Vergessen: Inklusion in der Arbeitswelt

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Zeitungsschiffchen
Zeitungsschiffchen
Bild: Wilhelmine Wulff/Pixelio

Köln (kobinet) Inklusion in der Arbeitswelt belegt den Spitzenplatz unter den vergessenen Nachrichten in Deutschland. Auch im vergangenen Jahr sind wieder Themen und Geschichten nicht in den Medien erschienen, obwohl sie gesellschaftlich wichtig sind. Auf ihrer Jahrespressekonferenz hat die Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) e.V. heute im Deutschlandfunk die Top Ten der vergessenen Nachrichten 2018 vorgestellt.

Inklusion findet insbesondere in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit statt: Beschäftigte in den sogenannten „Behindertenwerkstätten" dienen der Statistik seit 2014 als „sozialversicherungspflichtige Beschäftigte". In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der Menschen in diesen Werkstätten kontinuierlich gestiegen.

"Mit Inklusion hat das nichts zu tun. Dabei trägt auch der demographische Wandel dazu bei, dass das Thema immer virulenter wird", begründet INA die Entscheidung der Jury. "Die Medien sollten sich aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderung und fehlender Berührungspunkte im Alltag zur Aufgabe nehmen, Barrieren und Vorurteile durch vermehrte journalistische Berichterstattung auf Augenhöhe zu verringern, anstatt sie wie bisher weiter zu verfestigen."

Lesermeinungen zu “Vergessen: Inklusion in der Arbeitswelt” (4)

Von Gisela Maubach

Da immer noch von Inklusion in der Arbeitswelt gesprochen wird, nochmal der Hinweis, dass Inklusion grundsätzlich nur dann möglich ist, wenn alle (!) Menschen teilhaben können. Da aber arbeitsunfähige Menschen nicht in die Arbeitswelt integriert werden können, kann man bei der Arbeitswelt allenfalls von Integration reden.

Man käme im Bereich des Sports ja auch nicht auf die Idee, von Inklusion beim Stabhochsprung zu reden . . . oder von Inklusion beim freeclimbing in der Felswand . . .

Von Heidi

Ohne funktionierenden Rollstuhl kann überhaupt erst einmal keine/r zur Arbeit fahren, die oder der einen Rollstuhl benötigt!
Bei meinen Freundinnen und mir, sind die Rollstühle durchschnittlich alle paar Wochen bis Monate derart defekt, dass sie über Wochen ausfallen. Erst jüngst habe ich 2 Monate auf eine Reperatur warten müssen, der Rollstuhl war dann eine Woche später wieder defekt und kurz darauf brach ein Lenkrad ab!

Inklusion in der Arbeitswelt und in unserer Gesellschaft mit oder ohne Arbeit beginnt dort, wo wir erst einmal mit funktionstüchtigen Hilfsmitteln adäquat versorgt sind!

Damit liegen wir derzeit Lichtjahre von einer tatsächlichen Inklusion entfehrnt.

Von kirsti

Zitat:
„Inklusion findet insbesondere in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit statt: Beschäftigte in den sogenannten „Behindertenwerkstätten" dienen der Statistik seit 2014 als „sozialversicherungspflichtige Beschäftigte". In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der Menschen in diesen Werkstätten kontinuierlich gestiegen.“

Man reibt sich die Augen: „ Beschäftigte in Behinderten-
werkstätten“ zählen für die BA als „sozialversicherungspflichtige Beschäftigte“!
Was für eine dreiste Lüge!
Das Wort ETIKETTENSCHWINDEL zusammen mit dem Wörtchen INKLUSION tauchen sooft in trauter Gemeinsamkeit auf, dass es bald schwindelerregend wird.
Beide zusammen könnten Unwort und Wort der letzten Jahre bilden. Es ist kaum zu glauben, wie die Bundesagentur für Arbeit – auf Geheiß wohl von oberster Stelle [BMAS] – sich und den Bürgern und Betroffenen mit diesen Begriffen in die Taschen lügt!


Von Gisela Maubach

1.)
Inklusion ist in der Arbeitswelt gar nicht möglich, da auch Menschen mit Behinderungen existieren, die gänzlich arbeitsunfähig sind, so dass es nicht möglich ist, sie in die Arbeitswelt zu integrieren.

2.)
Diese Menschen, die zu behindert sind, um arbeiten zu können, sind in den Nachrichten in Deutschland noch weitaus mehr vergessen als alle anderen Menschen mit Behinderungen. Beim Thema Inklusion sind diese Menschen nämlich grundsätzlich nicht gemeint.
Und offensichtlich sind sie sooooo sehr vergessen, dass man sogar vergisst, bei den vergessenen Nachrichten an sie zu denken . . .

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