NRW fördert Qualifizierung von Dolmetschern für hörgeschädigte und taubblinde Menschen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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Bild: Aktion Mensch e.V.

Düsseldorf (kobinet) Mit einem gemeinsamen Maßnahmenpaket des Sozialministeriums und des Wissenschaftsministeriums in Nordrhein-Westfalen  soll nun der Aufbau eines Netzes von Kommunikationsunterstützern für hörgeschädigter und taubblinder Menschen in diesem Bundesland gefördert werden.

In Nordrhein-Westfalen leben rund 280.000 hochgradig schwerhörige und 12.000 gehörlose Menschen. Eine offizielle Statistik über die Zahl taubblinder Menschen gibt es nicht. Schätzungen gehen jedoch von rund 1.900 Menschen mit einer schweren Sehbehinderung und einer schweren Hörbehinderung aus. Gleichzeitig Blindengeld und Gehörlosengeld beziehen in NRW rund 250 Personen. Ein Maßnahmenpaket zur Qualifizierung von Dolmetscherinnen und Dolmetschern für hörgeschädigte und taubblinde Menschen soll nun helfen, die Idee von der Qualifizierung von "Kommunikationsunterstützern" umzusetzen.

Dieser Ansatz ist Ergebnis einer Untersuchung der Lebenslage hörgeschädigter und taubblinder Menschen durch das Sozialministerium des Landes und der Erörterung dieser Ergebnisse anschließend im Inklusionsbeirat Nordrhein-Westfalens. In Beratungen mit den Betroffenenverbänden und anderen Experten wurden dann Ideen von den „Kommunikationsunterstützern“ entwickelt.

Sozialminister Rainer Schmeltzer und Wissenschaftsministerin Svenja Schulze haben jetzt dieses gemeinsame Maßnahmenpaket zur Qualifizierung von Dolmetscherinnen und Dolmetschern für hörgeschädigte und taubblinde Menschen auf den Weg gebracht. Für die Qualifizierung von Gebärdensprachdolmetschern, Gebärdensprachdozenten, Schriftdolmetschern und Taubblinden-Assistenten stehen für die nächsten drei Jahre insgesamt rund 2,7 Millionen Euro zur Verfügung.

„Wer gehörlos, hochgradig schwerhörig oder taubblind ist, kommt im Alltag oft nicht ohne Dolmetscherin oder Dolmetscher aus. Davon gibt es aber noch zu wenige“, so Minister Rainer Schmeltzer, „deshalb müssen viele Menschen mit Sinnesbehinderungen oft Wartezeiten hinnehmen, wenn sie bei Ärzten, in Behörden, Schulen oder Kindergärten Termine wahrnehmen möchten. Das wird sich künftig ändern.“

"Dieses umfassende Qualifizierungspaket ist ein großer Fortschritt“, stellt Minister Schmeltzer fest und fährt fort: „Wir sorgen dafür, dass Menschen, die dringend darauf angewiesen sind, künftig mehr und schneller Unterstützung für die Kommunikation bekommen. Nach der Übernahme von Dolmetscherkosten im Schulbereich und der Errichtung eines Kompetenzzentrums für Menschen mit Sinnesbehinderungen ist dies ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Teilhabechancen der Menschen mit Sinnesbehinderungen.“

Die Initiative der Landesregierung wurde von den Organisationen der taubblinden und hörgeschädigten Menschen sowie den Vertretern der Berufsverbände begrüßt.

Das Maßnahmenpaket sieht vor, dass noch in diesem Jahr an der Universität Köln ein Bachelor- und ein Master-Studiengang für Gebärdendolmetscher eingerichtet werden. Außerdem werden Lehrgänge zur Qualifizierung von Gebärdensprachdozenten sowie Schriftdolmetschern neu eingerichtet und weitere Taubblindenassistenten in NRW qualifiziert. Dabei kann man sich auf die Erfahrungen der Universität Köln stützen wo es langjährige Erfahrung mit Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Gebärdensprache gibt. Bereits ab dem kommenden Wintersemester soll nun für 20 Studierende jährlich ein neuer Studiengang für das Gebärdensprachdolmetschen beginnen.

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