Trauer um Kalle Könkkölä

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bild von Kalle Könkkölä
Bild von Kalle Könkkölä "Our mentor forever Love"
Bild: DPI Europa

Bericht von Ottmar Miles-Paul

Helsinki (kobinet) Wenn von der Selbstvertretungsbewegung behinderter Menschen gesprochen wird, ist Kalle Könkkölä nicht wegzudenken. Nun ist der Kapitän vieler weltweiter Initiativen und eine der prägendsten Personen von Disabled Peoples' International (DPI) von Bord gegangen. Wie es auf der Internetseite von DPI Europa heißt, ist der aus Helsinki stammende Kalle Könkkölä am 10. September 2018 verstorben.

DPI Europe trauert, wie viele andere, die Kalle Könkkölä kannten, um den quirligen und meist sehr humorvollen Finnen, dem so viele behindertenpolitischen Themen am Herzen lagen und die er mitbewegen konnte. Dabei besuchte er oft auch Deutschland und arbeitete auf internationaler Ebene häufig mit Dinah Radtke aus Erlangen auf DPI-Ebene zusammen, die in einer Mail an die kobinet-nachrichten voller Trauer schrieb: "Ich bin ganz traurig. Mit Kalle habe ich sehr viel zusammen gearbeitet, aber auch viel gelacht. Bei Autofahrten hat er immer gesungen, vor allem 'I'm a lonely Cowboy ...' und Geschichten erzählt, wie er afrikanische Prinzessinnen vor wütenden Elefanten gerettet hat." Dass die UN-Behindertenrechtskonvention von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde, dafür hat der engagierte Finne viel getan. Auch die Einbeziehung behinderter Menschen in die Entwicklungszusammenarbeit hat er maßgeblich geprägt.

Sein Selbstbewusstsein verbunden mit dem Stolz als behinderter Mensch zeigt sich an einer Begegnung, die ich selbst mit ihm hatte. Nachdem ich geäußert hatte, wie toll es ist, dass er auch auf der Tagung ist und dass die Welt doch klein sei, schaute er mich an und sagte in seiner hohen vom Atemgerät mit geprägten Stimme. "No, the world is not small, we are big", was sich ungefähr so übersetzen lässt. "Nein, die Welt ist nicht klein, wir sind groß". Ein "großer" Mensch hat nun leider die behindertenpolitische Bühne verlassen, hat aber zum Glück viele andere inspiriert und mitgeprägt.