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Kürzungen bei Teilhabe per Beschluss: Bricht Bundeskanzler Merz sein Wort gegenüber Menschen mit Behinderungen?

Corrina Rüffer
Corrina Rüffer
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Zum Beschlusspapier der heutigen Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich die behindertenpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion, Corinna Rüffer zu Wort gemeldet: „Das Beschlusspapier der MPK-Runde vor dem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz deckt schonungslos auf, was die Bundesregierung monatelang geleugnet hat: Es stehen massive, konkrete Einschnitte in der Eingliederungshilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe bevor. Gestern noch versicherte Kanzler Merz in der Regierungsbefragung des Bundestages, dass Familien mit behinderten Kindern jede Hilfe ohne Einschränkungen bekommen würden. Diese Aussage scheint sich mit den heutigen Verabredungen zwischen Bund und Ländern als bewusste Täuschung zu entlarven.“

Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte zur Verfassungswidrigkeit der AfD veröffentlicht

Symbol Fragezeichen
Fragen sollen zu Antworten werden
Foto: ht

Berlin (kobinet) Am 25. Juni 2026 hat die Gesellschaft für Freiheitsrechte ihr Gutachten zur möglichen Verfassungswidrigkeit der AfD in der Bundespressekonferenz vorgestellt. Nach 13 Monaten Arbeit kommt das achtköpfige Team aus Jurist*innen, Rechtsextremismus-Expert*innen und Datenanalyst*innen zu dem Ergebnis, dass die AfD nach den Maßstäben des Art. 21 Abs. 2 GG verfassungswidrig ist. Das Gutachten umfasst rund 1.500 Seiten und basiert auf der Auswertung von rund drei Millionen Datenpunkten.

VdK: Kanzleramtspläne gefährden Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Mit scharfer Kritik reagiert der Sozialverband VdK auf Pläne aus dem Bundeskanzleramt zur Reform der Eingliederungshilfe und der Kinder- und Jugendhilfe. Ein Entwurf, der vor wenigen Tagen das Kanzleramt verlassen hat, sieht unter anderem vor, individuelle Schulbegleitung für Kinder mit Behinderungen nur noch im Ausnahmefall zu bewilligen, die Kosten für die Unterstützung zu deckeln, pauschale Geldleistungen auszuweiten und das Recht auf die freie Wahl der Wohnform einzuschränken. Der VdK warnt vor einem massiven Rückschritt. VdK-Präsidentin Verena Bentele erklärte dazu: „Die Pläne zementieren die systematische Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf. Wer auf Hilfe angewiesen ist, wird künftig noch weniger unterstützt und schlechtere Startchancen ins Leben haben.“

Menschenrechtliche Verpflichtungen sind keine Verhandlungsmasse

Blaues Paragraphenzeichen auf grauem Grund
Paragraf Paragraph Zeichen
Foto: H. Smikac

BERLIN (kobinet) Zur Debatte über Sozialstaatsreformen und Kürzungen von Sozialleistungen anlässlich der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder im Kanzleramt am 25.06.2026 erklärt Michael Windfuhr, Stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte: „Die Kommunen stecken in einer finanziellen Notlage, die dringend gelöst werden muss. Neben Soforthilfen vom Bund braucht es eine grundlegende Reform, die sicherstellt, dass die Kommunen, die ihnen übertragenen Aufgaben auch finanzieren können. Denn sie sind entscheidende Akteure bei der Umsetzung der menschenrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands. Bund, Länder und Kommunen sind zur Umsetzung der UN-Kinderrechts- und der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet. Deren Vorgaben dürfen bei den anstehenden Sozialstaatsreformen nicht zur Verhandlungsmasse werden. „

Europa sucht wieder barrierefreie Städte

Hochhaus mit blauem Fahnenband, das in drei Sprachen die Aufschrift Europäische Kommission trägt
Gebäude der Europäischen Kommission
Foto: Pixabay/dimitrisvetsikas1969

BRÜSSEL (kobinet) Seit dem Jahr 2010 zeichnet die Europäische Kommission in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Behindertenforum Städte aus, die herausragende Anstrengungen unternehmen, um barrierefrei für Menschen mit Behinderungen zu werden . In diesem Jahr folgt nun die 17. Ausgabe dieses Wettbewerbes um den Titel als führende Stadt auf dem Weg zur Barrierefreiheit. Bewerbungen können bis zum Mittag des 4. September 2026 auf elektronischem Wege über diese Internetseite eingereicht werden. Dem Sieger des Wettbewerbes winken dann 150.000 Euro. Für den zweiten Platz ist eine Siegprämie von 120.000 Euro vorgesehen. Die Finalisten werden zur Auszeichnung eingeladen, die am 3. und 4. Dezember 2026 zum Europäischen Tag der Menschen mit Behinderungen stattfindet. Weitere Einzelheiten sind auch auf dieser Internetseite zu erfahren.

Sozialstaatsreformen: Menschenrechtliche Verpflichtungen sind keine Verhandlungsmasse

Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Foto: Von Institut für Menschenrechte – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Berlin (kobinet) Zur Debatte über Sozialstaatsreformen und Kürzungen von Sozialleistungen anlässlich der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder im Kanzleramt am 25. Juni 2026 erklärt Michael Windfuhr, Stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte: „Die Kommunen stecken in einer finanziellen Notlage, die dringend gelöst werden muss. Neben Soforthilfen vom Bund braucht es eine grundlegende Reform, die sicherstellt, dass die Kommunen, die ihnen übertragenen Aufgaben auch finanzieren können. Denn sie sind entscheidende Akteure bei der Umsetzung der menschenrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands. Bund, Länder und Kommunen sind zur Umsetzung der UN-Kinderrechts- und der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet. Deren Vorgaben dürfen bei den anstehenden Sozialstaatsreformen nicht zur Verhandlungsmasse werden. Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe und des Unterhaltsvorschusses sind nicht allein unter Kostengesichtspunkten zu betrachten – sie dienen der Umsetzung menschenrechtlicher Verpflichtungen Deutschlands aus der UN-Behindertenrechtskonvention und der UN-Kinderrechtskonvention.“

Proteste gegen Kürzungen in der Eingliederungshilfe vor Treffen der Ministerpräsidenten

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet) Der heutige 25. Juni 2026 könnte ein wichtiges Datum in der Diskussion um Einsparungen und Kürzungen bei der Eingliederungshilfe sein. Denn die Ministerpräsident*innen haben dieses Thema heute auf der Tagesordnung bei ihrem Austausch mit dem Bundeskanzler. Deshalb ruft der Aktionsratschlag Eingliederungshilfe, in dem auch der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) mitarbeitet, anlässlich der Ministerpräsidentenkonferenz und dem Treffen der Ministerpräsidenten mit dem Bundeskanzler zu Kundgebungen gegen menschenverachtende Spar-Politik mit Überreichung der gesammelten Unterschriften gegen Sparmaßnahmen in der Eingliederungshilfe auf. Diese Kundgebungen werden am 25. Juni 2026 in der Zeit von 8:00 Uhr bis 10:30 Uhr vor dem Bundesrat und von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr vor dem Bundeskanzleramt in Berlin stattfinden.

Zukunftspapier für eine inklusivere Gesellschaft und einen gerechteren Sozialstaat der SPD-Bundestagsfraktion

Sharepic mit einem Bild von Heike Heubach zum Positionspapier der SPD Bundestagsfraktion
Sharepic mit einem Bild von Heike Heubach zum Positionspapier der SPD Bundestagsfraktion
Foto: Fionn Große

Berlin (kobinet) „Inklusion muss in allen Politikbereichen mitgedacht werden. Mit dem Zukunftspapier für eine inklusivere Gesellschaft und einen gerechteren Sozialstaat machen wir deutlich, dass es nicht um punktuelle Korrekturen geht, sondern um eine langfristige politische Aufgabe. Inklusion ist kein Randthema, sondern ein Maßstab für den Fortschritt unserer Gesellschaft. Barrierefreiheit betrifft uns alle und macht das Leben für Millionen Menschen jeden Tag leichter – für Familien mit Kindern, für ältere Menschen, für Reisende sowie für Menschen mit temporären oder dauerhaften Einschränkungen sind barrierefreies Bauen und Wohnen, ein inklusives Gesundheitswesen und eine Katastrophenvorsorge, die niemanden ausschließt, besonders wichtig.“ Dies teilte die Behindertenbeauftragte der Bundestagsfraktion der SPD und Bundestagsabgeordnete Heike Heubach auf Facebook mit Hinweis auf das am 23. Juni 2026 von der Bundestagsfraktion der SPD veröffentlichte „Zukunftspapier für eine inklusivere Gesellschaft und einen gerechteren Sozialstaat“ mit, in dem auch die Haltung der SPD-Bundestagsfraktion zur aktuellen Reform des Behindertengleichstellungsgesetz deutlich wird.

Mehr Teilhabe im Rechtssystem beginnt in der Ausbildung

Symbol Paragrafenzeichen
Symbol Paragraf
Foto: omp

Berlin (kobinet) Die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) des Deutschen Instituts für Menschenrechte hat die bestehenden Regelungen der Berliner Juristenausbildungsordnung (JAO) auf ihre Vereinbarkeit mit der UN-BRK überprüft. Das Ergebnis: Die aktuellen Regelungen werden den Anforderungen der UN-BRK nicht gerecht und erfordern gesetzlichen Handlungsbedarf. Bereits 2013 hatte die Monitoring-Stelle konkrete Änderungsvorschläge unterbreitet. Diese blieben jedoch in der Verordnung unberücksichtigt und auch die seither vorgenommenen Änderungen setzen die Vorgaben der UN-BRK weiterhin unzureichend um.

Aktion Mensch-Studie: Künstliche Intelligenz kann Teilhabe stärken – wenn sie inklusiv gestaltet wird

Ausschnitt einer Computertastatur
Tastatur
Foto: H.T.

Bonn (kobinet) Künstliche Intelligenz bietet vielfältige Chancen für eine bessere digitale Teilhabe von Menschen mit Behinderung – vorausgesetzt, sie ist barrierefrei und inklusiv gestaltet. Das zeigt eine aktuelle Studie zur Nutzung und Wahrnehmung von KI-Anwendungen, die die Aktion Mensch anlässlich des bundesweiten Digitaltags am 26. Juni 2026 veröffentlicht. Gleichzeitig offenbaren die Ergebnisse eine zentrale Ungleichheit: Viele Menschen mit Behinderung haben bislang keinen gleichberechtigten Zugang zu den Potenzialen von KI. Die Aktion Mensch warnt daher, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung vom digitalen Fortschritt ausgeschlossen bleibt – und sich bestehende strukturelle Ungleichheiten weiter verschärfen.

Online-Diskussion: Der Hund als Hilfsmittel und Assistent

Assistenzhund Yascha Sherlock
Assistenzhund Yascha Sherlock
Foto: ISL

Kassel / Heidelberg (kobinet) Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) und ihre wissenschaftlichen Kooperationspartner laden herzlich ein zur Online-Diskussion unter dem Motto: Der Hund als Hilfsmittel und Assistent, die im Zeitraum vom 23. Juni bis 14. Juli 2026 durchgeführt wird. „Assistenzhunde sind für viele Menschen mit Behinderungen unverzichtbare Begleiter im Alltag. Sie sind speziell ausgebildet, um Menschen mit Sinnes- oder motorischen Beeinträchtigungen, mit Diabetes oder Asthma zu unterstützen. Doch wie ist der Weg zum eigenen Assistenzhund und welche Herausforderungen bestehen beispielsweise beim Zutritt in die Arztpraxis oder an den Arbeitsplatz? Die Online-Diskussion der DVfR unter Federführung der Universität Kassel nimmt aktuelle Herausforderungen, Unklarheiten und Problemlagen in den Blick. Berücksichtigt werden dabei insbesondere jüngste Entwicklungen in Rechtsprechung, Verwaltung und Gesetzgebung“, heißt es u.a. in der Ankündigung.

Christiane Möller: Ein Wort an die Wirtschaft – wir sind auch Kund*innen!

Christiane Möller bei der BGG-Anhörung am 22.6.2026
Christiane Möller bei der BGG-Anhörung am 22.6.2026
Foto: René Schaar Auszug aus Bundestagsübertragung

Berlin (kobinet) „Und noch ein Wort an die Wirtschaft“, so begann die blinde Justitiarin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) Christiane Möller eines ihrer Statements bei der Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages am 22. Juni 2026, in dem sie klar machte, dass behinderte Menschen auch Kund*innen sind. Sie führte unter anderem aus: „Es tut schon weh, wenn man lesen muss und hören muss, wie schlimm das ist, wenn plötzlich behinderte Menschen einkaufen wollen, wieviel Kosten sie verursachen. Dass sie Kunden sind und vielleicht auch gerne mal was konsumieren wollen und einkaufen wollen und dass da vielleicht auch was draus entsteht, was Positives, dass da vielleicht mehr Umsatz erfolgt, dass Produkte und Dienstleistungen vielleicht besser sind, wenn sie für alle da sind und gemacht werden, das vermisse ich so ein bisschen. Und ganz ehrlich in anderen Ländern hat mehr Barrierefreiheit noch nicht dazu geführt, dass das Abendland untergegangen wäre.“

Simone Fischer kritisiert geplante Abschaffung des Pflegebudget und Personalbemessung

Simone Fischer
Simone Fischer
Foto: Axel Dressel

Berlin (kobinet) Zum am 23. Juni 2026 bekannt gewordenen mutmaßlichen Koalitions-Papier „Entbürokratisierung und mehr Flexibilität bei der Pflege im Krankenhaus“ hat sich die pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Simone Fischer, zu Wort gemeldet und betont: „Die heute bekannt gewordenen Pläne der Koalition zur Abschaffung des Pflegebudgets und der PPR 2.0 sind ein Frontalangriff auf Patientensicherheit und die Pflege im Krankenhaus. Seit Jahren kämpfen Pflegekräfte, Gewerkschaften und Politik für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal und verbindliche Standards – diese Pläne würde viele dieser Fortschritte mit einem Federstrich zunichtemachen. Es drückt die Pflege zurück in das DRG-System und setzt damit wieder finanzielle Anreize, Pflegepersonal abzubauen, statt Pflege personell und finanziell abzusichern.“

Gedruckte Flyer zum Budget für Arbeit und zum Budget für Ausbildung können wieder bestellt werden

Logo: Budget für Arbeit nutzen
Logo: Budget für Arbeit nutzen
Foto: Netzwerk Artikel 3

Bonn (kobinet) Die Nachfrage war groß, als die Aktion Mensch die Flyer – also Kurzinformationen – zum Budget für Arbeit und zum Budget für Ausbildung veröffentlicht und gedruckte Exemplare zur Bestellung anbot. Die gedruckten Exemplare waren schnell vergriffen. Nun hat Dagmar Greskamp von der Aktion Mensch den kobinet-nachrichten mitgeteilt, dass der Nachdruck erfolgt ist und wieder gedruckte Exemplare bei der Aktion Mensch bestellt werden können. Vor allem auch deshalb, weil viele behinderte Menschen und diejenigen, die sie unterstützen, noch viel zu wenig über das Budget für Arbeit und das Budget für Ausbildung wissen, sind diese Informationen wichtig. Denn durch diese Fördermöglichkeiten werden Möglichkeiten angeboten, statt in einer Werkstatt für behinderte Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu arbeiten. Damit diese Informationen auch verständlich sind, hat die Aktion Mensch Übersetzungen in Leichter Sprache veröffentlicht.

Behindertengleichstellungsgesetz: Kurzfristige Interessen der Privatwirtschaft bleiben im Fokus

Protestbanner zur BGG-Anhörung
Protestbanner zur BGG-Anhörung
Foto: laut-werden.de / Dennis Steinhilber

Berlin (kobinet) Am 22. Juni 2026 fand im Paul-Löbe-Haus des Bundestages die Anhörung des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales zum Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) statt – vor Ort demonstrierten über 200 behinderte Menschen und ihre Unterstützer*innen gegen den Entwurf. „Solidarität mit einem kleinen Input auf der Demo hatten im Vorfeld der Anhörung bereits der Behindertenbeauftragte Jürgen Dusel und Heike Heubach von der SPD gezeigt. Über die Sitzung resümierten im Nachgang unter anderem Corinna Rüffer (Grüne) und Sören Pellmann (Linke). Vertreter*innen der CDU/CSU blieben der Veranstaltung fern. Dass es der CDU inzwischen gelungen ist, den Diskurs deutlich zu verschieben, war nicht zuletzt dadurch zu beobachten, dass es in den Beiträgen nur noch vereinzelt um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ging, sondern mehrheitlich um die längerfristige Unwirtschaftlichkeit einer (alternden) Gesellschaft voller Barrieren“, schreibt die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) in einem Resümee zur Anhörung und den Protesten.

VdK zu Rentenempfehlungen: Richtung stimmt, Menschen mit niedrigen Renten dürfen nicht unter die Räder kommen

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Der Sozialverband VdK sieht die 33 Empfehlungen der Alterssicherungskommission als wichtigen Schritt an, um das Vertrauen in die gesetzliche Rente zu stärken. Positiv bewertet der Verband vor allem die geplante Einbeziehung weiterer Berufsgruppen in die Rentenversicherung, darunter Selbstständige, Abgeordnete und Vorstände von Aktiengesellschaften. VdK-Präsidentin Verena Bentele erklärte hierzu: „Entscheidend wird nun die Umsetzung der Vorschläge sein.“ Der Verband werde „darauf drängen, dass gesundheitlich angeschlagene ältere Menschen und Menschen mit niedrigen Renten nicht die Verlierer der Reform werden“. Die heutigen Rentnerinnen und Rentner sowie die rentennahen Jahrgänge dürften nicht die Kosten der Reform tragen.

BGG mit Zündstoff: Protest und zuhören – Warum die Anhörung die Behindertenbewegung nicht beruhigt

Schild vom Protest zur BGG-Anhörung Teilhabe Jetzt
Schild vom Protest zur BGG-Anhörung Teilhabe Jetzt
Foto: laut-werden.de / Dennis Steinhilber / instagram.com/lautwerden

Bad Sebeberg / Kassel (kobinet) „IGEL Aktuell BGG mit Zündstoff: Protest und zuhören – Warum die Anhörung die Behindertenbewegung nicht beruhigt“, so lautet der Titel aktuellen Sonderausgabe des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL), der am Tag nach der Anhörung des Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages erstellt und veröffentlicht wurde. Dabei geht es vor allem auch um die Protestaktionen, die vor und während der Anhörung vonseiten der Behindertenbewegung durchgeführt wurden.

Staatliches Förderprogramm “Tourismus für Alle 2026-2027” wird fortgeführt – in Griechenland

Flagge Griechenland
Flagge Griechenland
Foto: public domain

ATHEN (kobinet) Das griechische Tourismusministerium hat jetzt die Neuauflage des staatlichen Förderprogramms „Tourismus für Alle 2026-2027“ angekündigt. Das Programm, dessen Bewerbungsphase im August beginnt, gewährt berechtigten Haushalten in Griechenland digitale Gutscheine in Höhe von 200 bis 600 Euro für einen Inlandsurlaub. Mit der Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses im griechischen Regierungsamtsblatt (FEK) treten deutlich erweiterte Kriterien in Kraft, die das Programm für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich machen. Das Ministerium erklärt weiter dazu, dass das überarbeitete Programm darauf abzielt, den Tourismus als soziales Gut allen Bürgern zugänglich zu machen, und gleichzeitig als wirtschaftliches Instrument zu sehen ist, um lokale Gesellschaften zu stärken und die touristische Saison landesweit auf das gesamte Jahr auszudehnen.

Weiterführend, unzureichend und sozial unausgewogen

Logo des Gesamtverband des Paritätischen
Logo des Gesamtverband des Paritätischen
Foto: Paritätischer Gesamtverband

BERLIN (kobinet) Weiterführend, unzureichend und sozial unausgewogen, das sind die drei Kernbegriffe, mit denen der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Dr. Joachim Rock, die Vorschläge der Alterssicherungskommission bewertet. „Während fast jeder Fünfte von Altersarmut betroffen ist, verzichtet die Kommission fast vollständig auf konkrete Vorschläge, Altersarmut endlich entschieden zu bekämpfen. Mit eingeschränkten Möglichkeiten zum abschlagsfreien Renteneintritt und einer Verschärfung des Nachhaltigkeitsfaktors nach Auslaufen seiner Aussetzung drohen vielen Rentnerinnen und Rentnern zusätzliche Belastungen. Verbesserungen für Menschen im Grundrentenbezug und bei den Erwerbsminderungsrenten bleiben aus. Für zu viele ist das viel zu wenig. Zusammen mit den angekündigten Kürzungen des Wohngeldes drohen die Sozialreformen zu einem armutspolitischen Wachstumsprogramm zu werden, das ältere Menschen mit geringen Einkommen besonders belastet.“ so der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes dazu.

CDU/CSU-Bundestagsfraktion will schnelle Umsetzung der Empfehlungen der Alterssicherungskommission

Nach rechte zeigende Pfeile in Schwarz, Rot und Gel. Darunter die Worte CDU/CSU Franktion im Deutschen Bundestag
Grafik zeigt Logo der CDU/CSU-Fraktion
Foto: CDU/CSU Bundestagsfraktion

BERLIN (kobinet) „Die 33 Empfehlungen der Alterssicherungskommission liegen auf dem Tisch – und sie zeigen klar: Diese Koalition hat den Willen zur Reform.“ stellt der Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales, Marc Biadacz MdB, anlässlich der Vorstellung der 33 Empfehlungen der Alterssicherungskommission fest. Nach seinen Worten sollten die Reformen noch im Jahr 2026 beginnen können. Die Union steht bereit, so Marc Biadacz, das parlamentarische Verfahren schnell und entschlossen voranzutreiben. Dabei nannte er auf Erwerbsarbeit und Leistungsgerechtigkeit als die richtigen Schwerpunkte. „Wir leben länger und deshalb müssen wir auch künftig länger arbeiten. Und wer länger arbeitet und Beiträge zahlt, muss davon auch spürbar profitieren – diesen Grundsatz werden wir weiter stärken,“ so der Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Demnach müsse die „Rente mit 63“ abgeschafft und die Altersteilzeit neu ausgerichtet werden. Gleichzeitig gilt nach Marc Biadaczs Worten: „Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, darf nicht im Stich gelassen werden. Für diese Menschen müssen wir den Zugang zur Rente erleichtern. Wir kehren zum Nachhaltigkeitsfaktor zurück – ein notwendiger Schritt, um kommende Generationen spürbar zu entlasten. Mit der Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rentenversicherung schlagen wir ein neues Kapitel auf.“

Schämt Euch: Peinlich, peinlich – nur Platz für einen Rollstuhlnutzer bei Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) „Schämt euch!“ Diese Rufe der gut 200 Demonstrant*innen begleiteten die Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz am 22. Juni 2026 am Paul-Löbe-Haus in Berlin. Was für den amtierenden Vorsitzenden des Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages Bernd Rützel anscheinend einen guten Kompromiss darstellt, ist nach Ansicht der Betroffenen eine massive Diskriminierung und Peinlichkeit für den Deutschen Bundestag. Denn sie mussten die Anhörung, trotz vorheriger Anmeldung wie alle anderen Besucher*innen der öffentlichen Anhörung auch, per Videoübertragung im Foyer des Paul-Löbe-Haus verfolgen. Im Sitzungssaal war nämlich nur Platz für einen Rollstuhlnutzer. Nach Ansicht von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blamiert sich eben jeder so gut er kann, denn bei dieser Anhörung ging es vor allem um das Thema Barrierefreiheit, bei dem der Bundestag selbst, wohl noch so manchen Nachbesserungsbedarf zu haben scheint.

Lautstarke Proteste vor der Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz

Protest zur BGG-Reform am Paul-Löbe-Haus am 22. Juni 2026
Protest zur BGG-Reform am Paul-Löbe-Haus am 22. Juni 2026
Foto: laut-werden.de / Dennis Steinhilber / instagram.com/lautwerden

Berlin (kobinet) Circa 200 behinderte Menschen und ihre Verbündeten haben die Anhörung des Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales zum Behindertengleichstellungsgesetz am 22. Juni 2026 mit lautstarken Protesten begleitet. Bereits eine Stunde vor Beginn der Anhörung und noch lange nach Anhörungsschluss hallten die Rufe „Wir sind laut, weil ihr uns die Rechte klaut“ am Paul-Löbe-Haus des Bundestages, wo die Anhörung von 15:00 bis 16:30 Uhr stattfand. Und während dieser gesamten Zeit waren die Demonstrant*innen, die aus verschiedenen Teilen Deutschlands gekommen waren, laut, denn sie wollten, dass sie „drinnen“ bei der Anhörung gehört werden. Solidarität gab es vom Bundesbehindertenbeauftragten Jürgen Dusel und der SPD-Abgeordneten Heike Heubach, die vor der Anhörung kurz zu den Demonstrant*innen sprachen. Im Anschluss an die Anhörung kamen Corinna Rüffer und Simone Fischer von den Grünen sowie Sören Pellmann und weitere Akteur*innen der Anhörung bei den Protestierenden vorbei und bekundeten ihre Solidarität. Vier Rollstuhlnutzer*innen, die sich für die Anhörung im Paul-Löbe-Haus angemeldet hatten, mussten die Anhörung im Foyer verfolgen, weil angeblich kein Platz für mehr als einen Rollstuhlnutzer im Anhörungssaal war. „Schämt euch“, hallten daher immer wieder die Rufe der Demonstrant*innen, ob dieser Diskriminierung und Peinlichkeit des Parlaments.

Sonntag trifft IGEL: Neben Aufregern brauchen wir auch immer den guten Ton – Musik liegt in der Luft

Cover des Podcast Sonntag trifft IGEL vom Juni 2026
Cover des Podcast Sonntag trifft IGEL vom Juni 2026
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Halle (kobinet) „Neben Aufregern brauchen wir auch immer den guten Ton – Musik liegt in der Luft“, so lautet der Titel der aktuellen Episode von Sonntag trifft IGEL – der Sonntagstalk mit Jennifer Sonntag und Sascha Lang, der im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) am 21. Juni 2026 ausgestrahlt wurde. Im monatlichen Sonntags trifft IGEL Talk sprechen Jennifer Sonntag und Sascha Lang dieses Mal passend zum Internationalen Tag der Musik über die Kraft von Klängen, Melodien und Begegnungen. Dabei geht es nicht nur um Lieblingssongs und musikalische Erinnerungen, sondern auch um die Frage, wie Kultur für alle zugänglich werden kann.

Deutscher Kinder- und Jugendpreis 2026 vergeben

Zeichnung mit Kidnern, die tanzen und Rad schlagen
Spielende Kinder – unübersehbare Lebensfreude
Foto: Pixabay/Prawny

BERLIN (kobinet) Projekte aus Dresden, Hannover und Obershausen (Hessen) sind mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes ausgezeichnet worden. Damit können sich die Gewinnerinnen und Gewinner über ein Preisgeld in Höhe von je 6.000 Euro freuen. Mit dem Preis werden Projekte gewürdigt, bei denen Kinder und Jugendliche beispielhaft an der Gestaltung ihrer Lebenswelt mitwirken. Die „Lobenden Erwähnungen“, die mit 3.000 Euro dotiert sind, erhielten in diesem Jahr Projekte aus Hamburg, Torgau (Sachsen) und Wittmund (Niedersachsen). Den mit 3.000 Euro prämierten Publikumspreis Europa-Park JUNIOR CLUB Award konnte sich das Projekt aus Dresden zusätzlich sichern. Der mit insgesamt 30.000 Euro ausgestattete Preis ist der höchstdotierte bundesweite Preis für Kinder- und Jugendbeteiligung. Partner ist der Europa-Park in Rust, wo heute die Verleihung stattfand. Miriam Mack, Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerkes, sowie das Deutsche Kinderhilfswerk hatten das Engagement der Kinder und Jugendlichen maßgeblich unterstützt. Weitere Einzelheiten dazu sind auf dieser Internetseite nachzulesen.

Anhörung zum Behindertengleichstellungsgestz online verfügbar

Bundestag Besprechungsraum
Bundestag Besprechungsraum
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Die 90minütige Anhörung des Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales zum Behindertengleichstellungsgesetz vom 22. Juni 2026 ist nicht nur vor Ort und begleitet von Protesten, sondern auch online auf großes Interesse gestoßen. Schließlich ging es dabei um nicht mehr und nicht weniger, ob Deutschland endlich den Sprung zu einem effektiven Schutz vor Diskriminierungen gegenüber behinderten Menschen und zu effektiven Vorschriften, um auch die Barrierefreiheit von Dienstleistungen und Produkten privater Unternehmen sicherzustellen, schafft. Die Meinung der meisten Expert*innen, bis auf die der Vertreter*innen der Wirtschaft, waren nicht nur eindeutig, sondern auch fachlich dahingehend fundiert, dass der vorliegende Gesetzentwurf der Bundesregierung dringend Nachbesserung braucht. Die Anhörung wurde vom Deutschen Bundestag nicht nur live in dessen Parlamentsfernsehen übertragen, sondern anschließend auch auf dessen Internetseite eingestellt. Für diejenigen, die die Anhörung bisher nicht verfolgen konnten, lohnt sich also das Reinschauen, denn die Fragen und vor allem die Antworten der Verbandsvertreter*innen und der
Einzelsachverständigen sagen einiges darüber aus, wie es um die Barrierefreiheit in Deutschland steht.

Einsatz für ein starkes BGG und ein Ende der Diskussion über Kürzungen in der Eingliederungshilfe gefordert

Portraitfoto Jürgen Dusel sitzen, wießes Hemd, dunkler Anzug, erklärt mit den Handbewegungen
Jürgen Dusel
Foto: Irina Tischer

BERLIN (kobinet) Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen appelliert an die Mitglieder des Deutschen Bundestages, sich im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens für eine deutliche Verbesserung des Behindertengleichstellungsgesetzes einzusetzen und der Diskussion über Kürzungen der Eingliederungshilfe ein Ende zu setzen. Heute ehren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz die Sportlerinnen und Sportler der Winter-Paralympics 2026. Beinahe gleichzeitig findet im Deutschen Bundestag die Anhörung zum umstrittenen Gesetzentwurf zur Änderung des BGG statt – ein Gesetz, von dem viele Fachleute sich keine nennenswerten Verbesserungen mehr für Menschen mit Behinderungen versprechen. Dabei war die Aktualisierung des BGG ursprünglich mit dem Ziel in den Koalitionsvertrag aufgenommen worden, auch in „der Privatwirtschaft auf Barrierefreiheit“ hinzuwirken.

Lebenshilfe warnt vor dramatischen Folgen des Pflegeneuordnungsgesetzes

Logo der Lebenshilfe
Logo der Lebenshilfe
Foto: Lebenshilfe

OSNABRÜCK (kobinet) Die Lebenshilfe Osnabrück kritisiert die im Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) vorgesehenen Kürzungen bei den Leistungen für pflegende Angehörige scharf. Insbesondere die geplante Abschaffung der Verhinderungspflege in Form des Gemeinsamen Jahresbetrags von 3.539 Euro sowie die Streichung von Entlastungsmöglichkeiten im Pflegegrad 1 würden Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung massiv treffen. Der Gesetzentwurf sieht vor, die bisherige Verhinderungspflege abzuschaffen und den bisherigen Entlastungsbetrag in ein sogenanntes Sozialraumbudget zu überführen. Gleichzeitig entfällt im Pflegegrad 1 die Möglichkeit, diese Leistung überhaupt in Anspruch zu nehmen. „Für viele Familien sind Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag die wichtigsten und oftmals einzigen Möglichkeiten, regelmäßig Entlastung zu organisieren. Wer diese Leistungen streicht oder einschränkt, entzieht Eltern die dringend benötigten Freiräume für Arzttermine, Beruf, Geschwisterkinder oder einfach eine kurze Pause vom Pflegealltag“, sagt Jonas Igelbrink, Koordinator des Familienentlastenden Dienstes (FED) der Lebenshilfe Osnabrück.

Bundeskanzler beim Tag der offenen Tür im Kanzleramt

Friedrich Merz
Friedrich Merz
Foto: Friedrich Merz/Tobias Koch

BERLIN (kobinet) Beim Tag der offenen Tür im Bundeskanzleramt zog Bundeskanzler Friedrich Merz Bilanz zu einem Jahr Bundesregierung, beantwortete Fragen aus dem Publikum und sprach über die Herausforderungen für Deutschland in bewegten Zeiten. Die Aufzeichnung der Antworten des Bundeskanzlers, darunter auch die Antwort auf die Frage eines Besuchers zur Lage der Kommunen und dort erforderlichen Einsparungen (ab 21 Minuten Laufzeit), ist unter diesem Link zu sehen.

Special Olympics in Deutschland stärker machen

Hintergrund in Herzform darauf Symboöe des Saarlandes und ide Ausschrift
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Foto: SOD Saarland

BERLIN (kobinet) Nach Abschluss der Special Olympics Nationalen Spiele 2026 im Saarland hat Hartmut Augustin mit der Präsidentin von Special Olympics Deutschland ein Interview geführt und sie danach gefragt, warum die Nationalen Spiele im Saarland ein großer Erfolg waren und welche nächsten Ziele sich der Sportverband vorgenommen hat.

Sozialverband fordert Nachbesserungen bei Reformplänen

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VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK Nordrhein-Westfalen

DÜSSELDORF (kobinet) Zu den bisher veröffentlichten Empfehlungen der Rentenkommission erklärt Horst Vöge, Präsident des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen: „Wir sehen in den Empfehlungen der Rentenkommission noch einige Ungleichgewichte. Kritisch bewerten wir die vorgesehene stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters. Zudem fehlen konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Altersarmut und zur Stärkung der sozialen Gerechtigkeit. Dabei bleibt insbesondere unberücksichtigt, dass nicht alle Menschen überhaupt in der Lage sind, das reguläre Renteneintrittsalter zu erreichen. Hier bedarf es einer deutlichen Stärkung der Erwerbsminderungsrente sowie verlässlicher und fairer Regelungen für diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden müssen.“

Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz: Wer wird angehört und wurde von wem eingeladen?

KI mit Brandenburger Tor mit Aufschrift BGG? unter großer Lupe
KI mit Brandenburger Tor mit Aufschrift BGG? unter großer Lupe
Foto: Juliane Harms mit KI gestaltet

Berlin (kobinet) Bei Anhörungen zu Gesetzgebungsverfahren spiegelt sich in der Regel das Interesse und die Ausrichtung der einzelnen Positionen der Bundestagsfraktionen bereits in der Auswahl der eingeladenen Sachverständigen und Verbände wider. Dies scheint bei der heute, am 22. Juni 2026 von 15:00 bis 16:30 Uhr, anstehenden Anhörung im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz nicht anders zu sein. Denn ein Blick auf die Liste der Eingeladenen und vor allem darauf, wer wen eingeladen hat, verdeutlicht, welche Positionen im weiteren Gesetzgebungsprozess von welche Fraktion vertreten werden. Während die CDU/CSU hauptsächlich auf Vertreter aus der Wirtschaft setzt, setzt die SPD auf die Fachexpertise von Jurist*innen aus dem universitären Bereich und aus dem Deutschen Institut für Menschenrechte. Grüne und Linke setzen auf Selbstvertreter*innen mit entsprechender Expertise. Die Anhörung wird ab 15:00 Uhr auf www.bundestag.de mit Gebärdensprachdolmetschung und Untertitelung übertragen

BGG-Reform: Ein Gesetz, das Behinderte gleichstellt, sieht anders aus

Sharepic mit Christiane Möller zur BGG-Reform
Sharepic mit Christiane Möller zur BGG-Reform
Foto: DBSV

Berlin (kobinet) Heute, am 22. Juni 2026 findet von 15:00 bis 16:30 Uhr im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages eine Sachverständigenanhörung zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) statt. Der Gesetzentwurf verfolgt unter anderem das Ziel, „den Zugang zu privaten Gütern und Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen spürbar und nachhaltig zu verbessern, ohne dabei Unternehmen unverhältnismäßig stark zu belasten“. Die Justiziarin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), Christiane Möller, wird als Sachverständige an der Anhörung teilnehmen und stellt fest, dass das Ziel der Reform bisher klar verfehlt wird: „Ein Gesetz, das Behinderte gleichstellt, sieht anders aus. Im vorliegenden Entwurf wird an allen Stellschrauben gedreht, um die Wirtschaft zu schonen. Zwar wird den Unternehmen nun verboten, behinderte Menschen zu benachteiligen, aber dieses ‚Verbot‘ wird im Gesetz so ausgehöhlt, dass es behinderten Menschen im Alltag nichts bringt.“

Protest für Barrierefreiheit erreichte Bundeswirtschaftsministerium

Bild von der Bühnenbesetzung im Wirtschaftsministerium am 21.6.2026
Bild von der Bühnenbesetzung im Wirtschaftsministerium am 21.6.2026
Foto: privat

Berlin (kobinet) Beim Tag der offenen Tür des Bundeswirtschaftsministerium am 21. Juni 2026 wurde der Ärger behinderter Menschen an der Blockadehaltung dieses Ministeriums in Sachen Verpflichtung von Unternehmen zur Barrierefreiheit und angemessenen Vorkehrungen bei einer Protestaktion deutlich. Behinderte Menschen besetzten die Bühne, organisierten eine Mahnwache und skandierten, dass sie Barrierefreiheit Jetzt wollen. Mit dem Protest wurde die Veranstaltung im Rahmen des Tages der offenen Tür massiv gestört und im Vorfeld der heute am 22. Juni 2026 stattfindenden Anhörung des Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales die Unzufriedenheit und der Ärger über den vorliegenden Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Ausdruck gebracht. Von 14:00 bis 17:00 Uhr geht es heute am 22. Juni vor dem Paul-Löbe Haus des Bundestages in Berlin weiter mit den Protesten, wenn dort ab 15:00 Uhr die Anhörung zum Gesetzentwurf für Änderungen des Behindertengleichstellungsgesetz stattfindet.

Wichtiger Termin für die Zukunft der Barrierefreiheit: Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz

Bundestag Besprechungsraum
Bundestag Besprechungsraum
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Heute, am 22. Juni 2026 von 15:00 bis 16:30 Uhr, findet ein wichtiger Termin für die Zukunft der Barrierefreiheit in Deutschland statt. Der Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestag führt dann nämlich seine Anhörung zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) durch. Dabei geht es auch um einige Anträge der Opposition zum Thema. Die Anhörung zu dem von vielen Behindertenverbänden scharf kritisierten Gesetzentwurf ist öffentlich und wird auf www.bundestag.de mit Verdolmetschung in die Deutsche Gebärdensprache und Untertitelung übertragen und ist später in der Mediathek des Deutschen Bundestages abrufbar, wie es in der Ankündigung heißt. Die Anhörung wird sowohl von Aktiven im Paul-Löbe-Haus als auch von Demonstrierenden vor dem Paul-Löbe Haus aufmerksam verfolgt. Denn diese dürfte wichtige Grundlage für mögliche Änderungsanträge bieten.

Nachwuchs in der Selbstvertretung – jung, behindert, engagiert

Sharepic zur Veranstaltung vom 24. Juni 2026 um 18:00 Uhr zum Nachwuchs
Sharepic zur Veranstaltung vom 24. Juni 2026 um 18:00 Uhr zum Nachwuchs
Foto: fab

Kassel (kobinet) „Nachwuchs in der Selbstvertretung – jung, behindert, engagiert“, so lautet der Titel einer Veranstaltung, die das Projekt Aktiv Teilhabe gestalten des Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) am 24. Juni 2026 um 18:00 Uhr in den Räumen des freiRAUM des fab in der Samuel-Beckett-Anlage 6 in 34119 Kassel durchführt. „Wie engagieren sich junge behinderte Menschen heute – und was braucht es, damit ihre Perspektiven stärker gehört werden? Darüber sprechen an diesem Abend Kevin Hoffmann und Lisa Baenitz, die auf ganz unterschiedliche Weise in der Selbstvertretung aktiv sind“, heißt es u.a. in der Ankündigung.

Das Saarländische Sommermärchen, aber jetzt nicht nachlässig werden!

Nico Mindermann
Nico Mindermann
Foto: privat

Saarbrücken (kobinet) Die Nationalen Spiele von Special Olympics Deutschland im Saarland und in Forbach sind nun beendet und waren für Nico Mindermann ein großer Erfolg. Sie zeigen seiner Meinung nach, wie ein Sportgroßereignis tatsächlich einen wichtigen Beitrag zu mehr Inklusion leisten kann, wie aus seinem Kommentar für die kobinet-nachrichten hervorgeht. Nico Mindermann mahnt allerdings, dass man nun in Sachen Inklusion nicht nachlassen dürfe. Und eine neu beschlossende Förderschulverordnung für das Saarland erreiche gerade das Gegenteil.

Hubert Hüppe kritisisert Nominierung einer Förderschule für den Deutschen Schulpreis 2026

Hubert Hüppe
Hubert Hüppe
Foto: Hubert Hüppe

Unna (kobinet) Hubert Hüppe war von 2009 bis 2013 Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen und hat sich dabei besonders für eine inklusive Bildung im Sinne des Artikels 24 der UN-Behindertenrechtskonvention eingesetzt. Dabei hat er auch mit der Robert-Bosch Stiftung beim Deutschen Schulpreis zusammengearbeitet. Umso erstaunter ist Hubert Hüppe daher nun, dass sich auf der Liste der Top 20 Schulen für den Deutschen Schulpreis 2026 eine Förderschule befindet, die seiner Ansicht nach nicht viel mit Inklusion zu tun hat. Seine Mail an die Stiftung hat Hubert Hüppe den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zugesandt.

Bentele: Gefahr für Einsamkeit bei pflegenden Angehörigen besonders groß

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Das Bundesfamilienministerium startet heute, am 22. Juni 2026, eine Aktionswoche gegen Einsamkeit, an der sich auch der Sozialverband VdK beteiligt. Dazu sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Einsamkeit kann jeden treffen. Besonders gefährdet sind jedoch Menschen, die wenig am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Viel stärker in den Fokus rücken müssen hier die pflegenden Angehörigen. Vielen von ihnen fehlt es vor allem an Zeit und Kraft, sich neben der Pflege ihrer Liebsten im Verein zu engagieren, einem Hobby nachzugehen oder einfach nur mal ein Volksfest im Ort zu besuchen. Das ist ein riesiges Problem.“

Protestaktion im Wirtschaftsministerium: Wir gehen nicht bevor das Gesetz nicht geht!

Protest beim Tag der offenen Tür im Wirtschaftsministerium am 20.6.2026
Protest beim Tag der offenen Tür im Wirtschaftsministerium am 20.6.2026
Foto: privat

Berlin (kobinet) Aktivist*innen mit und ohne Behinderungen demonstrieren derzeit – am Nachmittag des 21. Juni 2026 – im Bundeswirschaftsministerium. Sie wollen vor der morgigen parlamentarischen Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) Druck machen. „Wir gehen nicht, bevor das neue BGG nicht geht!“, so die klare Ansage der Aktivist*innen. Die Aktivist*innen nutzen für ihre Aktion den traditionellen Tag der offenen Tür der Bundesregierung, an dem Bürger*innen zu verschiedenen Veranstaltungen der einzelnen Ministerien eingeladen sind.