Resolution: Inklusion muss weitergehen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Hannover (kobinet) Das niedersächsische Forum Artikel 30 fordert angesichts der aktuellen Diskussionen zur Inklusion in einer Resolution: "Kein weiteres Hinhalten behinderter Menschen, Inklusion muss weitergehen!" Der Weg zur inklusiven Gesellschaft vom Sport bis zur Bildung müsse konsequent verfolgt werden. Dafür stehe das Forum Artikel 30 UN-BRK Inklusion in Kultur, Freizeit und Sport – ein Zusammenschluss von sieben Behindertenverbänden und Organisationen.

"Jeder gesellschaftliche Akteur ist durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verpflichtet, Menschenrechte und Grundfreiheiten für Menschen mit Behinderung zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten. Inklusion ist dabei ein Menschenrecht, das als festes Fundament die zukünftige ganzheitliche gesellschaftliche Entwicklung mitbestimmt. Die Handlungsfelder Arbeit, Bildung, Wohnen, Kultur, Freizeit, Sport sowie Mobilität sind zentrale Bereiche dieser Entwicklung", heißt es in der Resolution. Die Mitglieder des Forum Artikel 30 setzen sich darin dafür ein, dass dieses Recht umgesetzt wird und zwischen den Bereichen Kultur, Freizeit und Sport Brücken zum Thema der inklusiven Bildung gebaut werden.

"Die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen stellen das Menschenrecht Inklusion zunehmend in Frage. Insbesondere geforderte 'Pausen von schulischer Inklusion' werfen die Entwicklung zurück und blockieren bereits geschaffene inklusive Strukturen. Solche Positionen erschweren es Akteuren, Inklusion in Niedersachsen glaubhaft und nachhaltig umzusetzen. Nachhaltigkeit und Akzeptanz inklusiver Prozesse können nur durch die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung erlangt werden. Partizipation bedeutet konkret, dass die Parlamente kein Gesetz verabschieden dürfen, das die Lebensbereiche behinderter Menschen betrifft, wenn diese nicht aktiv in den Prozess eingebunden sind. Anders formuliert ist Partizipation ein Mittel für zielgenaue politische Konzepte und Programme und somit ein Beitrag zur Demokratisierung der Gesellschaft, da sie individuelle Arbeit in menschenrechtliche Zusammenhänge stellt", heißt es in der Resolution.

Das Forum Artikel 30 sieht es als seine Kernaufgabe, die Rechte von Menschen mit Behinderung zu stärken. Die Zusammenarbeit und wechselseitige Unterstützung mit und von zahlreichen Verbänden und Organisationen sind ein zentrales Instrument zur Erreichung dieses Ziels. Die anstehenden politischen Wahlen seien wichtige Wegweiser für die mittelfristige Entwicklung der Rechte behinderter Menschen in Deutschland und Niedersachsen. "Wir sind bereit und werden uns für die Wahrung und Weiterentwicklung dieser Rechte stark machen", so die Ankündigung des Bündnisses.

Zum Hintergrund
Das Forum Artikel 30 UN-BRK/Inklusion in Kultur, Freizeit und Sport ist ein bundesweit einzigartiger Zusammenschluss mehrerer Verbände und Organisationen. Mitglieder des Forums sind der Behinderten-Sportverband Niedersachsen, Special Olympics Niedersachsen, Gehörlosen-Sportverband Niedersachsen, Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen, SoVD-Landesverband Niedersachsen, Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Landesverband Niedersachsen sowie die Volkshochschule Hannover. Dem Behinderten-Sportverband Niedersachsen obliegt die Gesamtkoordination des Forums. Gefördert wird das Forum durch den Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen und den LandesSportBund Niedersachsen.

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