Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet)
Willis Blick folgt hinter geschlossenen Lidern fasziniert einer alternativen Begegnung von Mensch und Natur.
Staufen (kobinet)
Willis Blick folgt hinter geschlossenen Lidern fasziniert einer alternativen Begegnung von Mensch und Natur.
Leoben, Österreich (kobinet)
„Hinfallen ist erlaubt. Aufstehen ist Pflicht“, so lautet der Titel eines Buches von Barbara Tolliner – eine biografische Mutmacher-Erzählung mit dem Untertitel „Wie geht Leben, wenn alles anders kommt“. Der vor einigen Jahren nach einer Krebserkrankung verstorbene Klaus Tolliner und seine Frau Barbara Tolliner, die das Buch geschrieben hat, waren u.a. treibende Kräfte bei den Sommercamps zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen, die von 2006 bis 2018 im jährlichen Wechsel in Duderstadt und Graz stattgefunden haben.
Berlin (kobinet)
Die einen leben in vollklimatisierten Wohnungen, arbeiten in kühlen Büros oder steigen in klimatisierte Autos, während andere sich das nicht leisten können oder aus Umweltgründen nicht leisten wollen. Der Umgang mit Hitze gestaltet sich nicht nur in Deutschland also je nach sozialer Ausgangslage ganz unterschiedlich. Hinzu kommt, dass die Belange behinderter Menschen in Extremsituationen wie der derzeitigen Hitze oft weitgehend auf der Strecke bleiben. „Bei der Debatte um Schutzmaßnahmen bleiben Menschen mit Behinderungen oft außen vor. Dabei sind gerade sie auf barrierefreie Kühlräume angewiesen.“ Dies schreibt Andrea Schöne in einem Gastkommentar für die taz mit der Überschrift „Klima und Ableismus: Nicht alle trifft die Hitze gleich“.
Berlin (kobinet)
Während Kürzungen im Gesundheitswesen an verschiedenen Stellen vorangetreiben werden, verdichten sich die Informationen, dass Krankenkassen hunderte von Millionen Euro bei riskanten Investments verzockt haben. In einem ntv-Bericht vom 6. August 2026 heißt es dazu: „Mehrere Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen haben nach Medienberichten insgesamt mindestens 220 Millionen Euro durch umstrittene Investments verloren. Bei den bereits vor Jahren verlorenen Millionensummen der Krankenkassen handele es sich um Beitragsgelder von gesetzlich Versicherten, so NDR, WDR und ‚Süddeutsche Zeitung‘. Bei den Kassenärztlichen Vereinigungen entspreche das Geld Mitgliedsbeiträgen von Ärztinnen und Ärzten.“
Berlin (kobinet)
Im Rahmen des Projektes „Bei Anruf Kultur“ wird der Botanische Garten Berlin erstmals per Telefonführung erlebbar. Am 27. August und am 29. Oktober 2026 können Interessierte einen der größten und bedeutendsten Botanischen Gärten der Welt kostenlos live entdecken – unabhängig von Sehvermögen, Mobilität oder Wohnort. Mit dieser Premiere erweitert „Bei Anruf Kultur“ sein bundesweites Angebot um einen weiteren außergewöhnlichen Kulturort und zeigt, wie kulturelle Teilhabe ohne Umbauten gelingen kann.
Düsseldorf (kobinet)
Rente, Pflege und Gesundheit – die geplanten Reformen der Bundesregierung lösen aus Sicht des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen (NRW) die Probleme nicht – stattdessen schaffen sie neue Unsicherheit. „Kürzungen sind keine Reformen. Die Vorhaben in jetziger Form gefährden das Vertrauen der Menschen in die soziale Sicherheit. Das spüren wir täglich im Austausch mit unseren 425.000 Mitgliedern: Noch nie haben uns so viele persönliche und besorgte Nachrichten erreicht“, sagt Horst Vöge, Präsident des VdK NRW.
FRECHEN (kobinet)
Deutschlands Nationalmannschaft im Para Rudern hat bei den Europameisterschaften im italienischen Varese zwei Goldmedaillen gewonnen. Jubeln durften Kathrin Marchand und Valentin Luz im PR3-Mixed-Doppelzweier sowie Jasmina Bier und Paul Umbach im PR2-Mixed-Doppelzweier. Beide Duos verteidigten ihre EM-Titel. Jasmina Bier und Paul Umbach machten es besonders spannend. Sie lieferten sich bis zur Ziellinie ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Ukraine und hatten am Ende mit 0,4 Sekunden die Nase vorne. Eine gute Leistung hat auch der Doppelzweier mit Kathrin Marchand und Valentin Luz geboten. In persönlicher Bestzeit von 6:55,91 Minuten ruderten Marchand und Luz souverän zu EM-Gold und zur Titelverteidigung. Damit waren sie gut 2,7 Sekunden schneller als ihre eigene Weltbestzeit.
Hannover (kobinet)
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) Niedersachsen warnt vor den Folgen der geplanten Kürzung des Unterhaltsvorschusses. Besonders betroffen seien Frauen, die aufgrund häuslicher Gewalt in Frauenhäusern leben, da sie laut aktueller Frauenhausstatistik viermal häufiger auf die Leistung angewiesen sind als andere Alleinerziehende. Der SoVD fordert einen Stopp der Reform.
Kassel (kobinet)
Auch wenn die Hitze der Hundstage derzeit Einigen kräftig zu schaffen macht und in dieser Woche noch in allen Bundesländern Schulferien sind bevor in der nächsten Woche zum Teil die Schule wieder losgeht, steht der Herbst schon fast vor der Tür. Ein Herbst, der nach Einschätzung von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul in behindertenpolitischer Sicht äusserst anstrengend werden dürfte. Denn viele Gesetzesvorhaben sind im Bundestag schon fast entscheidungsreif, bzw. werden demnächst von der Bundesregierung auf den Weg gebracht. Daher empfiehlt der Behindertenrechtler trotz der anstrengenden Hitze noch einmal richtig Kraft zu schöpfen, damit die Behindertenbewegung bei den anstehenden Gesetzesvorhaben Flagge zeigen, das Schlimmste verhindern und vielleicht die eine oder andere Verbesserung erreichen kann.
Lörrach (kobinet)
Aus dem Landkreis Lörrach werden Fortschritte bei der Integration von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt gemeldet. Im Rahmen eines speziellen Jobcoach-Projekts konnten zwei Personen in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse vermittelt werden. Die Jobccaches begleiten dabei den Übergang von Werkstätten für behinderte Menschen in reguläre Betriebe und unterstützen sowohl die Arbeitnehmer als auch die Arbeitgeber bei der notwendigen Umgestaltung der Arbeitsabläufe und des Umfelds, wie es in einem Bericht der Finanzeitung AD HOC NEWS vom 5. August 2026 heißt.
Wien (kobinet)
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 23. Juli 2026 zehn Entwürfe für die nächste Euro-Banknotenserie vorgestellt. Menschen in ganz Europa können diese bis 21. September 2026 in einer Online-Umfrage bewerten. Für behinderte Menschen ist es dabei wichtig, dass die Banknoten gut erkennbar und ertastbar sind, wie aus einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS hervorgeht.
ERLANGEN (kobinet)
Die Lebenshilfe Erlangen ist über die aktuellen Sparvorhaben der Bundesregierung in der Eingliederungshilfe, der Pflegeversicherung und der Kinder- und Jugendhilfe sehr besorgt. Die Leistungskürzungen würden in großem Maße Menschen mit Beeinträchtigung treffen und ihre gesellschaftliche Teilhabe sowie Inklusion gefährden. „Eingliederungshilfe ist kein Luxus und kein freiwilliger Zuschuss, sondern Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Beeinträchtigung gleichberechtigt leben und ihre Rechte wahrnehmen können“, betont Frank Morell, Vorsitzender der Lebenshilfe Erlangen.
BERLIN (kobinet)
Die Bundesregierung plant, wie vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) festgestellt wird, im Rahmen des vom Kabinett im Juli 2026 beschlossenen „Bürokratierückbaugesetz Verkehr“ wieder einmal auf Kosten von Menschen mit Behinderungen, Seniorinnen und Senioren sowie Familien mit Kinderwagen und kurzfristig mobilitätseingeschränkten Menschen einen haltlosen Bürokratieabbau. Parallel will die Regierung wieder einmal keine ausreichenden finanziellen Mittel für die Förderungen für die Verbesserung einer barrierefreien Mobilität an Länder und Kommunen bereitstellen, wie von der rechtsverbindlichen UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) insbesondere in den Artikeln 9 und 20 sowie auch vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) seit Jahren gefordert.
BERLIN (kobinet)
Das Organisationsteam hat seine Köpfe rauchen lassen und ein buntes Programm als Höhepunkt des Jubiläumsjahres eine Aktionswoche in der Matthäus-Kirchengemeinde in Berlin-Steglitz erstmalig als gemeinsame Veranstaltung von DSB, DCIG, DHV und dem SVB auf die Beine gestellt. Bis zu dieser Veranstaltung ist es nicht mehr lange hin. Sie wird vom 17. bis zum 20. September 2026 stattfinden.
Berlin (kobinet)
Viktoria Przytulla hat am 2. August 2026 an einer Stadtführung im Berliner Olympiastadium teilgenommen. An dem Ort, an dem vor 90 Jahren, am 1. August 1936, die Olympiade im NS-Deutschland eröffnet wurde, stieß sie auf Nazisymbolik, die die Ideologie des „gesunden Volkskörpers“ heute immer noch verkörpert. In ihrem Bericht für die kobinet-nachrichten plädiert die Wissenschaftlerin dafür, dass die nächste Demonstration zum Protesttag für die Rechte von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai auf dem Gelände des Berliner Olympiageländes stattfinden sollte. Und dass wir dabei Zeichen hinterlassen, die diesen von Faschismus geprägten Ort nachhaltig verändern.
Köln (kobinet)
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Inklusionsämter und Hilfen der Sozialen Entschädigung (BIH) veröffentlichte vor kurzem den Jahresbericht mit einem Überblick über die Tätigkeiten sowie die Verwendung der Mittel im Jahr 2024. Das bundesweite Aufkommen der Ausgleichsabgabe lag 2024 bei knapp 893 Millionen Euro. Davon verblieben 82 % (733 Millionen Euro) bei den Inklusions- und Integrationsämtern, 18 Prozent gingen an den Ausgleichsfonds des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Die Ausgaben stiegen gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf rund 755 Millionen Euro. Davon flossen 236 Millionen Euro an Arbeitgeber zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen (43.000 Einzelfälle) sowie 146 Millionen Euro an 1.037 Inklusionsbetriebe. Zusätzlich erhielten 9.900 schwerbehinderte Menschen im Arbeitsleben Leistungen der Begleitenden Hilfe in Höhe von 86 Millionen Euro – etwa für Mobilität, Arbeitshilfen, Qualifizierung oder Arbeitsassistenz.
Marburg (kobinet)
Am Sonntag, den 2. August 2026, wurde im Rahmen der Bekanntgabe der AKTION MENSCH-Gewinnzahlen ein Trailer gezeigt, in dem über das Kunstmuseum Marburg und das Projekt der „Museumsfreunde“ mit dem Titel „Museum für alle“ berichtet wurde. Das Video hat ist zwei Minuten lang und ist in der ZDF Mediathek unter folgendem Link zu finden:
Darauf hat Dr. Bernhard Conrads aus Marburg die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht.
Villmar – Weyer (kobinet)
Seine Sommerkolumne widmet Stephan Laux allen Andersdenkenden.
Und allen, die sich unerschrocken und unermüdlich gegen Neo-, Schon-immer und Fast-Nazis, stellen. https://youtu.be/zxX2rrjXUdI?si=xpANqpXcGDxE6qPH
Gegenüber Andersdenkenden bin ich tolerant. Doch bei Faschisten stößt meine Toleranz fast an ihre Grenzen. Deshalb danke an Hans Willi Weis für den Link zu diesem Lied von Igor Levit und Danger Dan, über das alle seit Wochen reden und das ich mir dann doch einmal angehört habe.
Brüssel / Wien (kobinet)
Dass die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen einen EU-Mitgliedstaat einleitet, ist an sich nicht außergewöhnlich. Dass dies jedoch gegen 22 der 27 EU-Staaten – darunter auch Deutschland und Österreich – gleichzeitig geschieht, verdient Beachtung, heißt es in einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS. Dort heißt es weiter: „Genau das ist nun passiert: Die Kommission leitete gegen fast alle EU-Staaten ein dreistufiges Vertragsverletzungsverfahren ein, da sie die neuen EU-Vorgaben unter anderem zur Entgelttransparenzrichtlinie und weiters zu Mindeststandards für nationale Gleichbehandlungsstellen nicht fristgerecht umgesetzt haben. Als erster Schritt wurden nun Aufforderungsschreiben versandt.“
Berlin (kobinet)
Der Bundesvorstand der AG Selbst Aktiv von Menschen mit Behinderungen in der SPD fordert eine beschleunigte Einführung des Europäischen Behindertenausweises. Anlässlich seiner Klausurtagung vom 1. – 2. August 2026 im Willy-Brandt-Haus in Berlin betonte der Verband, dass die seit Oktober 2024 vorliegende EU-Richtlinie zügig umgesetzt werden müsse. Die verbindliche Frist bis zum 5. Juni 2028 sei zu lang, um sich darauf ausruhen zu können, sagte Karl Finke, Co-Bundesvorsitzender der AG Selbst Aktiv.
Nürnberg (kobinet)
Mit 192.630 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten schwerbehinderten Arbeitslosen wurde im Juli 2026 ein trauriger Rekord erreicht. Dies ist der höchste Wert in der Zeitreihe der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen in Deutschland, die von der Bundesagentur für Arbeit seit 1. Januar 2007 geführt wird. Allein im letzten Jahr sind über 6.000 schwerbehinderte Arbeitslose hinzugekommen. Im Juli 2025 lag die Zahl bei 186.225. Im Juni 2026 lag die Zahl der arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen noch bei 190.098, also über 2.500 niedriger. Vonseiten der Bundesregierung gibt es nach wie vor keine konkreten Anzeichen, diesem für viel Betroffene herausfordernden Trend durch konkrete Regelungen entgegenzuwirken. Auch in Sachen Reform der Werkstätten für behinderte Menschen, in denen über 300.000 behinderte Menschen zusätzlich weit unter dem Mindestlohn mit einem Durchschnittsentgelt von ca. 230 Euro im Monat und ohne nennenswerte Vermittlungschance auf den allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten, geht es nicht voran.
HAMBURG (kobinet)
Gesetzlich Krankenversicherte zahlen bei Hörgeräten besonders hohe Beträge aus eigener Tasche. Nach einem Bericht des Deutschen Ärzteblatts vom 27. Juli 2026 entfallen rund 62 Prozent aller von Versicherten getragenen Mehrkosten bei Hilfsmitteln auf Hörhilfen. Durchschnittlich zahlten Betroffene 1.656,99 Euro zusätzlich. Für den Bund der Schwerhörigen e. V. Hamburg werfen diese Zahlen grundsätzliche Fragen zur Qualität und Ausgestaltung der Hörgeräteversorgung auf. „Wer hören will, muss zahlen? Gleichberechtigte Teilhabe darf keine Frage des Geldbeutels sein. Hörbehinderte Menschen benötigen Hörgeräte nicht als Komfortprodukt, sondern um kommunizieren, arbeiten und am gesellschaftlichen Leben „gleichberechtigt“ teilnehmen zu können“, erklärt Jörg Winkler vom Hörberatungs- und Informationszentrum des Bund der Schwerhörigen e. V. Hamburg.
REUTLINGEN (kobinet)
Christian Sackmann, der Vorsitzende des Werkstattrats der BruderhausDiakonie, hat die Bundestagspetition 198637 eingereicht. Ziel dieser Petition ist, eine öffentliche Anhörung im Deutschen Bundestag zur Zukunft der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) zu erreichen. Der Bundestag sei für die gesetzlichen Rahmenbedingungen zuständig und müsse notwendige Änderungen anstoßen, so Sackmann. In der Petition wird auf die Studie „Nachhaltiges und transparentes Entgeltsystem für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten für behinderte Menschen und deren Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“ verwiesen. Zudem wird der Koalitionsvertrag genannt, der eine Verbesserung des Werkstattentgelts ankündigt. Auch die Kritik der Vereinten Nationen am deutschen Werkstattsystem im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) findet Erwähnung. Für Menschen, die nicht online unterschreiben können, steht auf der Internetseite der BruderhausDiakonie eine Unterschriftenliste zum Download bereit.
Hannover (kobinet)
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) Niedersachsen fordert die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für ein kostenfreies Basiskonto einzusetzen und die niedersächsischen Sparkassen in die Pflicht zu nehmen. Anlass ist der Anstieg der Girokontogebühren, die für viele Menschen im Leistungsbezug oder mit geringem Einkommen zur Belastung werden. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact sind die Gebühren für jede fünfte Person in Deutschland innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen. Fast jede*r Vierte zahlt inzwischen mindestens 100 Euro jährlich, unter Sparkassenkund*innen sogar mehr als ein Drittel.
Berlin (kobinet)
Die ambulante Gesundheitsversorgung ist für viele Menschen schwer zugänglich und unübersichtlich. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert deshalb eine Primärversorgung, die Patient*innen zuverlässig begleitet, medizinische Angebote besser koordiniert und bestehende Barrieren abbaut. Zusätzliche Gebühren, verpflichtende Einschreibungen oder andere Zugangshürden lehnt der Verband ab.“ So heißt es auf der Internetseite des SoVD, auf der auch das Forderungspapier des Verbands mit dem Titel „Primärversorgung neu gestalten – Orientierung geben, Zugänge sichern, Versorgung stärken“ heruntergeladen werden kann.
Marburg (kobinet)
„Am Boden: Von der unsichtbaren Wand und meinen Einwänden gegen manche ‚Norm'“, so hat der blinde Journalist Franz-Josef Hanke seinen Beitrag für die kobinet-nachrichten getitelt, in dem er auf seine Erfahrungen mit epileptischen Anfällen und dem zunehmenden Erblinden blickt. Vor allem schreibt er darüber, was es für ihn, der Stress reduzieren sollte, bedeutet, wenn er durch Barrieren, durch Ignoranz und mangelnden Respekt gegenüber seiner ganz individuellen Behinderung gestresst wird.
Erlangen (kobinet)
Am 8. März 2026 wurde Ina Fischer, die sich beim Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen u.a. für Inklusion und die Rechte behinderter Menschen einsetzt, bei den Kommunalwahlen in den Stadtrat von Erlangen gewählt. Wie sich die blinde Aktivistin für Inklusion auf diese neue Aufgabe vorbereitet hat, für welche Bereiche sie nun für ihre Fraktion zuständig ist und welche Tipps sie für andere behinderte Menschen hat, die sich auch politisch engagieren wollen, dazu führte kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul das folgende Interview mit Ina Fischer.
BERLIN (kobinet)
Die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) für zahlreiche Produkte und Dienstleistungen gelten nun bereits seit einem Jahr. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit stellt dazu auf ihrer Übersichtsseite wichtige Informationen zum Gesetz zur Verfügung und bietet unter anderem Antworten auf häufig gestellte Fragen. Zudem unterstützen diese Inhalte Unternehmen und Organisationen dabei, sich mit den gesetzlichen Vorgaben auseinanderzusetzen und bieten Hilfestellungen für die Umsetzung.
Berlin (kobinet)
„Die im Deutschen Behindertenrat (DBR) zusammengeschlossenen Verbände verfolgen die aktuellen Diskussionen über geplante Einsparungen in der Eingliederungshilfe mit großer Sorge und Bestürzung. Die Empfehlungen aus dem Dialogprozess Eingliederungshilfe vom 12.06.2026 sowie das Beschlusspapier von Bund und Ländern vom 25.06.2026 weisen aus unserer Sicht in die falsche Richtung. Die finanzielle Situation vieler Kommunen ist zweifellos angespannt. Maßnahmen zur Verwaltungsvereinfachung, zur Effizienzsteigerung und zur Entlastung kommunaler Haushalte sind notwendig. Auf keinen Fall dürfen dabei jedoch die grundgesetzlich und durch die UN-Behindertenrechtskonvention garantierten Rechte auf Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Frage gestellt werden.“ So heißt es in einem Offenen Brief, den der Deutsche Behindertenrat an den Bundeskanzler, die Ministerpräsident*innen der Länder, die Mitglieder der Arbeits- und Sozialminister*innenkonferenz und Vertreter*innen der kommunalen Spitzenverbände gerichtet hat.
BERLIN (kobinet)
Nach einem Bericht der Hilfsorganisation Handicap International (HI) schaffen Minen und Blindgänger in Syrien eine neue Generation von Menschen mit Behinderungen. Mehr als 28 Prozent der syrischen Bevölkerung, die humanitäre Hilfe benötigen, haben bereits eine Behinderung. Gleichzeitig werden diese Menschen weitgehend von Wiederaufbauprogrammen ausgeschlossen, da Krankenhäuser oder Schulen nicht barrierefrei aufgebaut werden. Zudem ist die medizinische Versorgung im Land stark eingeschränkt.
Bad Segeberg / Kassel (kobinet)
„Zwischen Pride, Politik und Perspektiven – Inklusion kennt keine Sommerpause“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Juli 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Juli 2026 bestimmt haben. Im Fokus steht in dieser Episode des IGEL-Podcast u. a. die überraschende Kabinettsumbildung der Bundesregierung und die damit verbundenen Veränderungen in der Gesundheits- und Sozialpolitik.
Hannover (kobinet)
In Niedersachsen finden am 13. September 2026 Kommunalwahlen statt. Gewählt wird unter anderem der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover. Beeinflusst durch die radikalen Sparmaßnahmen der Bundesregierung – insbesondere in der Sozialpolitik – rückt das Thema Inklusion bei dieser Wahl besonders in den Fokus. Um herauszufinden, wie die Spitzenkandidaten zur Wahl des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Hannover sowie die Spitzenkandidat*innen zur Wahl des bzw. der Regionspräsident*in sich in Sachen Inklusion positionieren, hat der Arbeitskreis Inklusion vom Verein Janun Hannover zu einem Inklusionstalk in die Sendung „Nachgefragt“ bei h1-Fernsehen eingeladen.
Dresden (kobinet)
Das Zentrum selbstbestimmt Leben Sachsen hat sich mit einem offenen Brief an den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gewandt. Anlass sind seine Äußerungen zur sogenannten Brandmauer sowie die aktuellen Gespräche zwischen Bund und Ländern über die finanzielle Situation der Kommunen und den sogenannten Zukunftspakt. Viele Menschen mit Behinderungen befürchten, dass eine politische Zusammenarbeit mit der AfD zu einer Normalisierung von Positionen führen könnte, die Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe infrage stellen. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass individuelle Rechtsansprüche in der Eingliederungshilfe unter finanziellen Druck geraten.
MEISENHEIM (kobinet)
„Seit vier Jahren ist unsere Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen in Meisenheim auf dem Gelände des Bodelschwingh Zentrums Partner von Karopack. Was als kleiner Testlauf begann, ist mittlerweile ein solides wirtschaftliches Standbein für den Betrieb. Denn die nachhaltigen und umweltfreundlichen Verpackungspolster, die hier von den Beschäftigten hergestellt werden, sind gefragt. Gingen vor zwei Jahren schon monatlich 10.000 mit den weißen gekreuzten Schwertern von Meißner Porzellan am Glan vom Band, rollen heute wöchentlich 15.000 Polstertüten mit den Emblemen der verschiedensten Industriekunden per Lkw vom Hof der Werkstatt. Dazu zählen Firmen aus der Kosmetikbranche ebenso wie Maschinenbauer und andere Industriekunden. Sie alle vertrauen ihre Waren den Verpackungspolstern an, damit diese sicher und heil beim Kunden ankommen. Die Beschäftigten der Werkstatt und natürlich auch Betriebsleiter Rüdiger Fett macht das stolz.“ So heißt es in einer Presseinformation der Stiftung kreuznacher Diakonie.
DÜSSELDORF (kobinet)
Die kostenfreie Ausbildung trägt nach Einschätzung der Landesregierung wirkungsvoll zur Fachkräftesicherung bei. Nordrhein-Westfalen führt in diesem Zusammenhang die Schulgeldfreiheit für die Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen weitere fünf Jahre fort. Eine entsprechende Förderrichtlinie tritt zum 1. Januar 2027 in Kraft. Im Rahmen der Förderung erstattet das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) das von der jeweiligen Ausbildungsstätte erhobene Schulgeld je besetztem Ausbildungsplatz vollständig. Auszubildende zahlen so auch weiterhin nicht selbst für ihre Ausbildung. Mit der Förderrichtlinie Gesundheitsfachberufe werden Ausbildungsplätze in der Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Podologie, pharmazeutisch-technischen Assistenz, der Berufe in der medizinischen Technologie sowie der Masseurinnen und medizinischen Bademeisterinnen und Masseuren und medizinischen Bademeistern finanziert, sofern die Schulen oder Ausbildungen nicht am Krankenhaus stattfinden. Im Jahr 2025 gab es in Nordrhein-Westfalen ungefähr 15.800 belegte Ausbildungsplätze in den Gesundheitsfachberufen. Rund 11.200 davon wurden durch die Schulgeldfreiheit finanziert, die Übrigen über das Krankenhausfinanzierungsgesetz. Das Land stellt für die Schulgeldfreiheit allein in diesem Jahr rund 67 Millionen Euro zur Verfügung.
OLTEN (kobinet)
Jeder Ort erzählt Geschichten. Mit einem Projekt des schweizerischen Procap Reisen werden diese auf einem Audioguide gespeichert. Mit dessen Hilfe lassen sich diese Geschichten dann mit eigenen Sinnen und in Ihrem eigenen Tempo entdecken. Die Entwicklung eines Audioguides beginnt mit der Auswahl geeigneter Standorte entlang der Route. Gemeinsam mit Fachpersonen und Menschen mit Behinderungen werden spannende Inhalte zu Natur, Kultur, Geschichte und Inklusion erarbeitet. Die Audioaufnahmen entstehen direkt vor Ort, um authentische Eindrücke einzufangen. Anschliessend werden die Hörbeiträge und Transkriptionen in die App MyWay Pro integriert und entlang der Route auch über QR-Codes zugänglich gemacht.
FRECHEN-BUSCHBELL (kobinet)
Das Pferdesport- und Reittherapiezentrum (PRZ) der Gold-Kraemer-Stiftung war erneut der Austragungsort der Rheinischen Meisterschaften im Voltigieren. In einer Atmosphäre voller Teamgeist und Freude zeigten die über 100 Athletinnen und Athleten den über 700 Gästen, die dort Spitzensport, Teamgeist und gelebte Inklusion erleben konnten, beeindruckende sportliche Leistungen. Die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Pferdesportverband Rheinland und dem Team des PRZ um Betriebsleiterin Inga Nelle schuf, trotz sommerlicher Temperaturen, optimale Bedingungen und machte die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg. Die Voltigiererinnen und Voltigierer des gastgebenden Vereins PRZ Frechen e.V. überzeugten auf ganzer Linie. Besonders im Para-Voltigieren dominierten die Athleten des PRZ: Tobias Hardt verteidigte souverän seinen Meistertitel aus dem Vorjahr. Die Silber- und Bronzemedaillen gingen an seine Teamkolleginnen Ricarda Scheidt und Siri Bar auf ihrem Pferd Nando, longiert von Rebekka Stöckele. Bei den Para-Gruppen siegte die „Samstaggruppe“ des PRZ.
BERLIN (kobinet)
Sechs Tage lang hat das Saarland gezeigt, welches Potenzial entsteht, wenn Menschen mit geistiger Behinderung die Bühne bekommen, die sie verdienen. Mit herausragenden persönlichen Leistungen, einer nie dagewesenen gesellschaftlichen und medialen Aufmerksamkeit sowie zahlreichen Neuerungen haben die Special Olympics Nationalen Spiele Saarland 2026 neue Maßstäbe für inklusiven Sport in Deutschland gesetzt.
Staufen (kobinet)
„Keine Angst“, den Antifa-Rap des Comedian Danger Dan (gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit uraufgeführt) und kurzfristig von der ZDF-Intendanz aus der Sendung „Die Anstalt“ herausgenommen, gecancelt, gibt es jetzt (vorgestellt im Berliner Columbia Theater vor großen Publikum) auf Youtube. – Ich habe es mir angehört, die Beiträge auf der Veranstaltung und das Lied von Danger Dan am Ende haben mich aufgewühlt und mich zugleich innerlich gespalten und ratlos zurückgelassen. Wozu die zeitliche Nähe zum Anschlag auf den CSD noch beigetragen hat.
Kassel (kobinet)
Der Disability Pride Monat, der traditionell im Juli begangen wird, geht zu Ende. Ein guter Grund auf einen Beitrag von Karina Sturm in der Neuen Norm zu blicken, für den diese neben der Schilderung ihrer eigenen Erfahrungen auch Stimmen zum Disability Pride Monat beim Kämpferherzentreffen vom 25. Juli 2026 in Kassel eingefangen und als Kurzvideos veröffentlicht hat. Zum Beitrag heißt es u.a. auf der Internetseite Die Neuen Norm: „Der Juli ist der Disability Pride Monat, also etwas sperrig übersetzt ‚der Monat des Stolzes von Menschen mit Behinderungen‘ – eine Zeit, in der behinderte Menschen die Rechte von Menschen mit Behinderungen feiern und, wie der Name schon sagt, stolz auf ihre Identität als behinderte Person sind. Ich war nicht immer eine stolze behinderte Person. Für mich bedeutete ‚Pride‘ letztendlich, meine Behinderung zu akzeptieren und gleichzeitig Gemeinschaft zu finden und in Disability Culture einzutauchen. Allerdings war ‚Akzeptanz‘ kein leichtes Ziel.“