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Nicht neutral! Haltung zeigen und Inklusion verteidigen: bifos-Tagung passt zur aktuellen Situation

Tagungsplakat des bifos
Tagungsplakat des bifos
Foto: bifos

Kassel (kobinet)

Der Schock sitzt bei vielen, so auch bei behinderten Menschen, nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt tief. Um damit umzugehen und nach Handlungsmöglichkeiten zu suchen, könnte die Tagung des Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) und des Projekt „Aktiv Teilhabe gestalten“ des Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) am 16. und 17. Oktober 2026 in Kassel interessant sein. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Nicht neutral! Haltung zeigen und Inklusion verteidigen“. „Wir erleben derzeit, wie ausgrenzende, ableistische und rechte Einstellungen wieder stärker werden. In politischen Debatten und gesellschaftlichen Diskussionen geraten Teilhabe, Selbstbestimmung und Rechte zunehmend unter Druck. Viele Aktivist*innen und Selbstvertreter*innen berichten außerdem von Anfeindungen im Alltag, in sozialen Medien oder bei öffentlichen Events. Mit unserer zweitägigen Veranstaltung wollen wir Raum schaffen, um über diese Entwicklungen ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam wollen wir Erfahrungen austauschen, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen einordnen und darüber diskutieren, wie wir uns gegenseitig stärken und solidarisch handeln können“, heißt es in der Ankündigung der bundesweiten Veranstaltung, für die die Anmeldung noch möglich ist.

individuell angepasster John Deere eröffnet Paul den Weg in den elterlichen Betrieb

Im Hintergrund ein grüner Traktor mit großen gelben Rädern . Davon ein junger Mann in einem Rollstuhl
Mit dem Traktor kann der 15-Jährige künftig den Führerschein der Klasse T absolvieren und im Familienbetrieb mitarbeiten
Foto: Paravan

PFONSTETTEN-AICHELAU (kobinet)

Wochenlang hatte Paul diesem Tag entgegengefiebert. Schon bei seiner Ankunft im Paravan Mobilitätspark Aichelau wurde deutlich, wie groß seine Leidenschaft für John Deere ist: Die Räder seines Rollstuhls zieren Motive der grünen Traktoren, selbst seine Orthesen tragen das typische John-Deere-Design. Als der 15-Jährige schließlich den Schlüssel für seinen individuell angepassten Traktor entgegennimmt, erfüllt sich für ihn und seine Familie ein lang gehegter Traum. Für Paul ist der John Deere weit mehr als eine Arbeitsmaschine – er eröffnet ihm die Möglichkeit, den Traktorführerschein der Klasse „T“ auf seiner eigenen Maschine zu absolvieren und künftig im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern die Mitarbeiter zu unterstützen. Künftig wird Paul im Milchviehbetrieb seiner Eltern eigene Aufgaben übernehmen und mit dem Traktor selbstständig zu den Feldern fahren.

Wenn des nachts der Aufzug nicht funktioniert: Bahnsteigbesetzung am Hamburger Hauptbahnhof

Bild von der Protestaktion am Hamburger Hauptbahnhof am 1./2.9.2026
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Foto: Anti-ableistische Aktion Nord

Hamburg (kobinet)

„‚Ich will, dass Barrierefreiheit zur Priorität wird‘, begründet Lecomte die Besetzung des Bahnsteigs. ‚Es ist nicht nur nice to have, sondern verpflichtend, dass die Bahn Redundanzen schafft.‘ Konkret fordert Lecomte unter anderem mindestens zwei barrierefreie Zugänge für jeden Bahnsteig. Außerdem sollen defekte Aufzüge schneller als in sechs Monaten repariert werden. ‚In der Zeit könnte ich ein Haus bauen‘, sagt sie.“ So heißt es in einem Bericht der Tageszeitung taz vom 6. September 2026 über die Besetzungsaktion von vergangenem Dienstag am Hamburger Hauptbahnhof. Um 23.10 Uhr fuhr die Regionalbahn aus Uelzen am Gleis 13 ein, es war einer der letzten Züge an diesem Abend. 15 Ak­ti­vis­t:in­nen der Gruppen „Robin Wood“ und „Anti-ableistische Aktion Nord“ stiegen aus. Sie halfen den Rollstuhlnutzer*innen Cécile Lecomte und Joni* aus dem Zug, doch der Aufzug am Gleis war kaputt – und dies seit Juni 2026. So führten die Aktivist*innen eine Besetzung des Gleises durch und protestierten gegen die Deutsche Bahn.

Link zum taz-Bericht vom 6. September 2026

Nach Parlamentsferien: Bundestag berät Haushalt 2027

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Foto: Unbekannt

Berlin (kobinet)

Nach den Parlamentsferien geht es ab heute, 8. September 2026, mit der Arbeit im Deutschen Bundestag wieder richtig los. Auf dem Programm steht die viertägige Beratung des Bundeshaushalts 2027. Die Haushaltsberatungen sind deshalb von entscheidender Bedeutung, weil hiermit der finanzielle Rahmen für das Handeln der Bundesregierung abgesteckt wird und entscheidende Richtungsstellungen erfolgen. Am 10. September wird voraussichtlich ab 17:50 Uhr der Haushaltsplan des Bundesgesundheitsministerium und am 11. September ab 9:00 Uhr der Haushalt des Bundesministerium für Arbeit und Soziales debattiert. Aber auch die Haushaltsdebatten zu den anderen Ressorts können für behinderte Menschen hochinteressant sein. Die Debatten werden auf www.bundestag.de live im Internet übertragen.

Link zur Tagesordnung des Deutschen Bundestages zur Haushaltsberatung, die sich zeitlich noch verschieben kann

behindert und verrückt feiern Pride Parade in Berlin am 19. September 2026 unter dem Motto selbstbestimmt und laut

Pride Parade am 13.7.2024 in Berlin
Pride Parade am 13.7.2024 in Berlin
Foto: Bündnis Pride Parade

Berlin (kobinet)

Am 19. September 2026 findet die „behindert und verrückt feiern“ Pride Parade in Berlin statt. Ab 15:00 Uhr werden behinderte Menschen, Menschen mit und ohne psychiatrische Diagnosen sowie ihre Unterstützer*innen auf die Straße gehen. „Mit dem diesjährigen Motto ’selbstbestimmt und laut!‘ werden wir uns selbstbewusst so zeigen, wie wir sind, und gegen Diskriminierung demonstrieren“, heißt es in der Ankündigung des Veranstaltungsteams. Die Pride Parade startet am 19. September um 15:00 Uhr an der Hasenheide / Ecke Jahnstraße. Dann tanzt, rollt und humpelt der Zug mit einem kleinen Schlenker über den Rio-Reiser-Platz zum Endpunkt am Café Südblock, Kottbusser Tor. Dort gibt es ab ca. 17:30 / 18:00 Uhr die Schlusskundgebung mit einem Bühnenprogramm.

Erfahrungsaustausch, Netzwerken und Inspiration auf dem 19. MAIK Kongress im Oktober 2026

Logo des MAIK Kongress
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Foto: MAIK

München (kobinet)

Am 23. und 24. Oktober 2026 findet in München der 19. MAIK Kongress (hervorgegangen aus dem Münchner Außerklinischer Intensiv Kongress) statt, dessen Thema die außerklinische Intensivversorgung unter den verschiedensten Blickwinkeln ist. Denn diese spezifische Versorgungsform für rund 30.000 Menschen unterschiedlichen Alters wird von vielen Berufsgruppen getragen. Deren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Medizin, Pflege, Therapie unterschiedlicher Fachrichtung, Hilfsmittelversorgung, Krankenkassen, des Medizinischen Dienstes tauschen sich auf dem Kongress zwei Tage lang miteinander aus. Im Zentrum stehen die Menschen mit Bedarf an außerklinischer Intensivversorgung, die den Kongress aktiv mitgestalten. Genannt seien Dinah Radtke, Anika Zinken, Josephine Otto, Benjamin Bechtle, Amelie und Henriette Cartolano, Matthias Küffner, Michael Mehringer sowie eine Selbsthilfegruppe Tracheostoma. Auch pflegende Angehörige kommen zu Wort und es gibt Formate zu sozialrechtlichen Fragen sowohl in der häuslichen Versorgung als auch der Versorgung von Kindern und jungen Menschen, heißt es in der Ankündigung für den Kongress.

Wer am Sozialen spart, schwächt das Rückgrat unserer Demokratie

Geldscheine
Geldscheine
Foto: Gerhard Bartz

BERLIN (kobinet)

Die im Sozialstaatsbündnis zusammengeschlossenen Organisationen appellieren anlässlich der Haushaltswoche im Deutschen Bundestag, zentrale sozialpolitische Aufgaben im Bundeshaushalt für 2027 auskömmlich zu finanzieren. Der Sozialstaat ist ein zentraler Pfeiler des Gemeinwesens und der Demokratie. Von seinen vielfältigen Leistungen und Funktionen profitieren wir alle: Alte und Junge, Kranke und Gesunde, Arbeitslose und Beschäftigte, Menschen mit und Menschen ohne Beeinträchtigung. Er ist Garant für sozialen Frieden in einer Phase tiefgreifender Veränderungen und Transformationen. Er schafft soziale Sicherheit in unsicheren Zeiten.

Weitere 4,8 Millionen Euro in Bayern für Bauprojekte für Menschen mit Behinderung

Wappen Bundesland   Freistaat Bayern
Wappen Bundesland Freistaat Bayern
Foto: Gemeinfrei, public domain

MÜNCHEN (kobinet)

Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales fördert zwei Bauprojekte der Isar-Würm-Lech gGmbH mit insgesamt bis zu 4,8 Millionen Euro. Davon entfallen bis zu 2,9 Millionen Euro auf die Modernisierung der Werkstätte für Menschen mit Behinderung in Landsberg und bis zu 1,9 Millionen Euro auf den Neubau einer Förderstätte in Machtfing.

BAG BBW warnt vor Folgen eines AfD-Wahlsiegs für Inklusion in Sachsen-Anhalt

Flagge Bundesland Sachsen-Anhalt
Flagge Bundesland Sachsen-Anhalt
Foto: gemeinfrei

BERLIN (kobinet)

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW) hat den Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 als Warnsignal für Menschen mit Behinderungen und die inklusive Gesellschaft bewertet. Die AfD habe Inklusion als „gescheitertes Experiment, das beendet werden muss“ bezeichnet und damit den Abbau von Teilhabe angekündigt, erklärte Tobias Schmidt, Vorsitzender der BAG BBW.

Ferda Ataman: Viele Menschen haben nach Sachsen-Anhalt Wahl Angst

Ferda Ataman
Ferda Ataman
Foto: Sarah Eick

Berlin (kobinet)

Nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt hat die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, Betroffene dazu aufgerufen, sich nicht einschüchtern zu lassen, Angriffe zu melden und bei Diskriminierungen Hilfe zu holen. „Für viele Menschen ist dieses Ergebnis ein Schock. Sie haben Angst – vor allem Menschen mit Behinderungen, Migranten und ihre Nachkommen, queere Menschen sowie jüdische und muslimische Menschen. Sie fürchten, dass sich die Stimmungsmache gegen Minderheiten und Andersdenkende nach der Wahl in Diskriminierungen oder handfester Gewalt entlädt. Geben Sie aufeinander acht und holen Sie sich Hilfe bei Antidiskriminierungsstellen, wenn Sie im Job oder bei Alltagsgeschäften benachteiligt werden. Der demokratische Rechtsstaat steht an Ihrer Seite“, betonte Ferda Ataman. Sie bietet den örtlichen Antidiskriminierungsstellen Hilfe bei der Beratung an, zum Beispiel bei der Beratung Betroffener zu Diskriminierungen im Alltag.

SoVD Niedersachsen fordert bessere Versorgung für Menschen mit FASD

Logo Sozialverband Deutschland
sovd
Foto: Sozialverband Deutschland

Hannover (kobinet)

Anlässlich des „Internationalen FASD-Tags“ am 9. September 2026 fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen eine bessere Versorgung und mehr Beratungsangebote für Menschen mit Fetalen Alkoholspektrum-Störungen (FASD). In Deutschland leben etwa 800.000 Betroffene, davon rund 130.000 Kinder. Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann zu irreversiblen Schädigungen des zentralen Nervensystems, des Gehirns und zu körperlichen Einschränkungen beim Kind führen.

Katrin Gensecke hat Wiedereinzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt geschafft

Wahlfoto von Katrin Gensecke
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Foto: SPD Sachsen-Anhalt

Magdeburg (kobinet)

Für Katrin Gensecke, die Co-Sprecherin von Selbst aktiv – behinderter Menschen in der SPD – war der Wahlabend in Sachsen-Anhalt besonders spannend. Sie hatte zuvor bei der Wahl der Kandidat*innen der SPD den Listenplatz 6 erreicht und führte einen engagierten Wahlkampf. Da acht Vertreter*innen der SPD mit dem Ergebnis von 9,3 Prozent bei einem leichten Zugewinn von 0,9 Prozent der Stimmen den Einzug in den Landtag geschafft haben, ist Kartin Gensecke auch im neuen Landtag mit dabei. Damit hat die sich der Behindertenbewegung zugehörige Sozialdemokratin nun eine zweite Wahlperiode, um auch weiterhin Themen wie Inklusion und Selbstbestimmung in den Landtag einzubringen. Die LIGA Selbstvertretung gratulierte der engagierten behinderten Frau zu diesem Erfolg, auch wenn die Selbstvertretungsorganisation nach diesem Wahlausgang mit großer Sorge auf die zukünftige Politik des Landes blickt. In den Landtagen gäbe es immer noch viel zu wenige behinderte Menschen, konstatierte die LIGA Selbstvertretung.

Link zum kobinet-Beitrag vom 31. August 2026 mit einem Hinweis auf einen Beitrag im Vorwärts zu Katrin Gensecke

Wahlauftakt mit Paukenschlag: Schwere Zeiten für Sachsen-Anhalt stehen bevor

Wappen von Sachsen-Anahlt
Sachsen-Anhalt
Foto: public domain

Magdeburg (kobinet)

Der Auftakt für die im September 2026 anstehenden Wahlen hatte es in sich. Nach der Wahl vom 6. September in Sachsen-Anhalt dürfte es schwer sein, eine Mehrheit für eine stabile Regierung zu finden. Die AfD übetraf laut dem vorläufigen Ergebnis sogar noch so manche Umfragen im Vorfeld der Wahl und geht mit 43,8 Prozent der Stimmen als Wahlsieger hervor. Sie gewann 23 Prozent hinzu. Mit großem Abstand folgt die CDU mit 17,2 und einem Verlust von 19,9 Prozent. Nah beeinander folgen dann die SPD, die Grünen und die LINKEN. Die SPD erzielte mit einem leichten Zugewinn von 0,9 Prozent 9,3 Prozent. Die Grünen erreichten dank eines Zugewinns von 3 Prozent 8,9 Prozent und die LINKEN verzeichneten einen Verlust von 2,4 8,6 Prozent. Nach einer Zitterpartie, die sich durch den Wahlabend zog, schaffte das BSW den Einzug in den Landtag mit 5,3 Prozent. Die FDP flog mit einem Verlust von 3,8 Prozent und mit einem verbleibenden Stimmenanteil von 2,6 Prozent aus dem Landtag. Mit 39 Sitzen verfehlte die AfD zwar die von ihr angestrebte absolute Mehrheit mit 39 Sitzen. Eine Regierung ohne die AfD ist jedoch nur möglich, wenn CDU, SPD, Grüne, LINKE und das BSW zusammenarbeiten, die zusammen auf 44 Sitze im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt kommen.

Link zu den Zahlen und weiteren Informationen der tagesschau

Inklusion darf nicht vom Wohnort abhängen

Symbol Paragraph
Symbol Paragraph
Foto: Kooperation Behinderter im Internet e.V./Tom Kallmeyer (Creative Commons BY-SA 4.0)

BERLIN (kobinet)

Special Olympics Deutschland (SOD) kritisiert den vorliegenden Kabinettsentwurf zum Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz (1. KJHSRG) aus dem August. Aus Sicht von SOD bleibt der Entwurf deutlich hinter den Erwartungen an eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe zurück. Insbesondere die ursprünglich vorgesehene verbindliche Zusammenführung der Zuständigkeiten für junge Menschen mit und ohne Behinderung ist im Kabinettsentwurf nicht mehr enthalten. Stattdessen soll eine Experimentierklausel Kommunen ermöglichen, eine Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe zunächst zu erproben. SOD fordert, die verbindliche inklusive Ausrichtung im weiteren parlamentarischen Verfahren wieder zu stärken.

Sozialstaatsbündnis warnt vor Kürzungen im Bundeshaushalt 2027

Logo VdK Deutschland
Logo VdK Deutschland
Foto: VdK Deutschland

Berlin (kobinet)

Anlässlich der Haushaltswoche im Deutschen Bundestag appellieren 14 im Sozialstaatsbündnis zusammengeschlossene Organisationen, zentrale sozialpolitische Aufgaben im Bundeshaushalt für 2027 auskömmlich zu finanzieren. Die geplanten Kürzungen bei Bundeszuschüssen zur Renten- und Krankenversicherung, beim Wohngeld und Elterngeld schwächten die sozialen Sicherungssysteme in unsicheren Zeiten, so die Kritik. Zudem werde Personalabbau bei der Bundesagentur für Arbeit in einer Phase steigender Arbeitslosigkeit abgelehnt. Auch mögliche Einsparungen beim Klimaschutz werden mit Sorge betrachtet, da Klimaschutz zu den Aufgaben eines vorsorgenden Sozialstaates gehöre.

Wer diskriminiert wird, sollte nicht allein kämpfen müssen

Sharepic zum Verbandsklagerecht im AGG
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Foto: Bündnis AGG Reform Jetzt!

Berlin (kobinet)

Menschen sollten nicht allein gegen Diskriminierung vor Gericht kämpfen müssen. Ein Rechtsstreit kann Zeit, Kraft und Geld kosten. Gleichzeitig betrifft Diskriminierung häufig nicht nur einzelne Personen, sondern weist auf strukturelle Probleme hin. Deshalb brauchen Antidiskriminierungsverbände und zivilgesellschaftliche Organisationen nach Ansicht des Bündnis AGG Reform Jetzt! die Möglichkeit, statt der betroffenen Person zu klagen und Diskriminierung gerichtlich feststellen zu lassen. Doch ein solches Verbandsklagerecht fehlt auch im aktuellen Reformentwurf des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), das aktuell im Bundestag beraten wird. Wenn das AGG jetzt reformiert wird, muss sich das nach Ansicht des Bündnis AGG Reform Jetzt! ändern. Deshalb hat das Bündnis eine Petition zu diesem und weiteren Kritikpunkten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das seit 18. August 2006 in Deutschland gilt, gestartet.

Link zur Petition zur AGG Reform

Der blaue Parkausweis darf nicht am Grundstücksschild enden

Christian Bayerlein mit seinem Elektrorollstuhl
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Foto: Christian Bayerlein

Koblenz (kobinet)

Wer einen blauen EU-Parkausweis besitzt, darf auf vielen öffentlichen gebührenpflichtigen Parkplätzen kostenlos parken. Auf öffentlich zugänglichen Privatparkplätzen kann diese Parkerleichterung jedoch wirkungslos sein. Christian Bayerlein aus Koblenz hat deshalb eine Zahlungsaufforderung über 57 Euro erhalten. Er fordert in seinem Kommentar für die kobinet-nachrichten eine gesetzliche Schutzregel, bevor private Parkraumbewirtschaftung die staatlich gewährte Parkerleichterung immer weiter aushöhlt.

Weitere 2,9 Millionen Euro fließen in Bayern in den Bau von Sondereinrichtungen

Geldscheine
Geldscheine
Foto: Gerhard Bartz

Machtlfing (kobinet)

Als ob es keine klare Botschaft des Ausschusses der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zum Abbau von Sondereinrichtungen und zur Entwicklung konkreter Strategien und Maßnahmen in Sachen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an Deutschland gäbe, werden in Bayern weiterhin Millionen von Euro in den Bau von neuen Sondereinrichtungen gepunmpt. Wie das Bayerische Sozialministerium mitteilte, fördert dieses nun zwei Bauprojekte der Isar-Würm-Lech gGmbH: „Bis zu 2,9 Millionen Euro kommen der Modernisierung der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Landsberg am Lech zugute. Mit bis zu 1,9 Millionen Euro fördert der Freistaat den Neubau einer Förderstätte für Menschen mit schwerer oder mehrfacher Behinderung in Machtlfing. Beide Einrichtungen schaffen mit modernen Arbeitsplätzen und tagesstrukturierenden Plätzen Perspektiven und stärken individuelle Fähigkeiten. Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf übergibt die symbolischen Förderschecks“, heißt es in der Einladung des bayerischen Sozialministeriums zur Scheckübergabe am heutigen 7. September 2026 in der Isar-Würm-Lech Betriebsstätte in Machtlfing.

WDR 5 Feature zu mehr Inklusion im Kino

Logo: WDR 5
Logo: WDR 5
Foto: WDR

Köln (kobinet)

„Warum Kino mehr Inklusion braucht“, so lautet der Titel eines 20minütigen Features von WDR 5, das am 3. September 2026 ausgestrahlt wurde und auf das Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat. „Jahrzehntelang wurden Menschen mit Behinderung im Kino meist von nicht behinderten Schauspielerinnen und Schauspielern dargestellt. Die deutsche Komödie ‚Das gewisse Etwas‘ geht einen anderen Weg und setzt auf eine authentische Besetzung. Autorin des Features ist: Andrea Burtz.

Link zum WDR 5 Feature in der Reihe „Neugier genügt – das Feature

Traumstart in der Hitze von Huntsville

Junger Mann mit dunklem Haar und Brille in weißem T-Shirt mit umgehängter Goldmedaille
Maximilian Jäger
Foto: Peter Maurer / DBS

FRECHEN (kobinet)

Bei der Para Radsport-WM im US-amerikanischen Huntsville präsentiert sich die deutsche Nationalmannschaft zum Auftakt in Topform. Am ersten Wettkampftag holte das Team von Bundestrainer Gregor Lang im Einzelzeitfahren gleich drei Medaillen. Dreiradfahrer Maximilian Jäger krönte sich in der T2-Klasse zum Weltmeister. Angelika Dreock-Käser (T2) und WM-Debütant Daniel Ulmann (H3) fuhren jeweils zu Bronze. Bei drückenden Temperaturen von 36 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit hatten die Straßen von Alabama den Athletinnen und Athleten alles abverlangt. Der Veranstalter aktivierte ein spezielles Hitzeprotokoll mit Kühlstationen, Eis- und Wasserversorgung an der Strecke sowie veränderten Verpflegungsregeln während der Rennen. Das deutsche Betreuerteam steuerte ebenfalls intensiv gegen: mit Kühlwesten, Ventilatoren sowie einem Planschbecken mit eiskaltem Wasser, um die Körperkerntemperatur vor und nach den Rennen stabil zu halten.

Sie können also doch

Im falschen Film?
Im falschen Film?
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet)

„Das gewisse Etwas“ ist die deutsche Neuverfilmung des französischen Kinoerfolgs „Was ist schon normal?“. Zwei Männer geraten auf der Flucht in eine betreute Reisegruppe von Menschen mit Behinderung und geben sich als Teilnehmer und Betreuer aus. Daraus entsteht eine Komödie.

Eine Komödie darf überzeichnen, typisieren und mit Klischees arbeiten. Sie darf albern, sentimental oder vollkommen überdreht sein. Von einer Komödie erwarte ich keinen gesellschaftspolitischen Bildungsauftrag. Nur wird „Das gewisse Etwas“ genau mit einem solchen Anspruch aufgeladen.

Wahllokale geöffnet: Viele behinderte Menschen blicken mit Spannung auf Sachsen-Anhalt

Wahlurne aus welcher oben Wahlzettel herausschauen
Wahlurne aus welcher oben Wahlzettel herausschauen
Foto: Pixabay/ArtRose

Magdeburg (kobinet)

Seit Monaten wird nicht zuletzt angesichts der hohen Umfragewerte der AfD an die 40 Prozent auf den Auftakt der Wahlen im September in Sachsen-Anhalt beblickt. Seit 8:00 Uhr sind nun an diesem 6. September 2026 die Wahllokale geöffnet, wo die knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme bis 18:00 Uhr abgeben können. Eine Reihe von ihnen hat im Vorfeld bereits per Briefwahl ihr Wahlrecht genutzt. Dahingehend, ob die AfD zukünftig mit absoluter Mehrheit Sachsen-Anhalt regieren kann, welche der kleineren Parteien den Einzug in den Landtag schaffen und welche Koalitionen zukünftig möglich sind, herrscht große Spannung.

Konferenz: Strategische Prozessführung im Behindertenrecht am 4. Dezember 2026 in Frankfurt

Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay

Frankfurt (kobinet)

Zu einer Konferenz mit dem Titel „Strategische Prozessführung im Behindertenrecht“ am 4. Dezember 2026 von 10.00 Uhr bis 16.30 Uhr im Main Forum in Frankfurt am Main lädt die Universität Kassel ein. „Die Tagung richtet sich an Akteur:innen aus Wissenschaft und Praxis, insbesondere aus Gewerkschaften, Sozial- und Behindertenverbänden, der Antidiskriminierungs- und Menschenrechtsarbeit, der Anwaltschaft sowie der universitären und außeruniversitären Forschung.“ Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet zum Teil in englischer Sprache statt. Diese Tagung verwendet als Beispiel das aktuelle Gerichtsverfahrens zum Mindestlohn in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) und soll aufzeigen, welche rechtlichen Hebel in Zukunft verstärkt genutzt werden können. Die Anmeldung ist bis zum 1. Oktober 2026 per Mail unter [email protected] möglich. Aufgrund der begrenzten Teilnehmendenzahl wird eine frühzeitige Anmeldung empfohlen.

Link zu weiteren Informationen, zum Programm und zu Informationen zur Anmeldung

Buchrezension: 2031 – Deutschland, die Welt blickt auf dich

Cover des Buchs von Uwe Heineker zur Umsetzung der UN-BRK
Cover des Buchs von Uwe Heineker zur Umsetzung der UN-BRK
Foto: Uwe Heineker

Berlin (kobinet)

Das Vorstandsmitglied des Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) und Inklusions-Gestalterin Martina Scheel hat das Werk „2031 – Deutschland, die Welt blickt auf dich! Anklage-Protokoll des eklatanten Völkerrechtsbruchs“ von Uwe Heinecker aus der Perspektive der Inklusionspraxis rezensiert. „Im Mittelpunkt ihrer Besprechung stehen die strukturellen Barrieren, die einer konsequenten Umsetzung von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe entgegenstehen. Scheel hebt insbesondere die Auseinandersetzung des Buches mit dem inklusiven Arbeitsmarkt und dem deutschen Werkstättensystem hervor. Das Werk zeige, so Scheel, dass der Transformationsprozess hin zu einem inklusiven Arbeitsmarkt nicht allein eine organisatorische Herausforderung sei, sondern auch historisch gewachsene Strukturen und politische Rahmenbedingungen berücksichtigen müsse“, heißt es in der Ankündigung der Rezension auf der Internetseite des BSK.

Aktionstag Vielfalt in Buxtehude zieht über 5000 Besucher an

Gruppe auf der Vielfalt-Couch mit Schildern unter Lebenshilfe-Buxtehude-Zelt
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Foto: unbekannt

Buxtehude (kobinet)

Trotz anfänglichem Regen besuchten am 5. September 2026 über 5000 Menschen den Aktionstag Vielfalt in Buxtehude, der von der Lebenshilfe Niedersachsen und der Lebenshilfe Buxtehude ausgerichtet wurde. Der alle zwei Jahre an wechselnden Orten in Niedersachsen stattfindende Tag stand unter dem Motto der gelebten Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen.

hessenschau weist auf Kinofilm Das gewisse Etwas mit Schauspielern mit und ohne Behinderung hin

Blick in einen Kinosaal mit Blick auf die Leinwand
Blick in einen Kinosaal mit Blick auf die Leinwand
Foto: Derks24 In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Frankfurt (kobinet)

„Für Jan Bobke ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Der Schauspieler mit Down-Syndrom spielt in seinem ersten großen Kinofilm mit. ‚Das gewisse Etwas‘ ist eine Komödie über Inklusion mit Witz und Charme – aber auch mit einigen Schwächen“, so heißt es in der Ankündigung eines Berichts auf der Internetseite der hessenschau, auf den Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat.

Link zum Bericht der hessenschau über Jan Bobke und den neuen Kinofilm

Ableismus – jenseits der Systeme III

Ableismus jenseits der Systeme
Ableismus jenseits der Systeme
Foto: Ralph Milewski / KI

Fladungen (kobinet)

Wenn das System wechselt und das Problem bleibt

Karsten Krampitz erzählt in seinem 2025 erschienenen Roman „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“ von einem ungewöhnlichen Ort in der DDR. Junge Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen wollen nicht dort leben, wo die gesellschaftliche Ordnung sie vorgesehen hat. Gemeinsam mit nichtbehinderten Unterstützern entsteht auf einem alten Pfarrhof im thüringischen Hartroda eine Kommune. Menschen mit Behinderung, Pfleger, Musiker, Aussteiger und andere Unangepasste leben dort miteinander und versuchen, ihre eigenen Vorstellungen von Freiheit und Abhängigkeit zu verwirklichen.

Mehr Inklusion in der Museumswelt

Zwei Hände tasten über einen taktilen Übersichtsplan
Zehn taktile Orientierungspläne bieten eine Übersicht über alle Zeiträume in der neuen Dauerausstellung
Foto: Stiftung Haus der Geschichte / Jennifer Zumbusch

Bonn (kobinet)

im Haus der Geschichte BONN ist die Vermittlung von Zeitgeschichte die Kernaufgabe des Hauses zur Geschichte. Um den Anforderungen an eine moderne, inklusive Bildungsarbeit gerecht zu werden, wurde für die Dauerausstellung „Du bist Teil der Geschichte, Deutschland seit 1945“ das Angebot für Besucherinnen und Besucher mit unterschiedlichen Bedürfnissen gezielt weiterentwickelt. Neben der bereits vorhandenen Zugänglichkeit des Gebäudes für Rollstuhlnutzerinnen und Rollstuhlnutzer sowie Menschen mit einer Gehbehinderung wurde die barrierefreie Informationsvermittlung stark ausgebaut.

NRW stellt 287 Millionen Euro für Hitzeschutz in Gesundheit und Pflege bereit

Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen
Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen
Foto: Gemeinfrei, public domain

DÜSSELDORF (kobinet)

Das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen hat am 4. September 2026 in Düsseldorf drei Förderprogramme im Umfang von insgesamt 286,6 Millionen Euro für den Zeitraum 2027 bis 2030 vorgestellt. Die Mittel sollen Menschen in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und der eigenen Häuslichkeit besser vor zukünftigen Hitzewellen schützen. Anlass ist die Hitzewelle Ende Juni 2026, die laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts in NRW zu 3.150 hitzebedingten Sterbefällen führte.

Gesunde Ernährung als Herausforderung bei Querschnittslähmung

Zeichnung mit Köchen und Kellnern mit Kochgeschirr in den Händen
Zeichnung mit Köchen und Kellnern mit Kochgeschirr in den Händen
Foto: Pixabay/GraphicMama-team

GREIFSWALD (kobinet)

Anlässlich des World SCI Day ( Weltweiter Tag der Menschen mit Querschnittslähmung) am 5. September 2026 machen das Querschnittgelähmten-Zentrum der BDH-Klinik Greifswald und die Manfred-Sauer-Stiftung mit einer gemeinsamen Aktion auf die Lebensrealitäten von Menschen mit Querschnittslähmung aufmerksam. In Deutschland sind etwa 140.000 Menschen betroffen. Neben sichtbaren Aspekten wie der Rollstuhlnutzung gibt es unsichtbare Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Ernährung und des Darmmanagements.

Herzlichen Glückwunsch an Martin Ladstätter zum 60. Geburtstag

Martin Ladstätter
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Foto: BIZEPS

Kassel / Wien (kobinet)

Seinen 60. Geburtstag kann heute Martin Ladstätter feiern. Die kobinet-nachrichten gratulieren ihrem Mitglied des Redaktionsteams dazu ganz herzlich und schickt ihm die besten Grüße nach Wien. Er ist Gründungsmitglied und Obmann von BIZEPS – dem ersten österreichischen Zentrum für Selbstbestimmtes Leben – und Vizepräsident des Österreichischen Behindertenrates. Für den österreichischen Nachrichtendienst (BIZEPS) zeichnet er redaktionell verantwortlich. Zudem ist er Teil des Redaktionsteams der kobinet-nachrichten und seit April 2022 Mitglied im ORF-Publikumsrat. Er ist seit 2012 Mitglied des Menschenrechtsbeirates der Volksanwaltschaft sowie seit 2018 Mitglied der Wiener Monitoringstelle zur Überwachung der UN-Behindertenrechtskonvention. Von 2008 bis 2023 war er Mitglied des Bundes-Monitoringausschusses. Martin Ladstätter hat zudem den Klagsverband zur Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern im Jahr 2004 mitbegründet, war elf Jahre Vorstandsmitglied und unterstützte ihn 15 Jahre als Teil des Klagsausschusses. Heute kann er sich hoffentlich zurücklehnen und sich feiern lassen, denn das hat der seit Jahrzehnten behindertenbewegte Wiener mehr als verdient.

Die AfD ist keine Alternative für Menschen mit Behinderungen

Sharepic warum AfD KEINE Alternative für behinderte Menschen ist
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Foto: ISL

Berlin (kobinet)

An diesem Wocvhenende richten sich viele Blicke nach Sachsen-Anhalt, wo am 6. September 2026 die Landtagswahl stattfindet. Während die AfD dort Umfragen zufolge große Gewinne verzeichnen dürfte und evtl. sogar eine absolute Mehrheit im Landtag gewinnen könnte, ist für die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) klar: „Die Alternative für Deutschland (AfD) ist KEINE Alternative für Menschen mit Behinderungen“. So hat die Selbstvertretungsorganisation dies auf Facebook gepostet und auf ihrer Internetseite ausgeführt, warum die AfD für behinderte Menschen gefährlich ist. Die LIGA Selbstvertretung hat bereits einige Wochen vor der Wahl einen Aufruf unter dem Motto „Geht wählen! Wählt demokratisch und für eine inklusive Gesellschaft!“ gestartet.

Tagung zu 20 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention – Menschen mit Behinderungen weltweit: Rechte, Ressourcen, Realitäten

Logo: bezev
Logo: bezev
Foto: bezev

Berlin (kobinet)

„Menschen mit Behinderungen weltweit: Rechte, Ressourcen, Realitäten“, so lautet der Titel eines Seminars, das am 14. November 2026 um 10:00 Uhr bis 15. November 2026 um 14:00 Uhr im Hotel Aquino Tagungszentrum, Hannoversche Straße 5b, in 10115 Berlin-Mitte stattfindet und zudem der Verein Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit (bezev) einlädt. „2006 hat die UN-Generalversammlung die Behindertenrechtskonvention verabschiedet, ein Versprechen auf gleiche Rechte weltweit. Zur Umsetzung dieser Rechte hat 2025 der dritte Global Disability Summit in Berlin stattgefunden. Auch die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erfordern die Berücksichtigung von Menschen mit Behinderungen, verankert insbesondere in der Agenda 2030 und ihrem Anspruch, niemanden zurückzulassen. Dennoch erfahren Menschen mit Behinderungen weiterhin Benachteiligungen im gesellschaftlichen Leben. Insbesondere in Ländern des Globalen Südens ist eine Mehrzahl von ihnen schwierigen und von Armut geprägten Lebensbedingungen ausgesetzt. Sie spüren die Folgen globaler Krisen deutlicher, weshalb eine inklusive internationale Zusammenarbeit und Solidarität für sie besonders wichtig ist“, heißt es u.a. in der Einladung.

Arbeitsgericht Münster entscheidet am 15. Oktober 2026 über Mindestlohnklage in Werkstätten

Jürgen Linnemann mit Soraia Da Costa Batista bei Jan Böhmermann
Jürgen Linnemann mit Soraia Da Costa Batista bei Jan Böhmermann
Foto: Die Neue Norm aus ZDF

Münster (kobinet)

Am 8. Mai 2026 hat Jan Böhmermann im ZDF Magazin ROYALE das Thema der Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen aufgegriffen. Unter anderem war damals Jürgen Linnemann zu Gast in der Sendung, der mit Unterstützung der Gesellschaft für Freiheitsrechte den Klageweg für einen Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen gestartet hat. Das Arbeitsgericht in Münster will nun am 15. Oktober 2026 (9.00 Uhr) verkünden, „ob es ein Urteil gibt oder ob möglicherweise weiter verhandelt wird. Zuletzt hatten die Freckenhorster Werkstätten in einem Schriftsatz ausführlich erläutert, warum sie den Kläger nicht als Arbeitnehmer im Sinne des Mindestlohngesetzes sehen. Die Anwälte des Klägers haben die Möglichkeit, sich schriftlich dazu zu äußern. Sollte Linnemann mit seiner Klage scheitern, will er in die nächste Instanz vor das Landesarbeitsgericht in Hamm ziehen“, heißt es in einer von der Deutschen Presseagentur verbreiteten Meldung, die von verschiedenen Medien wie der WELT aufgegriffen wurde. In Kürze läuft übrigens eine Petition an den Deutschen Bundestag ab, womit erreicht werden soll, dass sich das Parlament mit der Situation von behinderten Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen befasst. Die bisher ca. 3.000 Unterstützer*innen reichen bisher noch nicht aus.

SoVD Niedersachsen: Kommunen müssen Wohnungsbestände sichern

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Foto: Sozialverband Deutschland

Hannover (kobinet)

Die Menschen in Niedersachsen geben im Durchschnitt monatlich über 1.100 Euro für Wohnen und Energie aus. Vor zehn Jahren lag dieser Wert bei rund 880 Euro, wie aktuelle Zahlen des niedersächsischen Landesamts für Statistik (LSN) zeigen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen sieht darin eine weitere Verschärfung der Lage auf dem Wohnungsmarkt und fordert, dass Kommunen Wohnungsbestände aufkaufen und nicht renditeorientierten Investor*innen überlassen.

Pläne der Bundesregierung: Zwang soll auch außerhalb von Psychiatrien legal werden

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Foto: omp

Berlin (kobinet)

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf veröffentlicht, der Zwangsmaßnahmen gegen unter Betreuung stehende Personen auch außerhalb von Kliniken legalisiert. Der vollständige Name dieses Gesetzentwurfs lautet „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der Regelung über ärztliche Zwangsmaßnahmen im Betreuungsrecht und zur Stärkung des ultima-ratio-Gebots sowie der Selbstbestimmung der Betroffenen„. Der Entwurf folgt nach Informationen des Bundesverband Psychiatrie Erfahrener dem Urteil des Bundesverfassungsgericht vom November 2024. Das Gericht entschied, dass der Krankenhausvorbehalt bei Zwangsmaßnahmen nicht mit den Grundrechten vereinbar wäre. Begründet wird das damit, dass die Verlegung in ein Krankenhaus (um dort eine Zwangsbehandlung durchzuführen) belastender für Betroffene wäre, als eine Zwangsbehandlung an deren derzeitigen Aufenthaltsort.

Demokratie braucht Inklusion: Gut informiert das Wahlrecht in Sachsen-Anhalt wahrnehmen

Sharepic zur gut informierten Wahl in Sachsen-Anhalt von Jürgen Dusel
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Foto: Bundesbehindertenbeauftragter

Berlin (kobinet)

„Wählen zu gehen, ist unser Privileg. Nehmen Sie Ihr Wahlrecht wahr – und zwar gut informiert!“ So lautet der Appell des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung Jürgen Dusel an alle, die bei den anstehenden Landtagswahlen – und vor allem bei der Wahl am 6. September 2026 in Sachsen-Anhalt – wahlberechtigt sind. Dabei weist Jürgen Dusel in einem Facebook-Post auf das Angebot des Wahl-O-Mat hin: „Nicht jede Partei, die jetzt in Sachsen-Anhalt zur Wahl steht, findet Inklusion und Barrierefreiheit gut. Und nicht jede Partei bietet barrierefreie Informationen zu ihren Parteiprogrammen an. Ein hilfreiches und barrierefreies Angebot ist der Wahl-O-Mat der Landeszentrale für politische Bildung! Alle Infos gibt es hier auch in Leichter Sprache und in Deutscher Gebärdensprache. Das Prinzip ist vielen bekannt: Hier kann jede und jeder mittels 38 Fragen die Programminhalte der Parteien mit den eigenen Positionen abgleichen. Der Wahl-O-Mat ist keine Wahlempfehlung, sondern ein Informationsangebot zu den Inhalten und Zielen der Parteien. Alle 15 Parteien, die zur Wahl am 6. September antreten, haben die Wahl-O-Mat-Thesen beantwortet.“

Link zum Facebook-Post von Jürgen Dusel

Link zum Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Diskriminierung durch staatliches Handeln sanktionieren

Sharepic zur Diskriminierung durch staatliches Handeln
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Foto: Bündnis AGG Reform Jetzt

Berlin (kobinet)

Was passiert, wenn der Staat selbst diskriminiert? Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt bislang nicht vor Diskriminierung durch Behörden, Polizei und andere staatliche Stellen. Diese zentrale Schutzlücke muss nach Ansicht des Bündnis AGG Reform Jetzt! endlich geschlossen werden. 20 Jahre nach Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes am 18. August 2026 besteht gerade jetzt die Chance dazu: Das AGG soll nach 20 Jahren reformiert werden und der Gesetzentwurf wird im parlamentarischen Verfahren beraten. Doch der aktuelle Entwurf schafft keinen Schutz vor Diskriminierung durch staatliches Handeln. Deshalb fordert das Bündnis AGG Reform Jetzt!: Staatliches Handeln muss in den Anwendungsbereich des AGG aufgenommen werden und hat hierzu und zu weiteren Aspekten, die im Gesetzentwurf fehlen, eine Petition gestartet, die bereits von über 50.000 Menschen unterstüzt wird.

Link zur Petition zur AGG Reform

Wo bleibt die Bildungswende zu mehr Bildungsgerechtigkeit in Nordrhein-Westfalen?

Dr. Brigitte Schumann
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Foto: INKLUSIVA

Düsseldorf (kobinet)

„NRW: Wo bleibt die Bildungswende zu mehr Bildungsgerechtigkeit?“ So titelt die Bildungsjournalistin Dr. Brigitte Schumann ihren Gastbeitrag auf der Plattform bildungsklick. „Mit dem geplanten ‚Gesetz zur Stärkung der Bildungsgerechtigkeit und der Demokratiebildung‘ hält die NRW-Landesregierung krampfhaft an der Hauptschule fest und bedient damit ausschließlich institutionelle Interessen des gegliederten Schulsystems“, heißt es in der Einführung in den Beitrag.

Gesetzentwurf sieht Erhöhung des Gehörlosengeldes in Hessen vor

Landkarte Lage Hessen in Deutschland
Landkarte Lage Hessen in Deutschland
Foto: Gemeinfrei https://de.wikipedia.org/wiki/Flaggen_und_Wappen_der_L%C3%A4nder_der_Bundesrepublik_Deutschland

Wiesbaden (kobinet)

Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, werden in Hessen das Landesblinden- und das Landesgehörlosengeldgesetz angepasst. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat die hessische Sozialministerin Heike Hofmann am 3. September in Erster Lesung in den Hessischen Landtag eingebracht. Der Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Sinnesbehinderungen ist Teil eines Maßnahmenpakets, das etwa auch die Gewinnung von Gebärdensprachdolmetschenden zum Ziel hat. Er beinhaltet, dass das Gehörlosengeld angehoben wird, das somit in Hessen künftig rund 190 Euro betragen wird. Es orientiert sich am Blindengeld, ist weiterhin dynamisch gestaltet und entwickelt sich jeweils analog zum Rentenwert. Das Geld dient dazu, behinderungsbedingte Mehrkosten auszugleichen, die etwa durch den Einsatz von Dolmetschenden oder die Anschaffung notwendiger Hilfsmittel entstehen, heißt es in einer Presseinformation des hessischen Sozialministeriums.