Mehr Gas bei der Inklusion

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Emoji Inklusion
Emoji Inklusion
Bild: Aktion Mensch e.V.

Hannover (kobinet). Bei den Aufgaben der Inklusion nicht den Rückwärtsgang einzulegen, sondern mehr Gas zu geben, Das fordert der Landesverband Niedersachsen des Sozialverbandes Deutschland.

„Ja, die Inklusion läuft noch nicht überall rund. Aber muss man sie deshalb immer wieder in Gänze in Frage stellen?“ Adolf Bauer, Landesvorsitzender des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Niedersachsen, und findet die erneute Fundamentalkritik an der inklusiven Beschulung ermüdend. Neu sei nur die Qualität der Debatte: „Wenn die CDU das Schließen von Förderschulen für eine Unverschämtheit hält, dann scheidet sie als Gesprächspartnerin aus“, ärgert sich Bauer. Er fordert mehr Tempo und mehr Ressourcen für die Inklusion in der Bildung.

Ministerin Heiligenstadt habe völlig Recht, so der SoVD-Vertreter, die steigende Inklusionsquote sei ein Erfolg für das Land. Natürlich sei es völlig falsch, eine Pause bei der Umsetzung der Inklusion einzulegen. „Es meckern die üblichen Verdächtigen – Frau Heiligenstadt sollte nicht den Rückwärtsgang sondern einen noch höheren Gang einlegen“, fordert der SoVD, dem die Umsetzung schon jetzt nicht schnell genug geht.

Ja, es laufe noch nicht überall rund, das sieht auch Bauer so. Die Ankündigung des Kultusministeriums, mehr Personal vorzuhalten, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Es gelte aber weiterhin, dass nichts Geringeres als ein vollständiger Paradigmenwechsel in der Beschulung eben nicht zum Nulltarif zu bekommen sei. „Wir glauben weiter an die Inklusion, und sie funktioniert ja auch. Jetzt müssen Ressourcen investiert werden, damit die Umsetzung noch besser klappt“, unterstreicht Bauer.

Lesermeinungen zu “Mehr Gas bei der Inklusion” (2)

Von Ingrid Gerber

ja, Alexander Drewes, so kann man das lesen. Wär ich so selbst nicht drauf gekommen, denn mich hatte der Inhalt gefesselt - dass der SoVD sich so positioniert, hat mich gefreut, besonders, weil wir hier in NRW rund um den Wahlkampf so abgrundtiefe Argumentationen haben miterleben müssen ... Besonders diejenigen, die immer schon Gegener waren und den Prozess kraft ihrer Möglichkeiten verlangsamt und erschwert haben, meldeten sich nun lautstark zu Wort, dass es so ja nun gar nicht ginge...

Vorschlag zur Güte: Headline abändern in "Mehr Tempo machen bei der Inklusion"?



Von Alexander Drewes

Ich bin dann doch ein wenig verwundert, wie instinktlos die Redaktion zum Teil ihre Beiträge betitelt. Bei der Überschrift "Mehr Gas bei der Inklusion" muss jedem auch nur halbwegs historisch Interessierten doch ein kalter Schauer über den Rücken laufen angesichts dessen, dass behinderte Menschen in einer nicht unbeträchtlichen in der Zeit des Nationalsozialismus nicht nur "abgespritzt" worden und somit zu Tode gekommen sondern - als Vorläufer der späteren Gaskammern - versuchsweise auch in sog. Gaswagen umgebracht worden sind. Von einer Redaktion, die sich mit der Thematik Beeinträchtigung/Behinderung befasst, erwarte ich einfach, dass sie auch bei der Findung von "knackigen" Überschriften mit einem Minimum an Fingerspitzengefühl herangeht. Wir werden daneben - sozusagen noch ein Schlenker zum eigentlichen Beitrag - über kurz oder lang überhaupt nicht darum herumkommen, uns mit den Ängsten und Besorgnissen der die Förderbeschulung favorisierenden Eltern auseinanderzusetzen. Das sind unsere natürlichen Verbündeten, sie müssen nur davon überzeugt werden. Und - wie hier z.B. von Gisela Maubach immer und immer wieder angemahnt wird - wir brauchen Konzepte für beeinträchtigte Menschen, die weder inklusiv beschult noch im Berufsleben tätig sein oder auch nur hinreichend allgemein am Leben in der Gesellschaft teilhaben können. Da nützt uns sämtliche hübsche Inklusionsrhetorik nichts.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.