Vorstandsposten für Inklusionsbeauftragten beim Berliner Fechterbund

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Mario Freund und Karsten Häschel
Mario Freund und Karsten Häschel
Bild: Berliner Fechterbund

Berlin (kobinet) Mit der neuen Satzung beschlossen die VertreterInnen der 14 Berliner Fechtvereine auf der diesjährigen Mitgliederversammlung einstimmig auch die Einführung der Position eines Inklusionsbeauftragten. Damit setzt der Landesfachverband für den Fechtsport in Berlin ein klares Signal für Inklusion. Auf die neue Position gewählt wurde Karsten Häschel vom Fecht-Club Grunewald Berlin.

Er soll dem gewachsenen Engagement des Berliner Fechterbundes im Bereich Rollstuhlfechten weiteren Auftrieb verleihen. Qualifiziert dafür ist er allemal, so war Karsten Häschel beispielsweise von 2008 bis 2013 Beauftragter für Menschen mit Behinderung der Landeshauptstadt Potsdam. "Ich freue mich darauf, die begonnene Arbeit des Berliner Fechterbunds fortzusetzen und auszubauen.", sagte Karsten Häschel nach seiner Wahl. "Rollstuhlfechten ist eine spannende und höchst inklusive Sportart mit viel Potenzial. Hier setzen sich Fußfechter in den Rollstuhl, um so auf Augenhöhe mit Behinderten Sportlern und Sportlerinnen zu kämpfen. Da gibt es keine Unterschiede mehr."

Mario Freund, Präsident des Berliner Fechterbunds, sagte: "Ich bin sehr froh über diesen Beschluss. Die Berliner Fechter zeigen einmal mehr, dass sie, analog zur Planche, keine halben Sachen machen. Eine solche Position ist durchaus noch keine Selbstverständlichkeit in der Vereins- und Verbandslandschaft. Um so größer ist die Signalwirkung. Fechten fasziniert als Sportart aus jeder Perspektive." Beide wollen zudem verstanden wissen, dass Inklusion mehr ist als "nur" inklusives Fechten. Auch Gleichstellung und Integration sind wichtige Bestandteile des ehrenamtlichen Arbeitsauftrags von Karsten Häschel.

Info zum Rollstuhlfechten:

Beim Rollstuhlfechten werden die Rollstühle der Gegner in einem Rollstuhlfechtgestell gegenüber fixiert. Dabei wird der Abstand je nach Körpergröße variabel eingestellt. Die Fechter/-innen bewegen sich dadurch nur mit dem Oberkörper zum Angriff oder zur Verteidigung. Rollstuhlfechten ist ein vollintegrativer Sport. Zum Training und bei inklusiven Turnieren setzen sich nicht behinderte Sportler in den Rollstuhl, um chancengleich gegen behinderte Sportler zu fechten.

In Berlin gibt es mit dem Fechtzentrum Berlin und dem OSC Berlin aktuell 2 Fechtvereine, die Rollstuhlfechten anbieten. Der Berliner Fechterbund engagiert sich seit mehreren Jahren stark, um den faszinierenden paralympischen Sport in der Hauptstadt fest zu verankern. So finden am 1./2. September 2018 erstmals die Offenen Inklusiven Rollstuhlfecht-Meisterschaften statt. Das Turnier ist in die Inklusionswoche Berlin (IWO) eingebunden.