Hartnäckigkeit lohnt sich

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bild von Josef Ströbl
Bild von Josef Ströbl
Bild: omp

Hofgeismar (kobinet) Josef Ströbl hat sich als Inklusionsbotschafter und Vorstandsmitglied von Mensch zuerst vorgenommen, anderen behinderten Menschen Mut zu machen, neue Wege zu gehen, um selbstbestimmter leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Dafür hat er selbst viele neue Wege beschritten und beispielsweise mit Hilfe eines Persönlichen Budgets eine Beschäftigung außerhalb der Werkstatt für behinderte Menschen gefunden. Nun kann Josef Ströbl nach langem Kampf auch auf einen Erfolg im Hinblick auf seinen Schwerbehindertenausweis verzeichnen. Seine Botschaft ist dabei klar: "Es lohnt sich hartnäckig zu sein und für seine Rechte zu kämpfen".

Seit langem regt sich Josef Ströbl darüber auf, dass ihm vor ca. 30 Jahren aufgrund einer Änderung der Regeln für den Schwerbehindertenausweis die Freifahrt im öffentlichen Nahverkehr gestrichen wurde, obwohl sich bei seiner Behinderung nichts geändert hatte. Zwischenzeitlich hat er immer wieder versucht, deutlich zu machen, dass er auf eine entsprechende Begleitung bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs angewiesen ist. Nun hat er endlich die Anerkennung hierfür und für die Freifahrt im öffentlichen Nahverkehr bekommen.

Zwischenzeitlich hat sich bei dem Mann mit Lernschwierigkeiten auch das Sehen erheblich verschlechtert. Dies war Anlass für Josef Ströbl, einen erneuten Antrag beim Amt zu stellen. Was ihm zuerst abgelehnt wurde, hat er nun durch sein beharrliches Nachhaken und Aufzeigen seines Unterstützungsbedarfs endlich anerkannt bekommen. „Das ist für mich eine sehr große Hilfe, weil ich bei meinen Fahrten auf eine Begleitung und Unterstützung angewiesen bin. Vor allem bin ich froh, dass ich jetzt auch die Freifahrt im Nahverkehr bekomme, denn ich kann aufgrund meiner Behinderung nur wenige Strecken laufen und zum Beispiel kein Fahrrad nutzen“, so Josef Ströbl. Für den Streiter für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zeigt dieser Erfolg jedoch vor allem: „Es lohnt sich hartnäckig zu sein und für seine Rechte zu kämpfen. Ich kann nur jedem empfehlen, sich nicht zu schnell entmutigen zu lassen und für die Nachteilsausgleiche zu kämpfen, die einem zustehen.“

Derzeit ringt Josef Ströbl auch um die Anerkennung des Leids und Unrechts, das er früher in einer Behinderteneinrichtung erleben musste. Der Antrag bei der Stiftung für Anerkennung und Hilfe ist bereits gestellt und ein entsprechendes Gespräch hierzu fand auch schon mit der Beratungsstelle statt. "Mir geht es dabei hauptsächlich auch darum, anderen behinderten Menschen Mut zu machen. Denn meine Erfahrungen gebe ich gerne weiter", so Josef Ströbl. Er empfiehlt vor allem Menschen mit Lernschwierigkeiten die neuen ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstellen zu nutzen, um sich neue Wege überlegen zu können. Dabei hofft er darauf, dass es auch viele Menschen mit Lernschwierigkeiten gibt, die in diesen Beratungsstellen arbeiten und ihre Erfahrungen weitergeben.