Kostenloser Nahverkehr und Barrierefreiheit

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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Düsseldorf (kobinet) Der VdK Nordrhein-Westfalen warnt davor, dass der kostenlose Nahverkehr den Abbau von Barrieren ausbremsen könnte. Mit Blick auf die neuesten Überlegungen der Bundesregierung zum kostenlosen Nahverkehr sowie die geplante Einheitshöhe bei Bahnsteigen fordert der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen, dass Barrierefreiheit nicht am Gleis enden darf.

"Mit einer Höhe von 76 cm entsprechen die Bahnsteige in Nordrhein-Westfalen zwar den bundesweiten Vorgaben der Deutschen Bahn für Regional- und Fernzüge", erläutert der Vorsitzende Horst Vöge. "Der Einstieg in die S-Bahn stellt für Menschen mit Behinderung, Ältere und Familien mit Kinderwagen jedoch vielerorts ein unüberwindbares Hindernis dar." Schließlich kann zwischen den 55, 76 oder 96 cm hohen Bahnsteigen und den unterschiedlich angepassten Fahrzeugen schon mal eine Lücke von knapp einem halben Meter klaffen.

"Da nützt es den Betroffenen auch nichts, wenn ihr Bahnhof schon zu den wenigen gehört, die bereits durch Aufzüge oder Blindenleitsysteme zugänglich gemacht worden sind: Sie kommen ebenso wenig an ihr Ziel wie Politik und Gesellschaft bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, der sich die Bundesregierung bereits 2009 verpflichtet hat", macht der VdK-Landesvorsitzende deutlich.

Einem kostenlosen Nahverkehrsangebot steht Horst Vöge infolgedessen skeptisch gegenüber: "Auch wenn sozial Benachteiligte vereinzelt davon profitieren könnten, befürchten wir, dass eine solche Maßnahme gleichzeitig zulasten der Mobilität großer Bevölkerungsgruppen gehen könnte. Um die gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen, sollten wir in unserem Bundesland lieber sicherstellen, dass die vielen noch vorhandenen Barrieren abgebaut und die ländlichen Regionen besser erschlossen werden."

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