Teilhabe als Menschenrecht umsetzen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Berlin (kobinet) Zum fünften Mal haben sich die behindertenpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der CDU- bzw. CSU-Landtagsfraktionen zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch in Berlin getroffen. Die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Maria Michalk, tritt angesichts dieses Treffens dafür ein, dass Teilhabe als Menschenrecht anerkannt und umgesetzt wird.

"Politik für Menschen mit Behinderungen wird vor allem vor Ort in den Städten und Gemeinden umgesetzt. Deswegen ist der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen in den Landtagsfraktionen, die in ihren Parlamenten die Belange von Menschen mit Behinderungen vertreten, unverzichtbar", erklärte Maria Michalk. Seit 2010 finden regelmäßig Fachgespräche der behindertenpolitischen SprecherInnen der Union statt, auf denen aktuelle Themen besprochen und neue Aufgaben und Ziele vereinbart werden.

Barrierefreies Bauen, Maßnahmen für eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Wahlrecht sowie der Stand der Umsetzung in den Bundesländern und die Zukunft der Werkstätten waren in der Vergangenheit Themen der Treffen. Auf dem letzten Treffen in dieser Wahlperiode des Deutschen Bundestages wurden Beispiele von barrierefreien Beipackzetteln für Medikamente und die Inklusion in Kindergärten am Beispiel einer integrativen Einrichtung in Baden-Württemberg diskutiert.

"Die Vielfalt der Themen zeigt deutlich, dass Politik für Menschen mit Behinderung durch alle Lebensbereiche dringt. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wirbt auf allen politischen Ebenen dafür, dass Teilhabe von Menschen mit Behinderung als Menschenrecht anerkannt und umgesetzt wird. Wichtig dabei ist die Vernetzung der Arbeit. Gute Beispiele müssen noch viel bekannter werden", so Maria Michalk.

 

Lesermeinungen zu “Teilhabe als Menschenrecht umsetzen” (4)

Von behindertenrecht

@ Maubach
Die von Ihnen beschriebene hübsche Werstattbroschüre, ist zwar kein gutes Beispiel, aber gut das auch diese auf diesen Weg bekannt wurde .
Wenn weiter davon ausgegangen wird, daß gerade schwerstbrehinderte Menschen exklusiv versorgt werden,dann ist das nicht im Sinne der UN-BRK und daher auch nicht im Sinne dieses Beitrags .

Von Gisela Maubach

Und gerade flattert eine hübsche Werkstatt-Broschüre in's Haus, in welcher auch ein Beitrag des Aufsichtsrats-Vorsitzenden abgedruckt ist. Da ist folgendes zu lesen:
"Ich meine, wir brauchen auch zukünftig Einrichtungen - unter welchem Namen auch immer -, in denen vor allem Menschen mit schweren Behinderungen eine Aufgabe haben. Das funktioniert bei uns im Heilpädagogischen Arbeitsbereich hervorragend, und ich finde es enorm wichtig, dass die ganze Belegschaft solidarisch für sie Geld mit erwirtschaftet."
Vielleicht sollte man sich mal in die Situation eines Elternteils versetzen, dem hier suggeriert wird, dass Menschen mit leichteren Behinderungen das Geld für das eigene - schwerer behinderte - Kind "mit erwirtschaften" müssen.

Angesichts der beträchtlichen Summen, die als Eingliederungshilfe für Personalmehrbedarf bei Schwerstbehinderung an die Werkstätten gezahlt wird, schlage ich vor, dass als Maßnahme für wirkliche Teilhabe diese Form der Eingliederungshilfe als Persönliches Budget ermöglicht wird. Wenn in der Werkstatt "die ganze Belegschaft solidarisch für sie Geld mit erwirtschaften" muss, dürfte ja nichts dagegen sprechen, wenn schwerstbehinderte Menschen mit der eigenen Eingliederungshilfe (also ohne Mehrkosten) eine selbstbestimmte andere Beschäftigung finanzieren dürften.
Es ist in der Tat schwer zu ertragen, wenn die Gruppen der separierten schwerstbehinderten Menschen immer größer werden (und zwar ohne alternative Möglichkeiten für die Betroffenen), und wenn dann auch noch zu lesen ist, dass "die ganze Belegschaft solidarisch für sie Geld mit erwirtschaftet" . . .

Frau Michalk, stellen Sie sich das unter "Teilhabe" vor?

Von Inge Rosenberger

Weder im bayerischen Aktionsplan noch im Aktionsplan der Bundesregierung werden Förderstätten oder Fördergruppen in irgendeiner Weise erwähnt.
Das zeigt eindeutig, welche Wertigkeit das Recht auf Beschäftigung hat, sobald die Fähigkeiten der Menschen nicht wirtschaftlich verwertbar sind.

http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a740-nationaler-aktionsplan-barrierefrei.pdf?__blob=publicationFile

http://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_internet/behinderung/aktionsplan.pdf

Von Gisela Maubach

"Maßnahmen für eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt . . . und die Zukunft der Werkstätten waren in der Vergangenheit Themen der Treffen."
Haben wir das nicht irgendwo schon mal gelesen?
Diese Textbausteine sind einfach nur noch lästig, da es nichts mit Vielfalt bei der Teilhabe zu tun hat, wenn für diejenigen, die für den ersten Arbeitsmarkt nicht fit genug sind, auch zukünftig keine Alternative zur Werkstatt existieren soll - und zwar je weniger leistungsfähig, desto mehr exkludiert . . .

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