Potsdamer Attraktion droht Schließung

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Begegnung mit einem 'Dino' in der Potsdamer  Biosphäre
Begegnung mit einem 'Dino' in der Potsdamer Biosphäre
Bild: H. Smikac

Potsdam (kobinet) Seit September 2002 gibt es in der Landeshauptstadt Brandenburgs die "Biosphäre". Auf ehemals militärisch genutztem Gelände wurde sie anlässlich der Bundesgartenschau 2001 gebaut und damals als Blumenhalle genutzt. Anschließend wurde sie zur "Biosphäre" umgebaut und entwickelte sich, obwohl weiterhin eine Förderung durch die Stadt erforderlich ist, zu einer barrierefreien Attraktion. Nach den weltbekannten Schlössern sowie dem Filmpark belegt sie immerhin den Platz 5 unter den meist besuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Im Jahr 2017 wird sie nun voraussichtlich geschlossen.

Die Biosphäre bietet die Begegnung mit rund 20.000 tropischen Pflanzen sowie 350 Arten tropischer Tiere, von denen, zum Beispiel Geckos und Fasane, in der Halle frei umherlaufen. Neben farbenprächtigen Orchideen, Kletterpflanzen und Schlinggewächsen, sind auch Kakao- und Kaffeepflanzen zu entdecken. Diese kann man bei einer Entdeckungsreise durch die Ausstellung selbst suchen oder bei Gruppenreisen beziehungsweise speziellen Veranstaltungen kennen lernen. Vor allem in den Wintermonaten finden regelmäßig Abendveranstaltungen für Erwachsene und Kinder statt. Für Kindergruppen werden Schatzsuchen und andere Dschungelabenteuer angeboten - und das alles ohne Barrieren, denn die Biosphäre Potsdam ist nicht nur mit dem öffentlichen Personenverkehr barrierefrei zu erreichen sondern die gesamte Ausstellung ist ebenerdig zugänglich und es gibt viele Möglichkeiten, die Ausstellung mit allen Sinnen erleben zu können.

2017 soll damit nun Schluss sein. Die mit der Förderung durch das Land auferlegten Zweckbindung als touristische Basiseinrichtung läuft Ende des Jahres 2016 aus. Etwa fünf Jahre lang wurde nach einem neuen Betreiber gesucht - bisher erfolglos. Jetzt will und kann sich die Stadt, auch nach Erwähnung im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler, die weitere Förderung wohl nicht leisten. Favorisiert wird zur Zeit der Umbau zur Privatschule. Bei den Bürgern gibt es jedoch auch andere Vorschläge. So möchte man die Attraktivität der Biosphäre durch Erlebnisgastronomie, eine engere Anbindung zum benachbarten Volkspark oder ein Tropenschwimmbad erhöhen. Auch ein Gemeinschaftsprojekt für den Biologieunterricht aller Potsdamer Schulen ist im Gespräch.

Noch ist also unklar, welchen Weg man in Potsdam letztlich gehen wird. Nur eins wäre wohl nicht zu bestreiten: Schließt die Biosphäre Potsdam, dann verliert die Landeshauptstadt Brandenburgs eine Attraktion, die besonders Familien und Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen während den nicht ganz so  sommerlichen Jahreszeiten nach Potsdam lockt.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.