3000 Bluter entschädigen

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Andreas Bemeleit
Andreas Bemeleit
Bild: change.org

Hamburg (kobinet) Der ZDF-Film "Blutgeld" wies heute auf den verheerenden Medizinskandal in den 80er Jahren hin, bei dem Bluter über verseuchte Blutgerinnungsprodukte mit den tödlichen HI-Viren infiziert wurden. Tausende sind bereits an den Folgen von AIDS gestorben. Der Film lässt aus, dass Bluter darüber hinaus auch mit Hepatitis-C-Viren infiziert wurden. Etwa 3.000 Bluter drohen dadurch an Leberzirrhose und Leberkrebs qualvoll zugrunde zu gehen. Das ist gegenwärtig bei Blutern die häufigste Todesursache. Andreas Bemeleit hat auf chance.org eine Petition gestartet, damit die Betroffenen entschädigt werden.

Bemeleit wurde als Bluter nicht nur mit HI-sondern auch mit Hepatitis C Viren infiziert. Seit 30 Jahren lebt er mit beiden tödlichen Erkrankungen. Er steht für 3.000 Bluter, die heute die Folgen der Hepatitis C Viren fürchten: an Leberzirrhose und Leberkrebs qualvoll zu sterben. "Bis heute weigern sich die Pharmaindustrie und die Deutsche Bundesregierung uns angemessen zu entschädigen", so der Hamburger.

"Unser Gesuch um Hepatitis-C-Entschädigung wurde von den Parteien Bündnis 90/Grüne, DIE LINKE und SPD ausdrücklich befürwortet JEDOCH von der CDU/CSU (Jens Spahn) abgelehnt. Wir appellieren an die neue Regierung gemeinsam für sofortige Entschädigungszahlungen sorgen", sagt Bemeleit. "Diese Ungerechtigkeit muss sofort aufhören. Die Lebenszeit der Betroffenen wird knapp. Die meisten sind nicht mehr in der Lage, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie leben an der Grenze zur Armut."

Empfänger der Petition sind Jens Spahn (CDU) als Leiter der Koalitionsverhandlung "Gesundheit & Pflege" und Dr. Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzender BAYER AG. "Die Zeit des Schweigens und Versteckens ist vorbei", betont Andreas Bemeleit. "Gemeinsam mit den durch verseuchte Blutprodukte mit HIV und Hepatitis-C infizierten Hämophilen fordere ich Sie auf, sich öffentlich zu entschuldigen und die Betroffenen zu entschädigen."

 

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