - die Gruppe, die nach wie vor im Vergleich zu Frauen und Männern ohne Behinderung, aber auch im Vergleich zu Männern mit Behinderung am stärksten benachteiligt ist. So liegt zum Beispiel der Anteil der arbeitssuchenden behinderten Frauen wesentlich höher, als der Anteil der arbeitssuchenden behinderten Männer», sagt Schroll. Auch Hartz IV wirkt sich besonders nachteilhaft auf Frauen mit Behinderung aus. So wird das Einkommen der Partner bei der Errechnung des Anspruches miteinbezogen. «Da Frauen mit Behinderung meist diejenigen sind, die keine Arbeit finden, wird so die Abhängigkeit der Frauen von ihrem Partner verstärkt und dadurch die autonome Lebensweise von Frauen mit Behinderung erschwert», führt Schroll weiter aus. Dies seien nur ein paar Beispiele der besonderen Benachteiligungen von Frauen mit Behinderung. Zur Verbesserung der Lebenssituation der in Hessen lebenden 300.000 Frauen mit Behinderung wurde 1993 vom Land Hessen das Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen eingerichtet. Träger und Mitfinanzier dieser Einrichtung ist der Verein zur Förderung der Autonomie Behinderte - fab e. V. - in Kassel. omp