Seroquälmärchen erschienen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Jennifer Sonntag
Jennifer Sonntag
Bild: Jennifer Sonntag

Halle (kobinet) "Seroquälmärchen", heißt das neue Buch, das die Inklusionsbotschafterin Jennifer Sonntag zusammen mit Illustrationen von Franziska Appel veröffentlicht hat und das vor kurzem im Edition Outbird Verlag erschienen ist. Dabei geht es nach Informationen von Jennifer Sonntag u.a. um einen heiklen Tanz zwischen Stabilisierungsmedikation und Selbstbestimmung.

"Mein aktuell erschienenes Märchenbuch entstand während meines Fernstudiums des literarischen Schreibens, als meine inneren Inklusionsbotschafterinnenaugen bereits sehr weit geöffnet waren. Vielleicht können Kunst und Literatur etwas anstoßen, was fachliche Auseinandersetzungen manchmal nicht schaffen. Ich möchte mein modernes Märchen einerseits auf den Weg schicken, um auf mangelnde Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen in therapeutischen Einrichtungen aufmerksam zu machen und andererseits für den heiklen Tanz zwischen Stabilisierungsmedikation und Selbstbestimmung zu sensibilisieren. Mein Märchenbuch ist nicht für Kinder geschrieben und nicht für Menschen in schweren depressiven Episoden geeignet, ich habe es aber trotz oder gerade wegen seines nicht leichten Kontextes mit all meinen Sinnen dem Leben gewidmet. Und ich möchte mich für die Menschen äußern, die es nicht oder nicht mehr können. Das Buch will nicht werten, es will lediglich Denkanstoß sein und ein Bewusstsein für Entscheidungen und die daraus resultierenden Flügelschläge schaffen", schrieb Jennifer Sonntag zu ihren Beweggründen für das Buch an die kobinet-nachrichten.

Im Klappentext zum Buch heißt es: "Was kein Menschenohr je erblickte. Warnhinweis: Dieses Märchenbuch ist nicht für Kinder und Menschen in schweren depressiven Episoden geeignet! Zu allen Zeiten wurden Märchen erzählt, nicht immer spielen sie im Wald, manchmal spielen sie auch in der Psychiatrie, in urbanen, von Menschen und für Menschen geschaffenen Räumen mit nüchternem Interieur. Es ist ein geschütztes Reich mit nach außen 'fast' undurchdringlichen Pforten, mit angeschrägten Fenster- und Türklinken und ohne andere gefährliche Dinge, die zum Eskapismus im entleibenden Sinne einladen. So bleibt scheinbar nur die Flucht in eine Traumwelt, in der sich Patientenzimmer zu wundersamen Feenbehausungen und Buntstifte zu Zauberstäben wandeln. Das Antidepressivum wird zum magischen Elixier, besitzt aber auch hier eine Ambivalenz, wie man sie aus althergebrachten Märchen kennt. Und der Ritt auf einem Einhorn ist ein Euphemismus für die Brücken zwischen den Welten. Ob dieser Ritt gelingen mag und ob das Einhorn wirklich den Kompass für die Suche nach dem Glück in der Mähne versteckt hat… Märchen sollten zu allen Zeiten erklären, was manchmal nicht einfach zu erklären ist und Hoffnung spenden in hoffnungsloser Zeit und die Mächtigen erziehen, wenn sie sich durch scheinbare Allmacht der Belehrung entziehen. Vielleicht haben auch 'manchmal' im richtigen Leben die Patienten die weißen Kittel an. 'Seroquälmärchen' gibt Einblicke in psychiatrische Ängste und Enge und deren Verwandlung in Märchensequenzen, um das Licht auch in dunklen Zeiten nicht zu verlieren."

15,00 € inkl. MwSt.

Verlag: „Edition Outbird
Lieferbar ab Anfang Mai 2018
Mit Illustrationen von Franziska Appel
62 Seiten, Hardcover, 16x16cm

Artikelnummer: ISBN: 978-3-95915-110-8

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