100 Tage Bilanz zur unabhängigen Beratung

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Logo: EUTB - ergänzende unabhängige Teilhabeberatung
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Bild: BMAS

Bremen (kobinet) "100-Tage-Bilanzen" sind ein gut geeignetes Instrument, um darüber zu berichten, wie gut ein neues Projekt oder eine neue Arbeitsphase denn gestartet ist. Im Fall der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung bietet sich eine solche erste Zwischenbilanz durchaus an. Im Bundesland Bremen wurden insgesamt sechs Anträge zur Förderung von EUTB-Stellen bewilligt. Eine davon ist in der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen Bremen angesiedelt, bei der Gerald Wagner arbeitet, der den kobinet-Nachrichten folgende Informationen geschickt hat.

Die EUTB-Arbeit der LAGS

Wie sieht denn nun die konkrete Arbeit einer EUTB-Stelle aus? Das ist sicherlich von Beratungsstelle zu Beratungsstelle verschieden, je nachdem, wie das jeweilige Konzept aussieht. Die LAG Selbsthilfe arbeitet seit rund 30 Jahren sowohl als Dachverband für Selbsthilfe-Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen als auch als unabhängige Beratungsstelle. Mit der EUTB-Förderung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales kann diese jetzt noch intensiver individuelle Beratungen leisten, hat mehr Zeit für Gespräche, Recherchen, Nachbereitungen und Erfolgskontrollen. Die Beratungsstelle konnte sofort zum 1. Januar 2018 ihre Arbeit aufnehmen. Inzwischen hat diese rund 30 persönliche Beratungsgespräche zuzüglich weiterer fallbezogener Arbeiten durchgeführt. Hinzu kommen rund 20 kürzere telefonische Anfragen, bei denen sie auf geeignete weiterführende Hilfen hinweisen und wichtige Auskünfte geben konnte.

Beispiele aus der Praxis

Wie notwendig diese intensive und vertiefte Beratung inklusive aller begleitenden Arbeiten (Recherchen, Telefonate mit Behörden, Folge-Gespräche usw.) ist, zeigen einige konkrete Beispiele, die Gerald Wagner nennt:

Frau L. konnte dank ausführlicher Gespräche und gemeinsamem Ausfüllen erreichen, dass ihr ein neuer Schwerbehindertenausweis mit einem erhöhten Grad der Behinderung ausgestellt wurde. Die Neubewilligung entspricht ihrer leider verschlechterten gesundheitlichen Situation und verbessert so ihre Teilhabemöglichkeiten im Alltag ganz konkret.

Frau D. wohnte bis vor kurzem mit einer schweren Gehbehinderung und psychischen Beeinträchtigungen allein. Aufgrund ihrer gesundheitlichen und finanziellen Situation war ihr das nicht mehr möglich. Vorübergehend wohnt sie bei ihrem Sohn. Mit Hilfe der Beratung wird sie auf dem Weg hin in eine bedarfsgerechte Wohnform begleitet und ihr geholfen, psychosoziale Unterstützung zu bekommen.

Frau K. ist auf ein rollstuhlgerecht umgebautes Auto angewiesen. Vor einigen Jahren erfolgte solch ein Umbau – aber es stellte sich heraus, dass der Umbau nicht bedarfsgerecht war. Die Umbauten führten sogar dazu, dass die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug entzogen wurde. Ihre Mobilität wurde lediglich durch die Unterstützung ihres Lebenspartners aufrechterhalten – obwohl sie selbst mit einem geeigneten Fahrzeug dazu in der Lage wäre. Jetzt geht es um Regress- und Entschädigungsforderungen an die Firma, die den Umbau vornahm und darum, wieder ein geeignetes Fahrzeug zu bekommen, mit dem Frau K. wieder selbst fahren kann.

Menschen mit Beeinträchtigung, die in Wohnquartieren am Bremer Stadtrand leben, können die Beratungsstelle oft nur mit großen Anstrengungen erreichen. Darum organisiert diese aktuell Angebote vor Ort, zum Beispiel in Bremens nördlichstem Stadtteil Blumenthal, im Stadtteil Obervieland im Bremer Südwesten oder im Bremer Osten. So wird eine dezentrale, aufsuchende Teilhabeberatung mit Stadtteilorientierung aufgebaut.

"Dies sind nur einige Beispiele für die Arbeit der Beratungsstelle", erklärte Gerald Wagner .

Einfach anrufen oder vorbei kommen

Die Beratung erfolgt sowohl in der Beratungs- und Geschäftsstelle (Waller Heerstraße 55, 28217 Bremen), als auch dezentral vor Ort im Land Bremen. "Für eine ausführliche Beratung vereinbaren Sie bitte möglichst zu unseren Bürozeiten einen Termin. Selbstverständlich haben wir aber auch jederzeit spontan 'ein offenes Ohr'", betont Gerald Wagner.

LAGS Bremen e. V.

Beratungsstelle für ergänzende unabhängige Teilhabeberatung

Waller Heerstr. 55,28217 Bremen

Bürozeiten: Mo.-Do. 09:00-17:00 Uhr, Fr. 09-14.00 Uhr

Ansprechpartner: Gerald Wagner

Tel.: 0421/38777-14

Fax: 0421 / 38777-99

E-Mail: wagner.eutb@lags-bremen.de, info@lags-bremen.de

Internet: www.lags-bremen.de

Wie der Aufbau einer ganz neuen Beratungsstelle zur ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung am Bodensee voran geht, darüber berichtet die Schwäbische Zeitung in einem Bericht, auf den der Inklusionsbotschafter Thomas Schalski aufmerksam gemacht hat:

Link zum Zeitungsbericht