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Nachbarschaftshilfe vereinfachen

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Foto: Sozialverband VdK Saarland e. V.

SAARBRÜCKEN (kobinet)

Der Sozialverband VdK Saarland fordert einen leichteren Zugang zur Nachbarschaftshilfe im Saarland. „Es ist realitätsfern, dass ein Nachbar zum Fensterputzen, Staub saugen oder Einkaufen ein Führungszeugnis vorlegen soll, das nicht älter als drei Monate ist, da die Pflegebedürftigen die Person in der Regel schon gut kennen. Die hohen Auflagen schrecken potenzielle Helfer ab“, sagt die VdK-Landesvorsitzende Dagmar Heib. Zusammen mit dem Nachweis einer privaten Haftpflichtversicherung und der Hygieneschulung sind die Hürden für den Zugang zur Nachbarschaftshilfe einfach zu groß, wie auch die Zahlen belegen

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen brauchen eine Entlastung

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Foto: Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

BERLIN (kobinet)

Rund 85 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause gepflegt. Dabei unterstützt die professionelle ambulante Pflege und stabilisiert so das gesamte Pflegesystem in Deutschland. Die geplanten gesetzlichen Regelungen gefährden genau diese bewährten professionellen, ambulanten Versorgungsstrukturen. Besonders das neue Sozialraumbudget ist hier ein Problem, weil Pflegebedürftige dieses nicht mehr für wichtige Unterstützung durch die Pflegedienste, etwa zur Alltagshilfe und Begleitung im Haushalt nutzen dürfen. „Die Bundesregierung hat eine nachhaltige Pflegereform versprochen, liefert aber ein Sparpaket, das bewährte Pflegestrukturen gefährdet und die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen im Stich lässt“, warnt Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland, anlässlich der ersten Lesung des Pflegeneuordnungsgesetzes im Bundestag. Hier brauche es dringend Korrekturen. „Pflegebedürftige und ihre Angehörigen brauchen eine Entlastung – keine Belastung“, so Schuch.

Pflege richtig reformieren heißt: Frauen mit Beeinträchtigungen und pflegende Frauen mitdenken

Beatrice Gómez
Gómez_Beatrice
Foto: Weibernetz

Kassel (kobinet)

Nach der 1. Lesung zum Pflegeneuordnungsgesetz am 5. November 2026 im Bundestag warnt die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz vor Leistungskürzungen, neuen Zugangshürden und einer Verschärfung geschlechtsspezifischer Ungleichheit. Bei der Reform müssten sowohl Frauen mit Beeinträchtigungen, die Pflege benötigen als auch pflegende Frauen in den Blick genommen werden. Zudem müssten Pflege und Teilhabe zusammen gedacht werden. „Besonders kritisch sind die geplanten Änderungen für Menschen mit Pflegegrad 1“, erläutert Beatrice Gómez, Referentin im Verein Weibernetz und führt aus: „Der bisherige Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro monatlich soll entfallen. Die vorgesehene intensivere Pflegebegleitung kann Orientierung bieten, ersetzt aber keine praktische Unterstützung im Alltag für Frauen, die auf niedrigschwellige Hilfen angewiesen sind.“

Rollstuhlnutzer zukünftig im US-Senat vertreten

Josh Turek
Turek_Joshua
Foto: Iowa General Assembly

Kassel (kobinet)

Donald Trump hat sich besonders in den letzten beiden Jahren nach seiner erneuten Wahl zum US-Präsidenten mit seinem Feldzug gegen Diversität, Gleichstellung und Inklusion hervorgetan und vielen Initiativen in diesem Bereich und betroffenen Menschen durch Mittelkürzungen und seiner Hetze das Leben schwer gemacht. Nun wird es der US-Präsident nach der krachenden Niederlage der Republikaner bei den Midterm-Wahlen zum Kongress im neu gewählten Senat und im Repräsentantenhaus verstärkt mit Vertreter*innen genau dieser Gruppen zu tun haben. So beispielsweise im Senat mit Josh Turek, der im US-Bundesstaat IOWA in den Senat gewählt wurde. Joshua (Josh) Marc Turek ist laut Wikipedia „ein US-amerikanischer Rollstuhlbasketballer und Politiker der Demokraten aus Iowa. Er gewann als Behindertensportler zweimal die Goldmedaille und einmal eine Bronzemedaille bei den Paralympischen Spielen. Als Politiker ist er seit 2023 Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Iowa und kandidiert bei der Senatswahl 2026 für das Amt eines Senators der Vereinigten Staaten für Iowa.“ Und genau diese Kandidatur war erfolgreich, was hoffentlich der US-amerikanischen Behindertenbewegung, die derzeit massiv von Kürzungen im Gesundheitswesen und durch die Bedrohung der Rücknahme von Gleichstellungsregelungen und der Unterstützung in der Gemeinde statt in Institutionen unter Druck ist, Rückenwind in Washington geben.

Link zum Facebook-Eintrag von Josh Marc Turek

VdK-Kritik zur Pflegereform: Weniger Entlastung für die Pflege zu Hause

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: Susie Knoll

Berlin (kobinet)

Im Vorfeld der heute am 5. November 2026 ab 9:00 Uhr im Bundestag erstmals stattfindenden Beratung über den Entwurf für ein Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) hat sich Verena Bentele vom Sozialverband VdK zu Wort gemeldet. Die geplanten Einsparungen gingen vor allem zulasten der Menschen, die zu Hause gepflegt werden, und ihrer Angehörigen, betonte die VdK-Präsidentin. „Statt die Finanzierung der Pflegeversicherung nachhaltig und gerecht zu sichern, spart die Bundesregierung ausgerechnet bei den Menschen, die täglich die Versorgung zu Hause organisieren und leisten. Besonders schwer wiegt die geplante Abschaffung der Verhinderungspflege als eigenständige Leistung.“

Projekte für gelebte Inklusion und Teilhabe mit nordrhein-westfälischem Inklusionspreis geehrt

Landkarte Lage Nordrhein-Westfalen in Deutschland
Landkarte Lage Nordrhein-Westfalen in Deutschland
Foto: Gemeinfrei https://de.wikipedia.org/wiki/Flaggen_und_Wappen_der_L%C3%A4nder_der_Bundesrepublik_Deutschland

Düsseldorf (kobinet)

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat am 4. November 2026 im Rahmen des Fachtages „Inklusion. Demokratie. Solidarität.“ in Düsseldorf insgesamt zehn Initiativen und Projekte mit dem Inklusionspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Mehr als 285 Projekte haben sich auf den mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Inklusionspreis beworben. Die Ehrung erhielten Projekte aus der Region Köln/Bonn, dem Kreis Soest, aus Münster, Lemgo, Rheine, Düsseldorf, Herne, Nettetal und Sonsbeck. Beim Fachtag mit Ministerpräsident Hendrik Wüst, Sozialminister Karl-Josef Laumann, Schulministerin Dorothee Feller und Claudia Middendorf, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, ging es um die Bedeutung von Inklusion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Abbau von Barrieren.

Bundestag debattiert zum Pflegeneuordnungsgesetz

Bundestag im Herbst
Bundestag im Herbst
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet)

Viel wurde in den letzten Monaten über Reformen bei der Pflegeversicherung diskutiert, heute am 5. November 2026 findet von 9:00 bis 10:10 Uhr im Plenum des Deutschen Bundestages die Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz) statt. Zudem werden zwei Anträge beraten, die von der LINKEN eingebracht wurden. Nach der heutigen Debatte dürfte in den nächsten Wochen die Anhörung und die endgültige Beschlussfassung folgen.

Link zu weiteren Informationen des Deutschen Bundestag zur ersten Beratung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zum Pflegeneuordnungsgesetz

Orte der Behindertenbewegung: Wissen bewahren, Öffentlichkeit schaffen, weiterdenken

Plakat der bidok-Veranstaltung am 3. Dezember 2026 in Wien
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Foto: bidok

Wien (kobinet)

„Die Behindertenbewegung hat in den vergangenen Jahrzehnten einiges bewirkt. All ihr Wissen, ihre Forderungen und Kämpfe sind heute noch wichtig, wenn es um Selbstbestimmung, Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe geht.“ Darauf und auf eine bidok-Veranstaltung am 3. Dezember 2026 in Wien, die sich der Entwicklung der Behindertenbewegung und der Archivierung von Wissen widmet, weist Katharina Müllebner in einem aktuellen Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS hin. bidok steht für behinderung inklusion dokumentieren und die Veranstaltung am 3. Dezember 2026, die von 15:00 bis 17:00 Uhr im Education Lab Wien in der Maderstraße 1 in 1040 Wien stattfindet, trägt den Titel „Orte der Behindertenbewegung – Wissen bewahren, Öffentlichkeit schaffen, weiterdenken“

Link zum BIZEPS-Beitrag mit dem Hinweis auf die Veranstaltung am 3. Dezember 2026 in Wien

Caritas warnt vor Folgen des Pflegeneuordnungsgesetzes für häusliche Pflege

Zwei Hände eines alten Menschen mit zwei Euro-Münzen
Zwei Hände eines alten Menschen mit zwei Euro-Münzen
Foto: Pixabay/anaterate

BERLIN (kobinet)

Der Deutsche Caritasverband begrüßt, dass der Gesetzentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz zwei geplante Kürzungen für pflegende Angehörige nicht mehr vorsieht: Die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige bleiben erhalten, und das Pflegegeld für die Pflegegrade 2 und 3 wird in den ersten drei Monaten nicht gekürzt. Auch die geplanten höheren Eigenanteile für Familien mit Angehörigen in Pflegeheimen wurden gestrichen. Gleichzeitig warnt der Verband vor negativen Auswirkungen auf die ambulante Pflege. Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Pflegedienste keine niedrigschwelligen Unterstützungsangebote mehr anbieten, wie etwa Begleitung zu Arztpraxen, Ämtern oder Senioren-Cafés sowie Haushaltshilfen wie Einkaufen oder Wohnungsputz. Bisher wurden diese Leistungen flächendeckend von den Pflegediensten übernommen. Kritisch sieht der Caritasverband auch die geplanten Änderungen für die Tagespflege. Bisher wurde der Fahrdienst zur Tagespflege und zurück vielfach aus dem Entlastungsbetrag bezahlt. Entfällt diese Möglichkeit, können sich viele die Tagespflege nicht mehr leisten.

Auhof feiert Jubiläum

Eine große Gruppe von Männern und Frauen an einer hellen gemauerten Wand, die ihre Blumensträuße hochhalten
Bei der Jubiläumsfeier im Auhof
Foto: Andreas Freund

HIlPOLDSTEIN (kobinet)

Am 28. Oktober 2026 fand die jährliche Jubiläumsfeier am Auhof statt, welche ganz im Zeichen der Wertschätzung, der gemeinsamen Erlebnisse und der langjährigen Verbundenheit stand. Rund 150 Gäste, darunter 115 Jubilarinnen und Jubilare, kamen zusammen, um ihre persönlichen Jubiläen zu feiern und auf viele gemeinsame Jahre am Auhof zurückzublicken. Besonders beeindruckend: Gleich 19 Bewohnerinnen und Bewohner leben bereits seit 50 Jahren in der Einrichtung. Bei den Mitarbeitenden blickten gleich mehrere auf 40 Jahre Dienstzeit zurück. Der Höhepunkt der Feier war die Ehrung der Jubilare. Begleitet von Musik aus den jeweiligen Jahrzehnten wurden die Bewohner, Beschäftigten der WfbM sowie Mitarbeitenden einzeln aufgerufen. Sie erhielten eine Urkunde und eine Blume als Zeichen der Anerkennung.

Lebenshilfe Gießen will Versorgungslücke schließen

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Foto: Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

LICH (kobinet)

Die Lebenshilfe Gießen sieht in einem medizinischen Behandlungszentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) einen wichtigen Baustein und möchte es langfristig für Mittelhessen erreichen, damit die medizinische Versorgung erwachsener Menschen mit geistiger oder komplexer Mehrfachbehinderung in der Region verbessert wird. Dazu waren rund 50 Fachleute aus Politik, Medizin, Wohlfahrtsverbänden und Selbsthilfe auf Einladung der Lebenshilfe Gießen zum Runden Tisch „MZEB in Mittelhessen“ in die Asklepios Klinik Lich gekommen. Die Aussprache hatte gezeigt, dass die Versorgung insgesamt nicht als gut einzuschätzen ist und es, wie man so sagt, „noch viel Luft nach oben“ gibt. Weitere Einzelheiten sind unter diesem Link im Internet zu erfahren.

Bund hält barrierefreien Nahverkehr für „nicht realistisch“ – Petition mit über 51.600 Unterschriften hält dagegen

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Foto: danielbahrmann

MEISSEN (kobinet)

Die Bundesregierung will das Ziel eines vollständig barrierefreien Nahverkehrs aufgeben. In einem Gesetzentwurf zum Bürokratieabbau vom 7. Oktober 2026 (Bundestags-Drucksache 21/8404) bezeichnet sie das Vorhaben als „wünschenswert, aber nicht realistisch“. Geplant ist, „starre Fristen“ für die Barrierefreiheit zu streichen. Künftig sollen Ausnahmen aus topografischen, technischen oder rechtlichen Gründen möglich sein, wenn Barrierefreiheit nur mit „unangemessen hohem wirtschaftlichem Aufwand“ umsetzbar ist. Als Beispiel werden Busse genannt, deren Umrüstung „wirtschaftlich nicht darstellbar“ sei. Der Entwurf liegt derzeit im Verkehrsausschuss des Bundestags. Thomas Gruetze, Rollstuhlfahrer aus dem Landkreis Meißen, erlebt die Folgen solcher Ausnahmen täglich. Nach eigenen Angaben kann er selten mit einem barrierefreien Bus rechnen. In seiner Petition fordert er den sächsischen Inklusionsbeauftragten Michael Welsch auf, sich für die Abschaffung der Ausnahmeregelung einzusetzen. Bisher haben über 51.600 Menschen die Petition unterstützt.

Integrationsamt fördert Inklusion mit über 92 Millionen Euro

Buchstaben LWH Hessen mit  liegendem Semikolon als angedeutetes Lächeln auf weißem Grund
Buchstaben LWH Hessen mit liegendem Semikolon als angedeutetes Lächeln auf weißem Grund
Foto: gemeinfrei

KASSEL (kobinet)

Das LWV Hessen Integrationsamt hat 2025 mehr als 92 Millionen Euro für die Förderung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben eingesetzt. Am 4. November 2026 wurde der Jahresbericht 2025 veröffentlicht, der die Ergebnisse der Arbeit darlegt. Durch die Maßnahmen konnten mehr als 9.000 Arbeitsplätze von Menschen mit Behinderungen gesichert werden, etwa durch individuelle Arbeitsplatzanpassungen oder Lohnkostenzuschüsse. Im Rahmen des Hessischen Perspektivprogramms zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen (HePAS) wurden 2025 zudem 640 Prämien für Praktika, Probebeschäftigungen, Ausbildungen und neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse bewilligt. Das Programm wird vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales (HMSI) und dem LWV Hessen getragen.

Hoffnung für die Demokratie: Vielfalt kann gewinnen

Ottmar Miles-Paul
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Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet)

Für kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der die Midterm-Wahlen in den USA aufmerksam auf CNN und in anderen Medien verfolgt hat, war es eine lange, für ihn aber sehr erfreuliche, Nacht. Er sieht anhand der massiven Gewinne der Demokraten gegen die weitgehend auf Hass und Ausgrenzung fokusierte Politik von Donald Trump und vieler Republikaner*innen Hoffnung für die Demokratie und stellt in seinem Kommentar fest: „Vielfalt kann gewinnen und Geld ist nicht alles!“

Appell: Junge Menschen brauchen passende Hilfen statt pauschaler Vorrangregeln

drei rote Ausrufezeichen
drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet)

„Junge Menschen brauchen passende Hilfen statt pauschaler Vorrangregeln“, so lautet der Titel eines von 29 Organisationen gestarteten Appells an Bundestagsabgeordnete sowie die Ministerpräsident*innen und Fachminister*innen der Länder. Darin wird gefordert, die geplante gesetzliche Vorrangstellung von Infrastruktur- und Regelangeboten gegenüber individuellen Hilfen zur Erziehung zu streichen, weil sie den Zugang zu passgenauen Unterstützungsleistungen gefährdet und die Hilfeplanung einschränkt. Die Verbände warnen vor Verzögerungen notwendiger Hilfen, zusätzlichen bürokratischen Belastungen sowie einer Verschärfung regionaler Ungleichheiten und betont, dass individuelle Rechtsansprüche und bedarfsgerechte Hilfen zentral bleiben müssen.

Link zum Appell

Neue App: Der Aufzug ist kaputt: Das weißt du jetzt vorher

Infozeichen
Infozeichen
Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet)

„Der Aufzug ist kaputt. Das weißt du jetzt vorher“, so heißt es auf der Internetseite der hissi-App. Hissi (finnisch für Aufzug) zeigt, welche Aufzüge an Bahnhöfen im VBB-Gebiet, also in Berlin und Brandenburg, gerade funktionieren und welche nicht. Die Daten werden etwa alle 30 Minuten aktualisiert. So lässt sich vor der Fahrt prüfen, ob der Weg tatsächlich barrierefrei ist – statt erst am Bahnsteig festzustellen, dass man festsitzt. Die Idee kam aus eigener Erfahrung eines Rollstuhlfahrers, der auf funktionierende Aufzüge angewiesen ist. „Als mein Auto sechs Wochen in der Werkstatt stand, musste ich komplett auf die Öffis umsteigen – und habe schnell gemerkt, wie oft ein einziger kaputter Aufzug den ganzen Weg kippen kann. Barrierefreiheit beschäftigt mich auch beruflich seit Jahren, deshalb ist die App selbst konsequent barrierefrei gestaltet, unter anderem mit Statusanzeigen, die nicht allein über Farbe funktionieren“, schrieb Ingo Stöcker den kobinet-nachrichten. „Du stehst am Bahnsteig, mit Rollstuhl, Kinderwagen oder dem Koffer, der sich nach Ziegelsteinen anfühlt. Und da hängt der Zettel: ‚Außer Betrieb‘. Hissi sagt dir das schon zu Hause“, heißt es auf der Internetseite zur App.

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Online-Vortrag: Tinnitus und Achtsamkeit

Eine Hand am Ohr, um besser zu hören
Eine Hand am Ohr, um besser zu hören
Foto: Pixabay/PublicDomainPictures

Boppard (kobinet)

Ein Online-Vortrag mit dem Titel „Tinnitus und Achtsamkeit“ findet am 17. November 2026 von 18:00 – 20:00 Uhr statt. Dr. med. Frank Matthias Rudolph, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit Praxis für Verhaltenstherapie in Boppard, referiert über das Thema „Achtsamkeit als Weg zur erfolgreichen Tinnitus-Bewältigung“. Der stellvertretende Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Tinnitus-Liga zeigt in seinem Vortrag auf, wie hilfreich Achtsamkeit dabei sein kann, besser mit den oft quälenden Ohrgeräuschen zurechtzukommen. Dr. Rudolph erläutert in dem Zusammenhang auch die Methode der ‚Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion‘ (‚Mindfulness-Based Stress Reduction‘ – MBSR). Er stellt einfache Achtsamkeitsübungen vor, die sich gut in den Alltag integrieren lassen. Danach schildert Bernd Strohschein, wie die Selbsthilfe Betroffene beim Umgang mit der Tinnitus-Belastung unterstützt. Er stellt die Deutsche Tinnitus-Liga sowie ihre Angebote für Menschen mit Tinnitus und weiteren Hörbeeinträchtigungen vor, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung für dich man sich noch bis zum 16. November 2026 anmelden kann.

Link zu weiteren Infos und zur Anmeldung

Lebenshilfe fordert dringend Nachbesserungen bei der Pflegereform

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Foto: Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

BERLIN (kobinet)

Vor der ersten Lesung des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) am 5. November im Bundestag fordert die Bundesvereinigung Lebenshilfe die Abgeordneten mit Nachdruck auf, nicht bei Leistungen für Menschen mit Behinderung und ihren Familien zu kürzen. „Die so wichtige Unterstützung durch die Verhinderungspflege muss ohne Abstriche erhalten bleiben, damit pflegende Angehörige auch in Zukunft echte Entlastung erfahren“, betont Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und frühere Bundesgesundheitsministerin.

Diakonie kritisiert Finanzierung des Kita-Gesetzes bis 2034

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Foto: Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

BERLIN (kobinet)

Anlässlich der Anhörung im Bundestag am 2. November 2026 zum Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG) kritisiert die Diakonie Deutschland, dass sinkende Geburtenzahlen als Grundlage für geringere Personal- und Finanzbedarfe in der frühkindlichen Bildung herangezogen werden. „Weniger Kinder bedeuten nicht automatisch weniger Bedarf an Ressourcen. Die Anforderungen an Kitas wachsen – etwa bei der Sprachförderung, Inklusion, individuellen Förderung, Gestaltung von Übergängen und Unterstützung von Familien“, sagte Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland. „Mehr Qualität braucht eine sichere Finanzierung.“

Neuer Newsletter des Deutschen Behindertenrat erschienen

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Foto: Deutscher Behindertenrat

Berlin (kobinet)

Zu Beginn hat das Team des Deutschen Behindertenrat in ihrem neuen Newsletter eine traurige Nachricht zu verkünden: „Joachim Busch ist am 20. September 2026 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Er war lange Jahre als Werkstattrat, in der Gruppe ‚Jetzt reden wir‘ der Lebenshilfe in Schleswig-Holstein, im Vorstand der Bundesvereinigung Lebenshilfe und im Inklusionsbeirat der Bundesregierung aktiv. Im Mai wurde er als einer der ersten Selbstvertreter in den Vorstand des Europäischen Behindertenforums (EDF) gewählt“, heißt es u.a. im DBR-Newsletter. Die politische Arbeit gehe aber weiter und es gibt nach Ansicht des DBR viel zu tun: „Die Eingliederungshilfe steht im Zentrum der Debatten. Der DBR hat gemeinsam mit der Liga Selbstvertretung, der BAGFW und den Fachverbänden ein neues Positionspapier veröffentlicht und sich klar gegen Leistungskürzungen ausgesprochen. Teilhabeleistungen müssen personenzentriert und bedarfsdeckend bleiben. Das war auch Thema im Austausch mit dem Bundesarbeitsministerium und der Länder-Bund-Arbeitsgruppe sowie beim Jour fixe mit dem Behindertenbeauftragten Jürgen Dusel. Auch auf anderen Feldern gibt es weiter Bewegung: Der Entwurf zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe ist in der parlamentarischen Beratung, beim Digitalgesetz ‚GEDIG‘ setzt sich die DBR-AG ‚Versorgungsgesetz‘ mit konkreten Änderungsvorschlägen dafür ein, dass digitale Angebote im Gesundheitswesen wie die ePA endlich barrierefrei werden“, heißt es im Editorial des neuen DBR-Newsletters.

Link zum aktuellen Newsletter des Deutschen Behindertenrat

50 Jahre Opferentschädigung

Zahl 50
Zahl 50
Foto: Darkmoon_Art In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Berlin (kobinet)

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) haben am 2. November 2026 eine Informationskampagne zum Sozialen Entschädigungsrecht gestartet. Ziel ist es, die Bekanntheit der staatlichen Unterstützungsleistungen für Menschen zu erhöhen, die durch Gewalttaten gesundheitliche Schäden erlitten haben. Anlass der Kampagne ist das 50-jährige Bestehen des Opferentschädigungsgesetzes (OEG), das 1976 erstmals einen gesetzlichen Anspruch auf staatliche Unterstützung für Gewaltopfer geschaffen hat. Seit dem 1. Januar 2024 gilt das grundlegend modernisierte Soziale Entschädigungsrecht im Vierzehnten Buch Sozialgesetzbuch (SGB XIV).

Gewaltschutz für Frauen mit Behinderungen: UN-BRK und Istanbul-Konvention umsetzen

Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
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Foto: Von Institut für Menschenrechte – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Berlin (kobinet)

Die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte und Weibernetz e. V. haben am 7. Oktober 2026 die Online-Veranstaltung „Gewaltschutz zur Priorität machen – Vorgaben der UN-BRK und Istanbul-Konvention endlich umsetzen!“ durchgeführt. Über 450 Personen nahmen teil. Aktuelle empirische Daten zur Gewaltbetroffenheit von Frauen mit Behinderungen präsentierte Prof. Monika Schröttle von der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Miriam Schroer-Hippel von der Berichterstattungsstelle geschlechtsspezifische Gewalt des Instituts referierte zu fehlender Barrierefreiheit im Gewaltschutzsystem. Tanja Schiermann (Starke.Frauen.Machen. e. V.), Ricarda Kluge (Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe) und Pia Witthöft (Mutstelle Berlin) diskutierten die Ergebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven, identifizierten Herausforderungen und formulierten Handlungsempfehlungen.

Pflegeneuordnungsgesetz: flexible und echte Entlastung für pflegende Eltern gefordert

Symbol Paragrafenzeichen
Symbol Paragrafenzeichen
Foto: omp

Düsseldorf (kobinet)

Vor der ersten Lesung des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) im Bundestag am 5. November 2026 fordert der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) in seiner Stellungnahme grundlegende Nachbesserungen. Der Verband sieht den Gesetzentwurf kritisch, weil er pflegende Angehörige spürbar schlechter stellt. Der bvkm macht konkrete Vorschläge für Verbesserungen. Der Gesetzentwurf mit seinen drastischen Kürzungen bedeutet nach Einschätzung des bvkm einen enormen Rückschritt für pflegende Angehörige, insbesondere für Eltern von Kindern mit Behinderung. „Wir fordern nachdrücklich, die Verhinderungspflege und den Gemeinsamen Jahresbetrag zu erhalten. Zumindest aber müssen die neuen, im PNOG vorgesehen, Budgets flexibler einsetzbar sein. Vor allem geht der monatliche Verbrauchszwang beim Sozialraumbudget am realen Bedarf pflegender Eltern vorbei“, stellt die Vorsitzende des bvkm, Beate Bettenhausen, klar.

Podiumsdiskussion in Saarbrücken: Frauen mit Behinderung zwischen Sexismus und Ableismus

Infozeichen
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Foto: Susanne Göbel

Saarbrücken (kobinet)

Unter dem Titel „Doppelt benachteiligt? Frauen mit Behinderung zwischen Sexismus und Ableismus“ lädt der Behindertenbeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken am 9. November 2026 um 17 Uhr zu einer Podiumsdiskussion ins Haus des Ankommens ein. Frauen mit Behinderung erleben häufig unterschiedliche Formen der Benachteiligung. Dabei können sich Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts und einer Behinderung überschneiden und gegenseitig verstärken. Dennoch finden die Erfahrungen und Perspektiven von Frauen mit Behinderung in gesellschaftlichen Debatten oftmals zu wenig Beachtung. Die Veranstaltung möchte diesen Perspektiven Raum geben. Im Mittelpunkt stehen Frauen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen, die über ihre persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung, aber auch über Selbstbestimmung, Empowerment und gesellschaftliche Teilhabe sprechen, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung auf die Lucienne Mindermann die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat.

Digitaler Sozialstaat braucht Wohlfahrtsverbände als Front Office

Im Zentrum ein Computer mit angedeuteten Verbindungen zu sozialen Netzen
Im Zentrum ein Computer mit angedeuteten Verbindungen zu sozialen Netzen
Foto: Pixabay/lakexyde

BERLIN (kobinet)

Anlässlich des Digitalgipfels der Bundesregierung in Berlin fordern der Deutsche Caritasverband (DCV), die Agora Digitale Transformation und das Sonderforschungszentrum des Deutschen Instituts für interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS SoFo), die Beratungsstellen der Freien Wohlfahrtspflege als feste wohnortnahe Anlaufstellen im digitalen Sozialstaat zu verankern. Digitalisierung allein garantiere keinen Zugang zu sozialen Leistungen für alle Bürgerinnen und Bürger, betonen die Organisationen. In den kommenden Wochen stehen wichtige politische Entscheidungen zur Digitalisierung des Sozialstaats an. Die Sozialstaatskommission empfiehlt ein zentrales digitales Sozialportal, über das Bürger*innen Leistungen von Bund, Ländern und Kommunen beantragen können. Gleichzeitig sollen Menschen, die digitale Angebote nicht eigenständig nutzen können, Unterstützung vor Ort erhalten. Wie diese organisiert und finanziert werden soll, ist bislang offen.

DIVERSITY BALL DANCE geht in die nächste Runde

In einem gut gefüllten restaurant tanzen zwei junge Frauen im Vordergrund, eine davon sitzt im Rollstuhl
Beim Diversity Ball Dance und guter Stimmung
Foto: Max Louis Köbele MLK Media

WIEN (kobinet)

Nach einer erfolgreichen Premiere im Februar geht der DIVERSITY BALL DANCE in die nächste Runde. Am 11. November 2026 von 17:00 bis 22:00 Uhr verwandelt sich das EGA in Wien-Mariahilf in eine Tanzfläche für alle. Das inklusive Afterwork-Clubbing wird gemeinsam vom DIVERSITY BALL-Team und Mitinitiatorin Mel Merio umgesetzt und lädt dazu ein, Vielfalt zu feiern und Barrieren gemeinsam abzubauen. Bei der ersten Ausgabe der Eventreihe tanzten Menschen mit und ohne Behinderungen, internationale Gäste der Zero Project Conference, Partnerinnen und Partner sowie Freundinnen und Freudne des DIVERSITY BALL gemeinsam auf der Wiener Summer Stage.

Ein Leben lang gearbeitet – und im Alter trotzdem arm

Zwei Hände halten eine leere geöffnete Geldbörse
Zwei Hände halten eine leere geöffnete Geldbörse
Foto: undefined

DÜSSELDORF (kobinet)

Die Zahl der Menschen, die im Alter Grundsicherung beziehen, ist laut Landesbetrieb Information und Technik (IT.NRW) zum fünften Mal in Folge gestiegen. Für den Sozialverband VdK in Nordrhein-Westfalen kommt diese Entwicklung nicht überraschend, besorgniserregend ist sie allemal. Immer mehr Menschen haben trotz eines langen Erwerbslebens eine Rente, die angesichts steigender Mieten, Energie- und Lebenshaltungskosten kaum zum Leben reicht. Die Quoten sind laut IT.NRW vor allem in den Großstädten wie Köln und Düsseldorf besonders ausgeprägt – also gerade dort, wo die Wohnkosten am höchsten sind. Der VdK NRW warnt deshalb vor den Folgen der geplanten Wohngeldkürzungen: Sollte die Bundesregierung die Reform wie vorgesehen umsetzen, könnten zahlreiche Wohngeldempfänger künftig auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sein.

Podcast: Die Alte Norm – Wie war Behindertenaktivismus früher?

Sigrid Arnade und Ottmar Miles-Paul beim Protest für die Gleichstellung Behinderter 2014
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Foto: H.-Günter Heiden

Berlin / München (kobinet)

„Die Alte Norm – Wie war Behindertenaktivismus früher?“ So lautet der Titel der aktuellen Ausgabe des auf Bayern 2 ausgestrahlten Podcast „Die Neue Norm“. „In Episode 80 unseres Bayern 2 Podcasts blicken Jonas Karpa, Karina Sturm und Raúl Krauthausen gemeinsam mit Behindertenrechtspionier*innen Sigrid Arnade und Ottmar Miles-Paul auf die Geschichte der deutschen Behindertenrechtsbewegung zurück. Seit den 1980er-Jahren prägen die beiden Gäst*innen die Behindertenpolitik maßgeblich – unter anderem durch ihren Einsatz in der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung, für die Rechte behinderter Frauen und für Meilensteine wie die Grundgesetzänderung von 1994. Diese Folge gibt persönliche Einblicke in eine Zeit, in der Protest ganz ohne Social Media und Smartphones organisiert werden musste, und zeigt, wie viel Mut, Radikalität und Beharrlichkeit nötig waren, um das Prinzip ‚Nichts über uns ohne uns‘ überhaupt in Politik und Gesellschaft durchzusetzen. Zugleich schlägt die Folge die Brücke ins Hier und Jetzt und hinterfragt, wie sich der Aktivismus über die Jahrzehnte verändert hat: War der Protest früher kompromissloser, und ist die heutige Generation im digitalen Zeitalter unbequem genug? Sigrid Arnade und Ottmar Miles-Paul reflektieren dabei die Erfolge, aber auch die Versäumnisse ihrer eigenen Generation als auch der heutigen. Außerdem wird das Buch ‚Geschlecht behindert. Besonderes Merkmal FrauÄ erwähnt“, heißt es u.a. in der Ankündigung der Podcast-Ausgabe.

Link zum Podcast und zu weiteren Informationen

Medizinisches Modell des Alters muss durch Menschenrechtsmodell des Alters ersetzt werden

H.-Günter Heiden mit dem Buch zur Grundgesetzergänzung vor dem Reichstag
H.-Günter Heiden mit dem Buch zur Grundgesetzergänzung vor dem Reichstag
Foto: omp

Berlin (kobinet)

„Das medizinische Modell des Alters muss durch ein Menschenrechtsmodell des Alters ersetzt werden“, das ist ein Anliegen von H.-Günter Heiden und seinen Mitstreiter*innen für die Schaffung einer Altenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Vom 26. – 30. Oktober 2026 fanden in Genf Beratungen zur Entwicklung einer Menschenrechtskonvention zu den Rechten älterer Menschen der Vereinten Nationen statt. H.-Günter Heiden vom NETZWERK ARTIKEL 3 hat diese Beratungen online verfolgt. Worum geht es dabei genau ging, darüber sprach kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit H.-Günter Heiden im aktuellen kobinet-Interview.

IGEL-Monatsrückblick: Wäre Inklusion eine Waffe, wäre genug Geld dafür da!

Cover des IGEL-Podcast mit dem Monatsrückblick zur Behindertenpolitik im Oktober 2026
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Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet)

„Wäre Inklusion eine Waffe, wäre genug Geld dafür da!“ So hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Oktober 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Oktober 2026 bestimmt haben. Dabei geht es um politische Versprechen, zähe Reformen und die Sorge vor neuen Einschränkungen. Was droht, wenn bei Eingliederungshilfe, Pflege und persönlicher Assistenz der Rotstift angesetzt wird? Und was bedeutet das für Menschen, deren Alltag von verlässlicher Unterstützung abhängt? Es gibt aber auch interessante Beispiele, die Sascha Lang aus der luxemburgischen Behindertenpolitik zu berichten hat.

Anhaltend hohe Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen

Logo der Bundesagentur für Arbeit
Logo der Bundesagentur für Arbeit
Foto: BA

Nürnberg (kobinet)

Auch im Oktober 2026 lag die Zahl der arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen in Deutschland über 190.000. Mit 192.767 arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen lag diese Zahl nun schon zum fünften Mal in Folge über 190.000 ohne dass sich eine Besserung andeutet. Noch vor einem Jahr – im Oktober 2025 – lag die Zahl arbeitslos gemeldeter Arbeitsloser bei 185.413, also bei über 7.000 Personen weniger. Die Dramatik dieser Situation zeigt sich, wenn man auf die Arbeitslosenzahlen Schwerbehinderter vor der Corona Pandemie blickt. Im Oktober 2019 waren in Deutschland mit 153.590 fast 40.000 schwerbehinderte Arbeitslose weniger gemeldet. Bei all der „Reformfreudigkeit“ der aktuellen Bundesregierung hört man wenig darüber, wie dieser dramatischen Entwicklung entgegengewirkt werden kann. Selbst die bereits vor drei Jahren angekündigte Reform des Werkstättensystems mit zusätzlich über 300.000 behinderten Menschen, die dort weit unter dem Mindestlohn und ohne nennenswerte Vermittlungschancen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt verharren, steckt noch irgendwo in der Verwaltung fest. wie die LIGA Selbstvertretung kritisiert.

Bremen ermöglichte wichtige Tagung zur Erinnerung an NS-Medizinverbrechen in Berlin

Arne Frankenstein mit E-Rolli unterwegs
Arne Frankenstein mit E-Rolli unterwegs
Foto: Tristan Vankann / fotoetage

Bremen / Berlin (kobinet)

Bremen leistete einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungsarbeit an die nationalsozialistischen Medizinverbrechen: Auf Initiative des Landesbehindertenbeauftragten Arne Frankenstein ermöglichte die Vertretung des Landes Bremen beim Bund dem Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und Zwangssterilisation, seine Herbsttagung vom 30. Oktober bis zum 1. November 2026 in Berlin auszurichten. Die Tagung brachte Forschung, Angehörige, Selbstvertretungen und Politik miteinander ins Gespräch. Ziel war es insbesondere, die Umsetzung des Bundestagsbeschlusses „Opfer von NS-‚Euthanasie‘ und Zwangssterilisation – Aufarbeitung intensivieren“ (Drucksache 20/12415) zu befördern.

IGEL-Podcast: Teddybäraugen trotz Schmerz – Leben mit Fibromyalgie

Cover des IGEL-Podcast zu Teddybärenaugen und Schmerz
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Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet)

„Teddybäraugen trotz Schmerz – Leben mit Fibromyalgie“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). „‚Du siehst doch gesund aus!‘ Ein Satz, der Menschen mit Fibromyalgie häufig begegnet. Doch was, wenn der Schmerz unsichtbar ist und trotzdem jeden Tag das Leben bestimmt? In dieser IGEL-Episode spricht Sascha Lang mit Alexandra Schubert, Therapeutin und Produktmanagerin bei NOVAFON, über eine Erkrankung, die noch immer zu wenig verstanden wird. Gemeinsam schauen sie hinter die sogenannten Teddybäraugen und fragen: Was verbirgt sich hinter einem Lächeln, wenn der Körper schmerzt und die Kraft fehlt?“ heißt es u.a. in der Ankündigung dieser IGEL-Podcast-Ausgabe.

Lausitzer Inklusionsprojekt schreibt mit drei Staffeln Sportgeschichte

Sechs Männer und sechs Frauen in schwarzem Sportdress, die sich in zwei Reihen von einer dunklen Wand mit der Aufschrift HYROX aufgestellt haben
Inklusionsprojekt bei der HYROX Hamburg 2026
Foto: Marvin Nast

SPREMBERG (kobinet)

Drei Jahre ehrenamtliche Vereins- und Projektentwicklung, zwölf Athletinnen und Athleten und drei erfolgreiche Zieleinläufe: Das Projekt „Inklusion mit & durch HYROX“ der Abteilung HYROX des KSC Asahi Spremberg e.V. feierte am 30. Oktober 2026 beim HYROX Hamburg einen besonderen Erfolg. Erstmals gingen im Rahmen des Projekts drei Inklusionsstaffeln – Men, Mixed und Women Relay – offiziell in der regulären Open-Kategorie an den Start. Alle zwölf Teilnehmenden absolvierten den Wettkampf erfolgreich, ohne Zeitstrafen oder Disqualifikationen. Sie erreichten das Ziel in weniger als 1 Stunde und 40 Minuten. Die drei Staffeln waren jeweils zu 50 Prozent mit adaptiven und zu 50 Prozent mit nicht-adaptiven Athletinnen und Athleten besetzt. Diese Zusammensetzung erfolgte freiwillig und war keine Vorgabe des Veranstalters.

Frauenhäuser: 50 Jahre Aufbauarbeit, 50 Jahre Mangel

Logo Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
Foto: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.

BERLIN (kobinet)

Anlässlich des 50. Jahrestages der Eröffnung des ersten Frauenhauses in der Bundesrepublik Deutschland am 1. November 2026 äußert sich Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, zu den anhaltenden Defiziten. „Fünf Jahrzehnte Frauenhäuser sind fünf Jahrzehnte Arbeit von Frauen für Frauen. Zum Jubiläum gehört aber auch eine bittere Erkenntnis: Der Erfolg der Frauenhausbewegung ist kein Selbstläufer, sondern musste von Frauen auch gegen Widerstände erkämpft werden“, so Rock.

Aspekte des Hörens

Plakat mit blauem Hintergrund und mehreren Bildern von Personen mit Hörgeräten sowie schriftlichen Informationen zu der Veranstaltung, welche auch im Text der Nachricht enthalten sind
Information zum Online Webinar 5 – Hörtraining, kognitive Aspekte & Altern
Foto: Deutscher Schwerhörigenbund e.V. – KI generiert

BERLIN (kobinet)

Der Deutsche Schwerhörigenbund e.V. (DSB) hat das neue Projekt „Hör hin! Hörprävention für hörbeeinträchtigte Menschen – Sensibilisierung und Prävention über Gesundheitsthemen im Hinblick auf Hörschädigungen“, bei welchem eine Reihe von Webinaren durchgeführt werden sollen gestartet. Mit Hilfe des Projektes sollen vermeidbare Hörschädigungen und Präventivmaßnahmen zum Schutzverhalten im Alltag aufgezeigt werden und dem Abbau von Stigmatisierung sowie zum Wissenstransfer und Austausch zwischen Referentinnen und Referenten sowie Teilnehmenden dienen.

Aktionstag macht unsichtbare Schmerzen sichtbar

a man holding his chest with his hands
a man holding his chest with his hands
Foto: Sasun Bughdaryan

MARIENHEIDE (kobinet)

Am 2. November 2026 findet der internationale Welt-CRPS-Tag unter dem Motto »Color The World Orange™« statt. Mit orange beleuchteten Wahrzeichen, Kleidung und Accessoires wird weltweit auf das Komplexe Regionale Schmerzsyndrom (CRPS), auch als Morbus Sudeck bekannt, aufmerksam gemacht. Die Erkrankung ist eine seltene neurologische Störung, die oft nach Verletzungen oder Operationen auftritt. Typisch sind anhaltende Schmerzen, die in keinem Verhältnis zum Auslöser stehen, sowie Berührungsempfindlichkeit, Schwellungen, Hautveränderungen und Einschränkungen der Beweglichkeit.

SoVD-Umfrage: Hohe Mieten belasten Menschen in Berlin und Brandenburg

Logo Sozialverband Deutschland
sovd
Foto: Sozialverband Deutschland

BERLIN (kobinet)

Eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag des Sozialverbands Deutschland (SoVD) Berlin-Brandenburg zeigt, dass 54 Prozent der befragten Berliner*innen und 47 Prozent der Brandenburger*innen ihre Miete im Verhältnis zur Wohnung für zu hoch halten. Bezahlbares Wohnen sei in beiden Bundesländern eine zentrale soziale Frage, so der Verband.

„Para Sport“ beim sportpolitischen Frühstück der SPD-Bundestagsfraktion

Bundestag im Herbst
Bundestag im Herbst
Foto: Irina Tischer

BERLIN (kobinet)

Beim sportpolitischen Frühstück „Para Sport“ der SPD-Bundestagsfraktion war der Deutsche Behindertensportverband (DBS) zu Gast in Berlin. Bei diesem Anlass sprach Lukas Niedenzu, stellvertretener DBS-Sportdirektor, über die Entwicklung des paralympischen Sports – und platzierte dabei eine zentrale Forderung des Verbandes: die Förderung auf Augenhöhe für den Para Sport. „Vier Menschen, die Höchstleistungen erbringen, Grenzen verschieben und ihre ganz eigenen Erfolgsgeschichten schreiben. Vier Geschichten von mehr als 200 Athletinnen und Athleten, die Deutschland bei den Paralympischen Spielen vertreten, die erzählen, was den Para Sport ausmacht.“ – Lukas Niedenzu zeigte den Teilnehmern des sportpolitischen Frühstücks verschiedene Postkarten-Motive mit Geschichten von Athleten, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie zeigen sportliche Leistungen auf höchstem Niveau – auf Augenhöhe. Sie zeigen Athlet*innen, die um Hundertstelsekunden kämpfen, weite Wege gehen und sich allen Herausforderungen stellen. Gleichzeitig machte Niedenzu deutlich: „Dafür braucht es Förderung auf Augenhöhe.“Um das zu erreichen, seien aktuell insbesondere zwei Bedarfe von entscheidender Bedeutung: Ein Ausbau der Duale Karriere Individualförderung (DK-I) als zentrales Förderinstrument für Athletinnen und Athleten mit Behinderung.

Fachkräftemangel in NRW-Eingliederungshilfe: 56.500 neue Kräfte bis 2030 nötig

Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen
Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen
Foto: Gemeinfrei, public domain

DÜSSELDORF (kobinet)

Der Fach- und Arbeitskräftemangel ist die zentrale Herausforderung für die Eingliederungshilfe in Nordrhein-Westfalen. Das geht aus einer Studie des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) hervor, die das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) am 30. Oktober 2026 veröffentlicht hat. Bis 2030 wird demnach ein Einstellungsbedarf von rund 56.500 Personen in diesem Bereich erwartet. Grundlage für den Personalbedarf sind arbeitsmarktbedingte Lücken, eine steigende Zahl von Leistungsberechtigten sowie das altersbedingte Ausscheiden von Beschäftigten. Die Studie bestätigt damit die Ergebnisse einer Befragung unter Leistungserbringern: Mehr als 80 Prozent geben an, von Personalmangel betroffen zu sein. Besonders stark steigt der Bedarf bei der Schulbegleitung und der Assistenz außerhalb Besonderer Wohnformen.