Zuweisung von Hilfsbedürftigkeit entrechtet

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Matthias Vernaldi
Matthias Vernaldi
Bild: Kathina Schubert

Berlin (kobinet) Auf der Mit-mach-Konferenz der Kampagne „Sexarbeit ist Arbeit – Respekt!“ hat Matthias Vernaldi darüber gesprochen, wie die Zuweisung von Hilfsbedürftigkeit entrechtet. Sein Vortrag ist jetzt auf dem Blog von Mondkalb zu finden, der Zeitung  für das organisierte Gebrechen. Krüppelheim und Fickmanufaktur – Entrechtung durch die Zuweisung von Hilfsbedürftigkeit | mondkalb

Der Sexualberater lebt in Berlin mit Assistenz im Arbeitgebermodell. Die Konferenz hat am 28. April in der Rosa-Luxemburg-Stiftung stattgefunden.

 

Lesermeinungen zu “Zuweisung von Hilfsbedürftigkeit entrechtet” (7)

Von Behindert_im_System

@Von kirsti

Zitat:

"Konkurrenz unter Behinderten, Neid und Missgunst sind FEHL am Platz! Sie haben HIER nichts verloren!!

Bekanntlich sagt man immer beim Geld hört die Freundschaft auf. Unter uns Behinderten endet schon so manches bei fehlender Solidarität mit den Leidensgefährten und schwächsten unserer Gemeinschaft, welche gar nicht wissen was Geld bedeutet.

Von kirsti

@ TN

- Haben Sie die Werkstätten für Behinderte vergessen?
- Haben Sie die soziale Aussonderung der Behinderten
vergessen?
- Haben Sie die Diskriminierung der Behinderten vergessen?
- Haben Sie vergessen, wie es ist, als „behindert“ unter Nicht-
Behinderten zu leben?
- Haben Sie die Behinderten vergessen, die von Artikel 3 Absatz 3 Satz 2 unseres Grundgesetzes nur
träumen können?
- Haben Sie die Behinderten vergessen, die diesen Artikel NOCH NIEMALS im eigenen Leben „leben“
durften?
- Haben sie das Extrem- Pooling von Behinderten in Einrichtungen, Wohlfahrtsanstalten vergessen?
- Haben Sie die UN- BRK vergessen? Und diejenigen, die sie niemals leben im eigenen Leben „leben“
durften?

Konkurrenz unter Behinderten, Neid und Missgunst sind FEHL am Platz! Sie haben HIER nichts verloren!

Von Behindert_im_System

Hallo TN,

Zitat:

"Ich finde es wichtig, dass jede/r die ihn / sie betreffenden Ausgrenzungen benennt, so sie / er dies möchte. Vernaldi hat (meiner Meinung nach) nichts anderes getan. Was mir negativ aufstößt ist, dass diese behinderten Leute (hiermit meine ich nicht speziell einen behinderten Menschen, sondern eine ganze Reihe derer), die stöhnen, ausgegrenzt zu werden, sind Nachteilsausgleichs-bezogen hervorragend ausgestattet.“

Wo Sie recht haben, haben Sie recht. Es geht aber nicht darum, dass manche vielleicht gern vom goldenen Tellerchen essen wollen, da denen der Nachteilsausgleich nicht weit genug geht, sondern darum, dass man immer häufiger erkennen muss, hier geht’s doch nicht mehr um Grundwerte sondern darum, dass sich langsam der Artikel 3 GG für immer mehr Experten aus unseren Reihen zum Persilschein missbrauchen ließe, würde man dem einen oder anderen einer bestimmten Personengruppe aus unseren Reihen dieses Privileg einräumen.

Bei der Diskussion über den SEX halte ich mich mal etwas zurück, bevor der Löschteufel wieder zuschlägt.

Von TN

@ Behindert_im_System,
_ob_ die meisten (Behinderten) neuerdings mit dem Geld(einnehmen) zufrieden zu sein scheinen oder es tatsächlich sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

Ich finde es wichtig, dass jede/r die ihn / sie betreffenden Ausgrenzungen benennt, so sie / er dies möchte. Vernaldi hat (meiner Meinung nach) nichts anderes getan.

Ob allerdings Vernaldi für die von mir zu wuppenden Dinge und Vorgänge Verständnis aufbrächte, entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis.

Was mir negativ aufstößt ist, dass diese behinderten Leute (hiermit meine ich nicht speziell einen behinderten Menschen, sondern eine ganze Reihe derer), die stöhnen, ausgegrenzt zu werden, sind Nachteilsausgleichs-bezogen hervorragend ausgestattet.
Die meisten der RollstuhlfahrerInnen (zwei sind mir jedenfalls namentlich und persönlich bekannt) beziehen ein Pflegegeld, sind dauernd außerhalb der Wohnung unterwegs und sind von der Rundfunk-/ Fernsehgebührenzahlung befreit. Wie geht das rechtlich?
Die ideologische und rechtliche, unsägliche Verschränkung von Pflegegeldbezug, immer noch hypermobil außerhalb der eigenen Wohnung sein und im Genuss der Rundfunk-/ Fernsehgebührenzahlung zu sein muss aufhören.
Informieren, wie die PflegegeldbezieherInnen draußen in der Welt herumdampern, kann man sich auf den privaten Internetseiten der Betreffenden, auf den Behindertenverbände-Seiten im Internet und auf den F*cebo*k-Seiten der betreffenden Schwerstbehinderten.
Da wohl die meisten dieser etablierten Schwerstbehinderten ihr Heu (d.h. ihre Penunzen) neuerdings im Trocknen zu haben scheinen, wird auch nicht mehr über Geld weiter geredet werden ('Über Geld spricht man(n)/frau nicht, Geld hat man(n/ frau') und es kommen andere Dinge aufs Tablett.

Von Behindert_im_System

Immer habe ich mich gewundert wenn jedes zweite Thema den Punkt Geld berührte. Jetzt sind anscheinend viele so gut bestellt, dass sie sich dem Thema SEX widmen, weil man mit Geld keine Schlagzeilen mehr machen kann.

Leute wenn dies eure ein zigsten Probleme sind, dann ist mir nun auch klar, warum vieles hinterher hinkt.

Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln.

Von kirsti

Nachtrag:

Damit es von dem Einen oder Anderen nicht falsch verstanden wird; mit dem Lachen meine ich natürlich auch dessen Kehrseite, nämlich die, dass es – das Lachen – bei „Schwerbehinderung“ bei dieser Thematik - dem Einen oder der Einen oder dem Anderen oder der Anderen - durchaus im Hals stecken bleiben kann.

Von kirsti

Herr Vernaldi, danke für Ihren Artikel

https://mondkalb-zeitung.de/krueppelheim-und-fickmanufaktur-entrechtung-durch-die-zuweisung-von-hilfsbeduerftigkeit/.

Ich habe in letzter Zeit selten so viel Wahrhaftigkeit über die Schwerbehinderung, ihrer „Entrechtung“, ihrer Industrialisierung in Wohlfahrtsanstalten, die durchaus „fickmanufakturen“ sein können und eben – wie der Titel sagt – die „entrechtung durch die zuweisung von hilfsbeduerftigkeit“ gelesen.

Und so unglaublich dies auch klingen mag; beim Lesen dieser „schwierigen“ Materie über die Schwerbehinderung und ihrer Entrechtung aller Bedürfnisse, habe ich selten so herzlich lachen müssen. Ich meine: Lachen aus voller Überzeugung und aus vollem Herzen.

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